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RHYTHM KING AND HER FRIENDS LIVE – I AM DISCO, RECORDRELEASE PARTY |
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13.Mai 2004, 22.30 Uhr
Wenn das Trio die Maschinen in Gang setzt, bleibt es nicht nur beim Drehen der Knöpfchen. Der Beat schlägt lässig und fest, das Keybord durchdringt das Mark, ein tiefer Bassgroove steigt ein, Glockenspiel oder Gitarre streuen mitreissende Sounds. Get Paid, der Song, der von den Bands Buffalo Daughter, Ladytron und Robots in Disguise bereits ge-remixt wurde, ist ein gutes Beispiel für den speziellen Mix aus rebellischem Elektrosound und widerspenstigen Texten. Die fordernen Spoken Words werden von synthetischen Bässen, einer spielerischen Melodie des Glockenspiels und von einem Bass begleitet, der Erinnerungen an Frauenbands der frühen 80er Jahre anklingen lässt.
 In ihrer Attitude und der allgemeinen Atmosphäre der Songs erinnern Rhythm King And Her Friends – lässig aber unangepasst – an Bands wie Liliput, The Slits oder Au Pairs. Mit einer Band wie Le Tigre verbindet sie, kollaborativ kreativ im Queer- und Gender-Diskurs unterwegs zu sein. Auf musikalischer Ebene lässt sich eher eine Nähe zu Luscious Jackson feststellen, jenen New Yorkerinnen, die mit Hilfe von Electro so wunderbar sophisticated auf Rock, Hip Hop und Swing aufsetzen. Die Kraft und Leichtigkeit, die von ihrer Musik ausgeht, ist Rhythm King And Her Friends sehr ähnlich: So wird der trashige Drumauftakt ihres ersten Albums schnell vielschichtig und erhält auch sogleich eine sexy Bassbegleitung. Dann erscheinen schön eingesetzte Kontrapunkte in Form quirliger Samples und sehr slackem Gesang. Gebrochen wird das immer wieder von monotoner Maschine und distanziertem Stimmgestus, aber merkwürdigerweise nimmt das der Musik nichts von ihrer kraftvollen Leichtigkeit. Man hat das Gefühl, Energie und Dialog surre unaufhörlich im Raum umher und alles bleibt im Spiel.
Auffallend ist der bewusste Umgang mit Sprache, Stimme, Akzent in allen Songs der Band. Anders als andere elektronische Bands spielen Rhythm King And Her Friends bei Konzerten viele Instrumente live: Gitarren kommen zum Einsatz, Bass, Drummachines, Xylophon und Synthesizer. Dabei bleibt die Bandstruktur – ebenfalls ungewöhnlich – unhierarchisch. Jede der drei singt, die Positionen wechseln. Im Konzert haben auch die Videos ihren wichtigen Auftritt. Teils Eigenproduktionen, teils – wie bei Sister – Ergebnis verschiedener Kooperationen, sind diese Videos nicht Illustration, sondern produzieren eine eigene Ebene von Diskurs und Bühnenshow.
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