BALLET DE L`OPERA DE LYON – SLIDE / DUO / TWELVETWENTYONE
26. - 28.11.2004 / 19.30

Das Besondere am Ballett der Oper Lyon ist, dass es sich ungeachtet seiner klassisch-ausgerichteten Organisation dem zeitgenössischen Tanz verschrieben hat. Über einen Zeitraum von fast zwanzig Jahren hat sich die Kompagnie ein beeindruckendes Repertoire angeeignet (70 Werke, davon 35 Welturaufführungen) und mit Choreografen zusammengearbeitet, deren Tanzsprache ganz eigene Räume und Umgebungen schafft.
Das im Hebbel am Ufer präsentierte Programm mit Arbeiten von Mathilde Monnier, William Forsythe und Russell Maliphant spiegelt diese Vielfalt wider.

Slide. „Die Bühne in leuchtendem Weiß, alle Tänzer weiß gekleidet bis hin zu den Perücken. Die Choreografin benutzt die Ensembles, die in Linien aufgestellten Formationen, um die Szenen wegzufegen, wegzuwischen wie auf einer magischen Wandtafel. Bis durch Videoprojektionen andere Interpreten erscheinen, die übrigens dieselben sind, virtuell, dafür aber farbig. […]
Mit diesem Tanz, der am Boden lastet und sich doch zugleich im freien Fall befindet, und der mit diebischer Freude einen Spagat nach dem anderen macht, zeichnet Mathilde Monnier ihr weißes Ballet.“ (Marie-Christine Vernay, Libération),

In William Forsythes Duo registrieren zwei Tänzerinnen in spiralförmigen Bewegungen die Zeit, machen sie sichtbar, überlegen, wie sie in den Raum einzupassen ist. Sie beugen die Zeit in ein verschlungenes, nacktes Muster vor dem Vorhang, dicht vor den Augen der Zuschauer.



© Michel Cavalca


Russell Maliphant hat für twelvetwenyone Video-Computersoftware verwendet, um mit Gedanken über Ton und Bewegung zu spielen und eine Art Skizzenbuch für die spätere Weiterentwicklung von Ideen anzulegen. In dem Stück geht es um Gewicht und Fluss, den Fluss der Bewegung und der Energie durch den Raum und durch den Körper – den Fluss der Zeit.