SIMONE AUGHTERLONY – BARE BACK LYING
Premiere am 12. Januar, auch am 13. und 14. Januar 2006 / 20:00 Uhr / HAU 2


©Tine van Aerschot

«Wir können alles glaubhaft darstellen. Unsere Liebe ist echt. Unsere
Bewegungen sind Aufsehen erregend und kommen tief aus der
Seele. Geschichten werden erzählt und wieder erzählt und neu er-
zählt und nochmals erzählt, bis sie stimmig sind. Wir sind von Songs
besessen wie „Gonna take you for a ride“ oder „Do it to me one
more time“ oder „Tonight’s the night“. Mit größter Liebe zum Detail
werden wir Sie überwachen. Alle werden unsere Schönheit bestür-
zend finden. Vielleicht bebt dabei die Erde, wenn ja, werden Sie es
verdammt noch mal spüren! Die Witze, die wir erzählen, wenn wir
uns witzig vorkommen, werden sinnlos und lang sein. Ganz sicher
werden wir nicht so werden, wie Sie uns haben wollen.
Der Abend verspricht ziemlich witzig zu werden. Vermutlich müssen
Sie sich auf frontale Nacktheit gefasst machen. Und auch wenn wir
nicht gerne Versprechen brechen - vielleicht wird es sich nicht ver-
meiden lassen. Eventuelle Fuck-ups kaschieren wir und verwandeln
sie in neue, interessante Fuck-ups. Wir werden uns auf jeden Fall
große Mühe geben, Sie zu täuschen.“

„Bare Back Lying“ ist Simone Aughterlonys erste Gruppenarbeit und
entspringt dem Interesse an Lügendetektortests. Der Umstand, dass
wir uns in so vielen Bereichen des Lebens (und Sterbens) an linearen
Bewegungen orientieren und dadurch unsere Handlungen zu über-
wachen und zu dokumentieren versuchen, weitet das scheinbar ein-
fache Thema aus. Es geht um die komplexe menschliche Suche nach
Arten der Aufzeichnung, die helfen, Entscheidungen zu fällen: Ob wir
weiter hoffen oder Abschied nehmen, die Wahrheit sagen oder uns
Fantasien hingeben, ob wir tatsächlich glauben, dass die Erde gebebt
hat, nur weil wir es am eigenen Leib gespürt haben.

Mit Simone Aughterlony, Bibiana Beglau, Nicholas Lloyd, Thomas
Wodianka.

Koproduktion Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Productiehuis Rotterdam
(Rotterdamse Schouwburg) und HAU. Gefördert durch Präsidialdepartement
der Stadt Zürich, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia Schweizer
Kulturstiftung und den Haupstadtkulturfonds.