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BARTLEBY IN DER BERLINER REPUBLIK – EIN THEORIE-/FILM-ABEND |
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23. April 2004
Marius Babias, Günther Jacob, Thomas Kapielski, Oliver Marchart, Hito Steyerl, Florian Waldvogel u. a.
dj Caynd (de : bug) und Acegirl (Arranca!)
Die berühmte Erzählung „Bartleby“ (1853) von Herman Melville wurde in den letzten Jahren breit rezipiert. Philosophen deuten die Figur des Bartleby, der als Kanzlei-schreiber in der Wall Street durch Arbeitsverweigerung („I would prefer not to – Ich möchte lieber nicht“) seinen Arbeitgeber in die Flucht schlägt und die Fundamente der gesellschaftlichen Ordnung ins Wanken bringt, als Prototypen der vaterlosen amerikanischen Gesellschaft (Gilles Deleuze) und als messianischen Schöpfer des absoluten Nichts (Giorgio Agamben). GlobalisierungskritikerInnen sehen in Bartleby einen Helden des passiven Widerstands, der den kapitalistischen Repro-duktionskreislauf unterbricht. Von Bartlebys Strategie des zivilen Ungehorsams ausgehend, steht im Mittelpunkt dieses Theorie-/Film-Abends die Auseinanderset-zung mit den politischen und sozialen Umschreibungsprozessen der Berliner Re-publik. Thematisiert werden die historischen und gegenwärtigen Formen des Wi-derstands gegen ein scheinbar allmächtiges System der Reproduktion und Sub-ordination, das ein strenges, das Leben durchdringendes und beherrschendes Regime des Psycho-Ökonomischen errichtet hat. In Vorträgen und Vorführungen stehen Widerstandsformen, Culture Jamming sowie Fragen der Migration und der politischen Mündigkeit zur Diskussion. Das politische Programm Bartlebys wird in die heutige Situation verpflanzt. Die Politisierung der Bartleby-Figur soll neue Per-spektiven des „Eingreifens in die Realität“ (Antonio Negri) eröffnen. Wie würde sich Bartleby in der Berliner Republik verhalten?
Konzeption: Marius Babias
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