BALKAN BLACK BOX FESTIVAL – BÖSE KUNST – DAS VERHÄLTNIS VON KULTURPRODUKTION UND NATIONALISMUS IM ZUGE DER DESINTEGRATION JUGOSLAWIENS
23. Mai 2004

Podiumsdiskussion mit Boris Buden, Bazon Brock, Dubravka Ugresic (angefr.) und Hans-Joachim Schlegel. Gesprächsleitung: Zoran Terzic

Ausgehend von den auf dem Festival gezeigten tendenziösen Kriegsfilmen (Nebo Sateliti, Rat Uzivo, Lepa Sela Lepo Gore, Bog i Hrvati, usw.) steht das Schaffen von Künstlern, Filmemachern und Schriftstellern zur Diskussion, die ihre Arbeit seit den 80er Jahren in den Dienst des Nationalen stellten und somit zur Ausbildung der massenhaften nationalistischen Identitätsphantasmen der 90er Jahre maßgeblich beigetragen haben.

„Es war ein ehemaliger Regisseur, der die Brücke von Mostar zerstören ließ. Waren aber sogenannte "Kulturschaffende" nicht noch in einem viel weiteren Ausmaß an einer geistigen Zerstörung beteiligt? Sind geistige Brandstifter nicht ebenso zu verurteilen wie die, die Bibliotheken in Brand setzten?“
Darüber hinaus soll erörtert werden, inwiefern die Verwobenheit von Wort, Bild und Krieg einer historischen Matrix entspricht, die in Anbetracht wechselnder Ideologien immer neue Ausdrucksformen zu gewinnen scheint.