KLUBSZENE – FESTIVAL DER JUGENDKLUBS AN BERLINER BÜHNEN
20. JUNI 2008 / 18.00 - 22.00 UHR
21. JUNI 2008 / 14.30 - 22.00 UHR, anschl. Party im WAU
22. JUNI 2008 / 17.00 UHR





KLUBSZENE 2008 führt bereits zum dritten Mal die Theaterjugendklubs der Berliner Bühnen zu einem Arbeitstreffen zusammen. Nach dem Theater an der Parkaue und dem Maxim Gorki Theater ist das Festival in dieser Spielzeit zu Gast im HAU.
Nachdem das Festival in den letzten Jahren stetig gewachsen und zu einer festen Institution für Berliner Jugendklubs geworden ist, öffnet sich KLUBSZENE 2008 zunehmend einem größeren Publikum und entwickelt sich von einem internen Austausch zu einem offenen Festival, das den Dialog mit seinem Publikum sucht.
Jugendklubs von 13 Berliner Theatern präsentieren ihre Arbeiten. Gezeigt werden komplette Vorstellungen und Stückausschnitte, die unter Leitung von Experten diskutiert werden. Dazu wird während des Festivals - unter Anleitung des Künstlerkollektivs CHEAP – eine gemeinsame Performance entwickelt, mit der das Festival abgeschlossen wird.

Mit den Jugendklubs von: Theater an der Parkaue, Deutsches Theater, HAU, Schaubühne am Lehniner Platz, Maxim Gorki Theater Berlin, Grips Theater, Theater Strahl, Tribüne, Vagantenbühne, Staatsoper Unter den Linden, Sophiensaele und Theater im Palais.

Organisationsteam: Sarah Jaczinczak (Deutsches Theater), Philipp Harpain (GRIPS Theater), Mijke Harmsen (Hebbel am Ufer), Janka Panskus (Maxim Gorki Theater Berlin), Uta Plate (Schaubühne am Lehniner Platz), Anna Poeschel (Sophiensaele), Rainer O. Brinkmann (Staatsoper Unter den Linden), Kristina Stang (Theater an der Parkaue), Stefan Kleinert (Theater im Palais), Karen Giese (Theater Strahl), Janine Schweiger (Tribüne, Vaganten Bühne)

Produktionsleitung: Maria Kusche, Martha Hewelt

http://www.klubszene-berlin.de


ABLAUF

Freitag, 20. Juni
18 Uhr Eröffnung

19 Uhr „Gepäck ohne Aufsicht“ (Junges DT, Deutsches Theater)

20.20 Uhr „Weg“ (Die Zwiefachen, Schaubühne am Lehniner Platz)

Samstag, 21. Juni
14.45 Uhr: Diskussion „Gepäck ohne Aufsicht“ und „Weg“ (Moderation: Ursula Jenni)

15.20 Uhr „Letzter Aufruf PARADISE“ (Banda Agita, GRIPS Theater)

17 Uhr Ausschnitte aus „Tick Tack Das Kaninchenprinzip“ (Theaterclub 3, Theater an der Parkaue) und „Julia und Julia“ (Jugendtheaterwerkstatt SOS, Theater Strahl)

19.45 Uhr: Diskussion „Letzter Aufruf PARADISE“, „Tick Tack Das Kaninchenprinzip“ und „Julia und Julia“ (Moderation: Anna Poeschel)

20.15 Uhr „Freakend“ (Die extraVAGANTEN, Vaganten Bühne)

21.30 Uhr Ausschnitte aus „Romeo und Julia“ (JUST, Theater im Palais) und ) „Mitgift“ (Fightclub, HAU)

23 Uhr Klubszene-Party im WAU

Sonntag, 22. Juni
14.00 Uhr: Diskussion „Freakend“, „Romeo und Julia“ und „Mitgift“ (Moderation: Rainer O. Brinkmann)

17.30 Uhr „Die Arroganz der Jugend“ Gemeinsame Performance aller Teilnehmer mit dem Künstlerkollektiv CHEAP


KARTENVERKAUF
Eintritt: 3 Euro
Kasse HAU 2: Tel. 25900427, www-hebbel-am-ufer.de
Tgl. 12-19Uhr, Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin


PRESSEKONTAKT
Kirsten Hehmeyer
k.hehmeyer@hebbel-am-ufer.de
030-25900438

JUNGES DT (Deutsches Theater)
Gepäck ohne Aufsicht

Der DT-Jugendclub zeigt in dieser Eigenproduktion seine Sicht auf das Thema »Terror«. Was ist Terror? Wo steckt er? Was macht mich zum Terroristen? Terror von oben oder von unten? Terrorisiere ich mich selbst? Wer terrorisiert eigentlich wen? „Terroristen kämpfen gegen die Gesellschaftsstrukturen. Sie operieren aus dem Untergrund mit Gewalt gegen den Staat und die Gesellschaft. Sie töten Menschen. Ich töte mich jeden Tag und erfinde mich neu Die Sprengung, der Ausbruch. Der Stillstand – meine Zündschnur.“ 11 Jugendliche nähern sich dem Phänomen Terror in 3 Stationen

Mit: Alexander Bahr, Maik Holfert, Lisa Hrdina, Marie Jordan, Nele Suhler, Paula Thielecke, Gaia Vogel
und die Mitglieder der Impro-Gruppe: Antoine Brison, Klemens Hegen, Marie Therese Fischer, Laura Pfisterer

Regie: Sarah Jasinszczak
Bühne: Andre Schwabe
Kostüme: Wiebke Warskulat
Dramaturgie: Peter Kolb
Regieassistenz: Nicolas Hautop


BANDA AGITA (Grips Theater)
Letzter Aufruf PARADISE
Berlin 2074. Der Wettlauf ums Überleben hat begonnen.

Etwa 50 Jahre, nachdem im Zuge des Klimawandels verschiedene Katastrophen die Zivilisation, wie wir sie kennen, zerstört hat, kämpfen die letzten Menschen ums Überleben.
Berlin ist ein Trümmerhaufen, räuberische Banden durchstreifen die Gegend, andere mussten, um sich vor dem unwirtlichen Klima zu schützen, in die ehemaligen U-Bahn-Schächte flüchten. Mithilfe der letzten Überreste von Technik versucht ein elitärer Kreis, in einer künstlichen Stadt im ehemaligen Reichstagsgebäude ehemalige Strukturen und „Errungenschaften“ aufrecht zu erhalten.
Sauberes Wasser ist kostbar und avanciert zum Zahlungsmittel im Tauschhandel um die knappen Ressourcen Nahrung, Rohstoffe und Energie. Saatgut ist aufgrund genetischer Verschmutzung nicht mehr reproduktionsfähig, so dass alte Vorräte eine entscheidende Rolle bei der Versorgung spielen.
In einem Punkt hat sich die Welt nicht verändert: Die Meisten Menschen haben Nichts, und Einzelne kontrollieren das Wenige, was übrig ist. Ein altes Flugblatt von „Tropical Paradise“ weckt Hoffnungen auf einen Ort mit Wasser, Schutz vor Stürmen und fruchtbarar Erde, Synonym für den verlorenen Garten Eden. Die Stadt schickt eine Expedition los, doch nicht nur sie sind auf der Suche nach einem besseren Leben...

Wir, die Banda Agita, der Jugendclub des Grips Theaters, sind acht Jugendliche im Alter von 17-19 Jahren aus verschiedenen Ecken Berlins. Was uns eint ist unsere Leidenschaft zum Theater. Alle unsere Stücke entwerfen wir selbst. Unsere letzte Produktion „Kontrollverlust“ haben wir auch verfilmt; für dieses Projekt erhielten wir den MediMax-Sonderpreis des Landes Berlin.

Es spielen: Bastian Benrath, Daniel Goebel, Roxana Karow, Chris Lee Curtis Abiola, Vanessa Einbrodt, Josephine Krause, Miriam Ritter, Johanna Wolff

Regie: Philipp Harpain
Text: Susanne Lipp
Musik: David Fuhr, Antoni Karadim
Bühne: Banda Agita
Kostüme: Nora Schroht
Regieassistenz: Jacob Keller, Esther Vorwerk
Assistenz: Julia Horn, Silke Claßen
Technische Leitung: Jerry Geiger
Ton: Sarah Smlorz
Licht: Julia Hanke

FIGHTCLUB (Hebbel am Ufer)
Mitgift

Die Performer von "Fightclub", dem Jugendklub des HAUs, beschäftigen
sich in ihrem dritten Projekt mit der Ehe. Bei eine Analyse der
Erfahrungen ihrer Eltern, wobei die Rede von Zwangshochzeiten,
verbotenen Trauungen, Stand- und Religionsfragen, einigen glücklichen
Vermählungen und vielen schwierigen Trennungen ist, befragen sie ihre
eigene Lebensentwürfe. Was ist der wichtigste Unterschied zwischen ihrer
eigenen Generation und der Generation ihrer Eltern? Spielen Zwangsheirat
oder Religionsfragen noch eine Rolle? Ist es in Deutschland wirklich
schon so lange her, dass man seinen Eltern nicht erzählen konnte, dass
man unverheiratet ein Kind bekommen hat? Ist Heiraten überhaupt noch ein
Thema? Haben die Erfahrungen der Eltern Einfluss auf ihre eigenen
Entscheidungen? Wie weit beziehen sie ihre Eltern bei neuen Entdeckungen
ein und wie weit glauben sie, ihre Eltern, vor Themen, die sie
vielleicht nicht verstehen, "schützen" zu müssen? "Mitgift" gibt
Antworten auf diese Fragen, mit einer Vielfalt von Sichten und
Geschichten aus der Perspektive von 13 bis 20 Jährigen.

Mit: Sercan Aydilek, Clea Funke, Dominique Grillenberger, Ella Schmidt, Lea Stahlberg, Mina Stöhr, Ayse Gül Var, Teuta Selimi, Elvin Aliev, Antonio Ciervo, Jenny Pantzke, Pia Epping

Leitung: Mijke Harmsen
Technische Leitung: Max Wegner

DIE ZWIEFACHEN (Schaubühne am Lehniner Platz}
Weg

Sieben junge Reisende auf ihrer eigenen Odyssee. Sie durchqueren persönliche Schlachtfelder, erleben den Vater als Kannibalen, werden gefangen von ihrem Zyklopen-Lehrer und kalypsoartig von einem drogenabhängigen Freund verführt. Ihr Antrieb ist der Wille, voranzukommen. Nicht stehen bleiben. In Abgründe fallen. Aufstehen, weitergehen. Während ihrer Abenteuer treffen sie unvermutet andere Reisende und tauschen Geschichten, Düfte, Tänze, Spiele und Musik.

DIE ZWIEFACHEN ist die Jugendtheatergruppe der Schaubühne. Junge Frauen und Männer im Alter von 17 bis 24 Jahren haben durch Improvisation, Bewegungs- und Schreibworkshops ein Stück erarbeitet, das ihre eigenen Lebensreisen untersucht und auf den Kopf stellt.
„Weg“ haben sie im künstlerischen Austausch mit ihrer nepalesischen Partnertheatergruppe, dem Aarohan Theatre (Kathmandu) im Rahmen des Festivals „Contacting the world“ entwickelt. Das Festival findet im Juli in Liverpool statt. Dort werden die Zwiefachen und das Aarohan Theatre aufeinander treffen und sich gegenseitig und dem Publikum ihre Inszenierung präsentieren.

Mit: Grete Gehrke, Simon Karmoll, Jennifer Lambrecht, Fabian Linß, David Pakzad, Astrid Pendarvis, Janine Quaegwer

Regie: Uta Plate, Bühne und Kostüme: Sophie du Vinage


Premiere am 5. Juli 2008, 20.30 Uhr
Weitere Vorstellungen am 6., 7., 13. Juli 2008, je 20.30 Uhr





THEATERCLUB 3 (Theater an der Parkaue)
Tick Tack Das Kaninchenprinzip

13 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren: Der Theaterclub 3 am THEATER AN DER PARKAUE. Dauerndes Pendeln zwischen abgrundtiefer Langeweile und absolutem Dauerstress. Zwischen Fremdverplanung durch Eltern(teile), Schule und Vereine und Frei-Zeit mit Freunden; zwischen totalem Durchhängen und dem Gefühl, viel mehr machen zu wollen, als in 24 Stunden passt. Zwischen Termindruck und Verpeiltheit, Zukunftsangst und Kindheitserinnerungen. Gemeinsam erforschen und untersuchen sie das Phänomen Zeit Zeit anhand von halsbrecherischen Theorien, Shakespearesonetten und eigenen Forschungsergebnissen im Altersheim, im Shoppingcenter und im Selbstversuch. Neben der thematischen Beschäftigung ist ein zweiter Schwerpunkt die Frage der Darstellbarkeit von Zeit auf der Bühne. Welche Vorgänge haben welches Tempo, was ist Langeweile und wie sieht Zeit aus, wenn sie vergeht?
Was immer der Theaterclub versucht - in den Fokus drängt sich immer wieder ein weißes Kaninchen mit einer Taschenuhr. "Oh jemine! Ich komme zu spät!"

Mit: Marius Ahrendt, Julia Goldhahn, Karola Hakel, Moira Joachim, Sophie Kalweit, Paul Krüger, Alexandra Kunde, Sophia Lebedewa, Deborah Levy, Sophie Mangelsen, Johanna Pahl, Linn Reusse, Nathalie Schwichtenberg,

Leitung: Kristina Stang


JUST (Theater im Palais)
Romeo und Julia

Das Stück ist eine der ältesten Liebesgeschichten der Welt, eine der schönsten aber auch tragischsten. Die Inszenierung rückt die politische Seite des Stücks in den Vordergrund. Zwei Familien aus unterschiedlichen Kulturen sind miteinander im Streit. Hass und Gewalt sind die Folgen. Tragik und Komik liegen in diesem Drama nah beieinander und bestimmen die Figuren auf existenzielle Weise.

Der Theaterjugendclub JUST am Theater im Palais besteht seit der Spielzeit 2006/07. Im ersten Jahr zeigte JUST Georg Büchners "Woyzeck" als erste große Produktion. Die Inszenierung wurde sowohl beim Publikum als auch der Presse sehr positiv aufgenommen. Diese Produktion ist Bestandteil des Repertoires am Theater im Palais.
Mit William Shakespeares "Romeo und Julia" hatte im Mai 2008 nun die zweite Produktion Premiere. Auch diese JUST-Arbeit wird in den laufenden Spielplan integriert. Das Besondere am Jugendclub am Theater im Palais ist, dass die Inszenierungen über mindestens zwei Spielzeiten am Haus zu sehen sind. Für die nächste Spielzeit ist Lessings "Nathan der Weise" in Vorbereitung.

Es spielen: Fitim Cenaj, Julia Fritzsche, Alina Drescher, Viktoria Jank, Sven Helfer, Julia Leipner

Leitung: Stefan Kleinert

JUGENDTHEATERWERKSTATT SOS (Theater Strahl)
Julia und Julia

Dass die Mitglieder unserer JTW ausschließlich Mädchen sind, ist Zufall. Aber als wir uns im Oktober 2007 zusammengefunden haben – elf Mädchen im Alter von 11-15 Jahren, war schnell klar, was wir wollen! Wir wollen ein Stück selber entwickeln – eine Geschichte erzählen zu einem Thema, das uns wirklich interessiert und über das sonst nur wenig gesprochen wird. Wir setzen uns mit dem Thema lesbische Liebe auseinander -zwei Mädchen aus zwei verfeindeten Cliquen verlieben sich in einander – fast wie bei Romeo und Julia. Ob Lila und Leonie zueinander finden und ihre Liebe leben können, wie ihre Umwelt reagiert und ob die beiden das aushalten - das finden wir gerade heraus!
Beim Klubszenetreffen 08 zeigen wir Ausschnitte aus unserer Produktion – wer dann neugierig geworden ist, kann gerne zu unserer Premiere am 11. Juli zu THEATER STRAHL kommen!

Es spielen: Cheyenne Schlüter, Jolene Leitlauf, Katharina Heisig, Kelly Schlüter, Luisa Seikel, Mara Niese, Marie Hamayel-Peters, Michelle Biallowons, Sophia Wohlfahrt, Thea von Wedel, Viviann Wilmot

Leitung: Karen Giese,
Assistenz: Anja Hofmann
Unterstützung: Lena Timm



DIE EXTRAVAGANTEN (Vaganten Bühne)
Freakend
Eine Collage über die Suche nach dem Glück

„Was steht an?“
„Erzähl du es mir.“
„Ich habe keinen Plan.“
„Darauf versteh ich mich.“

Zehn Spieler auf der Bühne. Berlin wird zur Kulisse. Sie wollen sich verhalten, andere behalten, euch unterhalten. Der Eine sucht nach den richtigen Worten. Die Zweite will sich immer um die anderen kümmern. Der Dritte will nicht auffallen, fällt dennoch auf. Die Vierte wird missverstanden. Die Fünfte kann ihre Wut nicht verbergen. Die Sechste sucht nach dem richtigen Platz. Der Siebte hat Mühe klar zu machen, dass er ganz anders ist. Die Achte sucht nach Nähe, bekommt sie aber nicht. Der Neunte will sein Herz verschenken. Die Zehnte lehnt das ab.

Spieler: Angela Bittel, Anja Fahlenkamp, Alex Finger, Katharina Finger, Torsten Flassig, Lea Lochau, Tim Mehlis, Lara Mercier, Vangeli Sargantzoglou, Paula Tebbens

Regie: Olga Holm

Die Arroganz der Jugend
Gemeinsame Performance aller Teilnehmer mit dem Künstlerkollektiv CHEAP

... und wenn sie es nicht sind, sollen sie es sein. Sie sind alles: auf dem Höhepunkt ihrer physischen Kraft und Schönheit, kreativ, motiviert, eine Welt, die ihnen gehören sollte, zu beleben und zu verändern. Auf der Schwelle zum Erwachsensein sind es ihr Enthusiasmus und ihre Bedenken, die diese Welt, zerrissen durch Krieg, Krankheit und Gewalt, am meisten braucht. Es ist an der Zeit das zu nehmen, was nur Ihnen gehört.

Im Anschluss an die Workshops mit Vaginal Davis und Tim Blue vom Künstlerkollektiv Cheap wird eine Armee von 100 Jugendlichen aus ganz Berlin, in Gold und Gewand, die Sinne in einer Aufführung voll Liebe, Schönheit und Kraft attackieren.


Realisiert aus Mitteln des Deutschen Bühnenvereins Landesverband Berlin