THEATERHAUS WEIMAR – AKTEURE DES VERSCHWINDENS – GUSTAVE FLAUBERETS "L`EDUCATION SENTIMENTALE" 1869, TEIL 1- 3
10., 12., 13., 18., 19. Juni 2004, um 19.30 Uhr

Als das „größte Buch der Entzauberung" hat Claudio Magris den Roman "L'Education sentimentale" bezeichnet. Auf der Heimreise von Paris in die Provinz verliebt sich der 18jährige Frédéric Moreau in die um Jahre ältere und melancholische Mme Arnoux, Frau eines Pariser Kunsthändlers. Als er erfährt, dass mit dem väterlichen Erbe nicht zu rechnen ist, bleibt für ihn nur die Tristesse der Provinz. Nach 3 Jahren, die im Warten auf den Tod des reichen Onkels vergehen, kann er in die Metropole zurückkehren. Dort sucht er erneut die Bekanntschaft von Mme Arnoux. Paris steht kurz vor der Revolution.


© Theaterhaus Weimar

Zwischen falschem Ehrgeiz, Entscheidungsangst und Passivität wird Frédérics Leidenschaft für die alles umfassende Projektion Mme Arnoux aufgerieben und bleibt bis zur Wiederbegegnung nach mehr als 20 Jahren unerfüllt.
Susann Hempel, Olaf Helbing und Janek Mueller benutzen Flauberts Gesellschaftspanorama als Folie zur Erörterung der eigenen biografischen Verfasstheit als in Ostdeutschland Aufgewachsene und in der ostdeutschen Provinz Arbeitende. Ihr Surfen auf den nicht immer narrativen Situationen des Romans verbindet erneut performative und medieninstallative Momente.

Eine Prod. von Theaterhaus Weimar in Koproduktion mit Hebbel am Ufer, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.