THE BAD BREAST – REGIE: BRUCE LABRUCE, TORONTO
PREMIERE: 10. DEZEMBER 2009 / 20.00 UHR / HAU 2
AUCH VOM 11. BIS 13. DEZEMBER 2009 / 20.00 UHR / HAU 2
in Englisch und Deutsch

„The Bad Breast“ entstand aus meinem lang gehegten Wunsch heraus, ein „weibliches Melodram“ zu kreieren, das Genre, in dem all meine schwulen Lieblingsregisseure – von George Cukor bis zu George Kuchar – gearbeitet haben. Während meines Studiums habe ich das Seminar „Psychoanalyse und Feminismus" besucht; daher sind mir die Arbeiten von Postfreudianerinnen wie Anna Freud und Melanie Klein seit langem vertraut. Kleins Theorie der „Objektbeziehung" hat mich immer schon fasziniert. Ich finde die feministische Interpretation des eher phallozentrischen Symbolismus Freuds ausgesprochen spannend. Klein sieht die Brust, im Gegensatz zum Penis, als das primäre kindliche Objekt, dessen Präsenz oder Abwesenheit die psychosexuelle Entwicklung des Kindes prägt. (Ich will gar nicht erst erwähnen, dass ich als Baby die Flasche bekommen habe und was dies für meine eigene frühkindliche Entwicklung bedeutete, wenngleich ich sicher bin, dass der nachhaltige Einfluss dieses Faktums auf „The Bad Breast“ deutlich erkennbar sein wird!). Als Student der Filmwissenschaft beeinflusste mich Ingmar Bergmans „Persona“ sehr, eine deutlich freudianisch geprägte Interpretation der Beziehung zwischen zwei starken, theatralischen Frauen. „The Bad Breast“ ist eine intellektuell-berauschte Mischung aus psychoanalytischer Theorie, Feminismus, klassischer europäischer Filmkunst und dem Melodram „made in Hollywood“!

Susanne Sachsse wirkte bereits in zwei meiner Filme mit, „The Raspberry Reich“ und „Otto; or, Up with Dead People“, und in zwei meiner Theaterprojekte: „CHEAP BLACKY“ – produziert am HAU in Berlin – und „Macho Family Romance“ – am Theater Neumarkt in Zürich. Es lag auf der Hand, dass ich sie auch für die Rolle der hysterisch-nymphomanischen Patientin in „The Bad Breast“ gewinnen konnte. Katharina Klewinghaus, die mutige Schauspielerin der Medea Yarn in „Otto; or, Up with Dead People“, spielt die Psychoanalytikerin. Bühnenbild und Kostüme stammen von Marc Brandenburg, die Musik komponiert Planningtorock, und mit Miss Vaginal Davis, Nando Messias, Robin Poitras und Laurie Young bringt „The Bad Breast“ eine Reihe bemerkenswerter kreativer Talente auf die Bühne – mit einem klaren Ziel: Wir möchten Sie mitreißen und – hoffentlich – inspirieren.

Bruce LaBruce, Toronto 2009

Eine Koproduktion von HAU und brut Wien, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.