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UND ÜBRIGENS KANN ICH FLIEGEN – EIN PHANTASIETRAINING FÜR DIE WIRKLICHE WIRKLICHKEIT / REGIE: ANNE HIRTH/BÜRO FÜR ZEIT + RAUM |
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10., 12., 13., 14. DEZ. 08 / 20.00 UHR / HAU 2
Zum Beispiel: Im Vordergrund eine schwarzweiße, nach Worten ringende Abendgesellschaft. Eine Hasenband auf Rollschuhen weht vorbei, die Instrumente auf den Rücken geschnallt. Einige tragen Kopfverbände, andere Haartollen. Aus dem Souffleurkasten summt es „Hoch auf dem gelben Wagen“, gemischt mit „The sun ain´t gonna shine anymore“ und dem Verkehrsfunk. Das Mädchen mit dem Perlenohrring verkauft Paradiesäpfel aus ihrem Bauchladen. Begleitet vom Beifall der Abendgesellschaft lösen sich die Fensterläden aus den Angeln und fliegen zum Überwintern in den Schnürboden. Ein Motorradfahrer fliegt hinterher. (Schafft es aber nur bis zum Balkon.) (Macht nichts.)
Gegensätze und scheinbar unlösbare Widersprüche ergeben sich innerhalb bestimmter Denk- und Wahrnehmungssysteme. Wir ordnen die Welt nach Kategorien - vor allem durch den Gebrauch von Wörtern. Dabei entwickeln wir Dichotomien, etwa die von Gut und Böse, um unsere Gedanken und Haltungen zu klären. Es scheint fast unmöglich, irgendetwas ohne solche Polaritäten zu verstehen. Das liegt bereits an unserer Art der Wahrnehmung: Sobald man ein Objekt wahrnimmt, zieht man einen Strich zwischen diesem Objekt und der übrigen Welt: man spaltet die Welt in Teile. Ist es möglich, diese anscheinend natürliche Tendenz zu sabotieren?
„Und übrigens kann ich fliegen“ will Konstruktionen der Wahrnehmung offen legen, neue Systeme erfinden und alte ausbeulen: Systeme als Herausforderung an die Phantasie zu begreifen. Während man daran scheitert, unmöglich erscheinende Bilder aufzulösen und wieder in eine vertraute Logik zu überführen, entstehen bei jedem Menschen ganz eigene, absurde Parallelwelten. Wirklichkeiten in produktiver Schieflage.
Mehr über das büro unter: www.buerofuerzeitundraum.de
von + mit : Tobias Dutschke, Anna-Luise Recke, Fernanda Farah, Jürg Plüss, Florian Bilbao, Volker Schindel und Gregory Stauffer, Regie: Anne Hirth, Bühne/Kostüme: Silvia Albarella, Licht: Arnaud Poumarat, Dramaturgie/Produktionsleitung: Suzanne Jaeschke, mit einer Installation von Alexandra Süßmilch
Eine Koproduktion mit dem HAU und dem FFT Düsseldorf, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit großzügiger Unterstützung der Fabrik Potsdam sowie des Unidram Festivals Potsdam.
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