ONKEL WANJA - LUK PERCEVAL, HET TONEELHUIS ANTWERPEN
14. und 15. Februar
Schaubühne und Hebbel am Ufer präsentieren gemeinsam:
Luk Perceval - Het Toneelhuis Antwerpen
ONKEL WANJA nach Anton Tschechow

Luk Perceval hat in Berlin spätestens seit seinem „SCHLACHTEN!“-Marathon nach Shakespeares Rosenkriegs-Dramen, der beim Theatertreffen 2000 gezeigt wurde, ein großes Fanpublikum. An der Schaubühne hatte gerade Racines „Andromache“ in seiner Regie Premiere, und vor einem Jahr gastierte er mit seiner Lear-Bearbeitung „L. King of Pain“ ebenfalls dort. Seine letzte Arbeit – Tschechows „Onkel Wanja“ -, die er Ende Oktober am Het Toneelhuis Antwerpen herausgebracht hat und die im Dezember durch die Niederlande tourt, ist im Februar im Hebbel am Ufer (HAU 1) zu sehen.



„In Luk Percevals Regie wird Onkel Wanja eine unbarmherzige, knallharte und zynische Aufführung, in der hin und wieder ein Tüpfelchen Trost aufblitzt. Perceval lässt die Tragik des Lebens in unverfälschtem Komödienstil spielen. Immer, wenn die Lacher ersterben, kehrt der beißende mitleiderregende Unterton zurück. So viel aufgestaute Ohnmacht hätten wir in diesem Stück nie vermutet. Aber es stimmt, und es ist stark.
Das Bild, das nach drei Stunden übrig bleibt, ist das von im Irdischen wimmelnden Menschen. Die Bühnenbildnerin Annette Kurz trägt dazu in hohem Maße bei. Die Seitenwände der Bühne sind über die volle Höhe mit grünen Gardinen verhängt: die Farbe des Ländlichen, wo das Stück spielt. Sie machen die Personen zu erniedrigten Figuren. Auf dem Holzboden, auf dem sie stehen, haben sie auch wenig Halt. Der Boden ist krumm – verzogen nach Jahren von Regen und Schnee.
Perceval entscheidet sich für eine harte Lesart des Stücks, bei ihm gibt es keinen Platz für Träumereien. Dieser ‚Onkel Wanja’ zeigt, wo soviel Neid, Verbitterung und aufgestauter Selbsthass herkommen. Mit Hilfe von ansteckender Spiellust und einer untergründigen Komik zeigt Perceval den Wahnsinn von jemandem, der sich auf halber Strecke befindet und merkt, dass er seine besten Kräfte schon verspielt hat.“ (De Standaard)