BARBARA WEBER – JACKO UNPLUGGED
18. Mai um 21.00 Uhr, 19. & 20. Mai um 22.15 Uhr und 21. Mai um 20.00 Uhr / HAU 3



Das Rezept: 3 Schauspieler, 1 Musiker, 14 Tage Zeit, Black Panther Party, The King of Pop, Peter Pan und Angela Davis, Schwarzer Soul, Rassismus und die Black Panther Party, Botox, weißes Puder und schwarze Camouflage, falsche Nasen und echte (Mikrofon-)Ständer.
Kaum jemand erinnert sich noch daran, dass der junge Michael Jackson als Kind der strahlende Star der Plattenfirma Motown war, die mit ihrem hitparadentauglichen Soulpop als kultureller Hoffnungsträger der Bürgerrechtsära diente. Der Traum des gewaltlosen Widerstands von Martin Luther King wurde in den 70ern zum Alptraum, nachdem black nicht mehr beautiful, sondern auch violent wurde. Der lustige Nigger wurde zum bewaffneten Stadtindianer. Auf dem Boden dieser Widerstandsbewegung spiegelt sich die popkulturelle Fata Morgana der 80er und 90er Jahre: Michael Jacksons Aufstieg zum Weltstar diente vielen als Allegorie für die Wohlstandsträume eines neuen schwarzen Mittelstandes. Er hätte der erste schwarze Megastar werden sollen und mutierte stattdessen zu einem weißen Untoten, einem Zombie auf einer unkontrollierten Achterbahnfahrt Richtung Neverland, der sich in den Kunstwelten des Showbusiness zwischen Mega-Konzerten und den Hyperrealitäten seiner Videos verliert. Seine physische Transformation vom schwarzen Mann zur postethnischen, geschlechtslosen Fantasiefigur; sein Gesicht, das einst für die Wandelbarkeit des Popstars stand, ist heute Zeichen des Freaks - verhöhnt von Boulevardpresse und weißen Rappern wie Eminem. Michael Jackson spielt bis heute Versteck - mit sich selbst, nur weiß er nicht mehr, wo er sich versteckt hat. Deshalb muss die Suche immer weiter gehen.

Eine Koproduktion von „auawirleben", Bern; Theaterhaus Gessnerallee, Zürich und HAU, Berlin.
Mit freundlicher Unterstützung des Präsidialdepartmentes der Stadt Zürich, Pro Helvetia, Fachstelle Kultur des Kantons Zürich und der Familien-Vontobel-Stiftung