FILMNACHT – KURATIERT VON AKRAM ZAATARI, BEIRUT – FILME VON HALA ALABDALLA UND AMMAR EL BEIK, KAMAL ALJAFARI, MOHAMED SOUEID
24. November, 17.00 bis 24.00 Uhr, HAU 1

Kein Künstler mag sich mit der Idee, zur Schule zurückzukehren, anfreunden, wenngleich viele von uns – ich selbst eingeschlossen – das gerne täten. Die Zeit, Aufmerksamkeit und das Engagement, die man investieren müsste, sind schwer zu finden, wenn man gleichzeitig weiter künstlerisch tätig sein will. Darum habe ich diese institutionalisierte Lehrzeit durch ein anderes Studium ersetzt, und zwar durch Forschungsprojekte, an denen ich arbeite.
Mein Programm beinhaltet Filme und Videos, die ich als Lehrmaterial interessierten Künstlern, Wissenschaftlern und dem Publikum anbieten möchte. Es handelt sich um Arbeiten, die einen Eindruck von der Film- und Videowelt im Nahen Osten seit den 1970er Jahren bis heute vermitteln. Es ist eine subjektive Auswahl, die keineswegs erschöpfend den Reichtum der audiovisuellen Kultur der Region wiedergibt. Ich habe versucht, verschiedene Traditionen zu berücksichtigen, u.a. modernistische und formalistische Filme und Videos, und zwar in Mainstream- und in unabhängigen Produktionen.

- I am the one who brings the flowers to her grave
Hala Alabdalla/Ammar Beik, Syrien 2006, 110 min, Dokumentarfilm
Eine Landkarte. Syrien. Freunde und Straßen. Auf der Durchreise, auf der Suche nach einem Drehort. In ihrem ersten Dokumentarfilm hinterfragt Hala Alabdalla nach langen Jahren des Exils ihre Beziehung zu ihrem Land.

- The Roof
Kamal Aljafari, Ramle (Palästina)/Köln, 2006, 63 min, Dokumentarfilm
„Meine Eltern wohnen in der ersten Etage. Darüber wohnt ihre Vergangenheit.” Kamal Aljafaris Film verfolgt seine Rückkehr in das heute in Israel gelegene palästinensische Dorf Ramleh, wo seine Familie 1948 als Umsiedler in das Haus einer anderen arabischen Familie zog. Die früheren Besitzer ließen ein nicht zu Ende gebautes zweites Geschoss zurück, das auch eine Generation später noch unberührt war.

- Nightfall
Mohamed Soueid, Beirut, 2000, 70 min, Dokumentarfilm
„Nightfall" zeigt Mohamed Soueid als früheres Mitglied der Studentenfront der palästinensischen Fatah. Der Film verfolgt den Alltag der überlebenden Mitglieder der Gruppe über einen Zeitraum von elf Monaten. Einige von ihnen treffen sich Abend für Abend, trinken und tauschen ihre Erinnerungen an die aktive Zeit und die alten Mitkämpfer aus, andere wurden berühmte Vertreter in der Welt der Literatur.