CLAUDIA BOSSE – BELAGERUNG BARTLEBY – EINE THEATRAL INSTALLATIVE UNTERBRECHUNG IN 100 STUNDEN
vom 21. April, 20.00 Uhr bis 25. April, 24.00 Uhr

BELAGERUNG BARTLEBY
Eine theatrale Installation von Claudia Bosse
Webseite Belagerung Bartleby

100 STUNDEN INSTALLATION, LABOR, SCHLAFEN, PERFORMANCES, LECTURES

I prefer not to. Mit Bartleby the scrivener- a story of wall-street von Herman Melville wird das Hebbel-Theater für 100 Stunden zum Ort einer thematischen Besetzung erklärt. Der Theaterraum sowie der Text werden Gegenstand einer belagernden Untersuchung mit Rauminstallation, Performances und Lectures, sowie Interventionen von Zuschauern und Arbeitsgruppen.

Bartleby und die Unterbrechung. Bartleby entzieht sich durch vorziehendes Ablehnen bestehender Annahmen des common sense: I (would) prefer not to. Bartleby ist ein Zeit aussetzender Grenzzieher, der Bewegungen und Erklärungen um sich herum generiert. Durch das variierte Wiederholen der Formel setzt er juristische und moralische Annahmen außer Kraft und stellt sie in Frage. Bartleby politisiert Subjektbezüge im Raum. Die Unterteilung der Arbeitsräume zwischen “privacy” und “society” löst sich im Verlauf des Textes auf. Bartleby besetzt den Arbeitsraum und bringt so den Bürobetrieb zunächst zum Stillstand und dann den Arbeitsapparat zum Verlassen der Räume.

Bartleby und der Theaterraum. Das gesamte Theater wird entkernt und zu einer Raum-Schrift-Installation, in der das Publikum während der 100stündigen Öffnungszeit selbst zu Mitakteuren werden. Auf 100 Matratzen können sie sich Tag und Nacht im Haus einnisten (Bitte Schlafsäcke mitbringen). In diesem permanenten Belagerungszustand finden wiederholt Performances statt, in denen die in der Erzählung aufgerufenen Diskurse und Praktiken in den Untersuchungsraum Theater überführt werden: auf welche Weise unterbrechen Körper, Redeweisen und Wahrnehmungsökonomien die Zeit- und Raumstruktur von Theater. Interventionen und Lectures besetzen temporär Ausschnitte im Raum und hinterlassen Spuren in der Installation.

Bartleby - eine Belagerung mit Autoren, Architekten, Choreographen, Ethnologen, Performern, Philosophen, Schauspielern, Künstlern, Historikern, Tänzern, Theoretikern.
Mit Maya Bösch/ Regisseurin+Performerin, Claudia Bosse/ Regisseurin, Swantje Henke/ Schauspielerin, Lars Müller/ Architekt, Susanne Sachsse/ Schauspielerin, Kai Schiemenz/ Künstler, Peter Stamer/Dramaturg+Theoretiker, Oleg Soulimenko/ Performer, Doris Uhlich/ Tänzerin.
Gäste/Lectures: Annette Bitsch, Dirk Baecker, Büro für kognitiven Urbanismus: Christian Teckert/Andreas Spiegl, Wolfgang Ernst, Barbara Gronau, Bettina Vismann+ Maix Mayer = GUT_2, Ekkehard Koenig, Hans-Thies Lehmann, Kobe Matthys, Lukas Matthaei, Gini Müller+Gerald Singer, Juliane Rebentisch, Walter Seitter, Christine Standfest, Erik Steinbrecher, Marcus Steinweg, Ralf Stoecker, Cornelia Vismann, Stefanie Wenner u.a.
Intervention/Projekte: Stefanie Wenner

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Tel.: (030) 25 90 04 72.