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BRETT BAILEY UND THIRD WORLD BUNFIGHT – BIG DADA. EINE POSTKOLONIALE REVUE |
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03. bis 06. Juni 2005 um 20 Uhr im HAU 2
Am 04. Juni anschliessend Party mit Jimmy Bamba/Global Music – Radio Multikulti am 05. Juni anschliessend Gespräch mit Brett Bailey und Dorothee Wenner
Third World Bunfight – frei übersetzt als "Dritte Welt Tortenschlacht" – erteilt eine afrikanische Geschichtsstunde der besonderen Art. Regisseur Brett Bailey, der derzeit wichtigste junge Theaterkünstler aus Südafrika, inszeniert die unglaubliche, aber wahre Geschichte vom Aufstieg und Fall des ugandischen Diktators Idi Amin. BIG DADA ist ein musikalisches Spektakel frei nach den Exzessen und Maßlosigkeiten eines der charismatischsten und schrecklichsten Diktatoren, der auch der „Schlächter von Afrika“ genannt wurde. Amin regierte Uganda mit der schlagenden Kraft seiner Fäuste, die ihm neun Jahre lang den nationalen Boxtitel im Schwergewicht gesichert hatten. Angeregt von den Kriegsereignissen in Zentralafrika und vom verantwortungslosen, zynischen Blick des Westens, der den Völkermord billigte, bringt Bailey eine "skandalöse, postkoloniale Revue" auf die Bühne. Die Geschichte des Schreckens wird in eine Art Comic-Show verwandelt, die die Fratze des Bösen am Ende wunderschön singen lässt...

Minderwertigkeitskomplex, Syphilis, Hypomanie, maßlose Dummheit… es gibt verschiedene Theorien, die sein brutales und unberechenbares Verhalten zu erklären versuchen. Er vertrieb tausende Siedler, ließ 350 000 Ugander ermorden und staffierte sich mit exaltierten Anzügen aus der Saville Row und protzigen Orden aus. Ganz Afrika jubelte ihm als Helden des postkolonialen Kampfes zu. 1979 marschierte er in Tansania ein, um seine aufständische Armee abzulenken, wurde jedoch selbst von einer tansanischen Gegenoffensive aus Uganda vertrieben. 2003 starb er friedlich in seinem Exil in Saudi-Arabien. Die Parallelen zu den aktuellen Ereignissen am Kap sind gewollt. Baileys Theater ist unterhaltsam und unbequem zugleich. Die Theaterkompanie „Third World Bunfight“ wurde 1996 von Brett Bailey gegründet. Während eines Aufenthalts bei Sangomas (traditionellen Heilern) im Osten Südafrikas wählte Bailey Laienschauspieler aus Townships und ländlichen Gegenden aus, um diese ausschließlich aus schwarzen Darstellern bestehende Truppe ins Leben zu rufen. Die Kompanie ist 2005 auch beim Festival desArts in Brüssel und bei den Wiener Festwochen zu sehen. Unterstützt vom Spier Arts Trust hat die Kompanie ihren Sitz im Spear Estate, wo sie im dortigen Restaurant Moyo täglich ein Afro-Fusion-Programm mit Tänzen und Musik zeigt.
Mit freundlicher Unterstützung durch das Goethe-Institut und die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.
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