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CHEAP BLACKY – REGIE: BRUCE LABRUCE |
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Premiere am 12. November, sowie 15., 16. und 17. November 2007, 20 Uhr, HAU 2
Ich weiß nicht, woher die Idee für Blacky eigentlich kam und was am Ende tatsächlich dabei herauskommen wird. Ich habe noch nie Theater gemacht und arbeite daher völlig ohne Netz und doppelten Boden. Aber dieses Theaterprojekt bot den idealen Vorwand für eine weitere Zusammenarbeit mit Susanne Sachsse, die in meinem Film „The Raspberry Reich“ (2004) mitgespielt hat, und mit ihrer schrägen Theatertruppe CHEAP. Zu dieser Gruppe von Exilanten und Außenseitern gehört Vaginal Davis, ausgewanderter Drag-Star aus Amerika, die in mehreren meiner Filme aufgetreten ist und mich Susanne Sachsse damals vorgestellt hat. Nehmen wir noch den unglaublichen Künstler und Filmemacher Christophe Chemin dazu, dann haben wir die Runde komplett, die inzwischen als „The Blackies“ bekannt ist. Alles was danach folgte, ging von Fassbinders unbeachtetem Klassiker „Whity“ (1971) aus und rückte drei weitere Filme in den Blick: John Hustons „Spiegelbild im goldnen Auge“ (1967), Joseph Loseys „Boom“ (1968) und Pasolinis „Teorema“ (1968). Alle diese Filme entstanden in einer Epoche großer politischer, sozialer und sexueller Umwälzungen, einer Ära der Desillusionierung über den Status quo und einer Zeit, in der man das finale Aufbegehren der letzten aus den repressiven und selbstzufriedenen Fünfzigern und Sechzigern noch verbliebenen Unschuld erleben konnte. Schon immer hat mich dieser historische Augenblick im Kino angezogen, in dem alte Formen und erzählerische Gepflogenheiten aufgelöst und verbrauchte Mythen entkräftet und entmystifiziert wurden. Nach dem Durcharbeiten und Vergleichen der Texte begannen sich bestimmte Muster herauszukristallisieren. In jedem dieser Werke wird der, wie es die Mutter in „Teorema“ ausdrückt, „Kult des Familienlebens“ von einem Eindringling, einem Fremden, einem Blender angegriffen, gespalten oder beeinträchtigt. In jeder Geschichte erfährt die Kernfamilie eine Krise, die zu einer Art sexueller und/oder spiritueller Transformation der Familienmitglieder führt. Und jeder Text ist durchflochten von dem Kräftespiel zwischen Dominanz und Unterwerfung, das den Beziehungen von Klasse und Rasse inhärent ist. Der Modus operandi von „Cheap Blacky“ ist es, diese Texte zu vermengen, um ihren wesentlichen Kern herauszuarbeiten und sie im symbolischen Gewand verschiedener Darstellungsformen wiederzugeben, die mich reizen: filmische Traditionen, Slapstick, Burleske, Varieté, Modern Dance, der Film-Soundtrack, Avantgarde-Performance und guter, alter Exhibitionismus. Ich hoffe, das Publikum wird seinen Spaß daran haben. Bruce LaBruce, Toronto 2007
mit Dragan Ašler, Tan Binh, John Blue, Tim Blue, Christophe Chemin, Vaginal Davis, Daniel Hendrickson, Assaf Hochman, Anna Mülter, Susanne Sachsse, Marc Siegel
Raum: Christophe Chemin Kostüm: Rick Owens
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds
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