LADY HAMILTONS ATTITÜDEN VON UND MIT LINDY ANNIS
8.-10. und 15.-17. Januar

Emma Hamilton (um 1765-1815), die zweite Frau des britischen Gesandten in Neapel, war berühmt für ihre Schönheit und ihr mimisches Talent, das als „Lady Hamiltons Attitüden“ in die Geschichte eingegangen ist. Inspiration für ihre „lebenden Bilder“ fand sie in Motiven der Antike, barocken Gemälden oder Goethes „Iphigenie auf Tauris“. Ihre Darbietungen waren gesellschaftliche Ereignisse. Im Hause Lord Hamiltons traf sich Europas Adel unddie Hochfinanz, Intellektuelle, bildende Künstler, Literaten und Musiker krönten Pompeji- und Vesuv-Reisen mit dem Besuch einer Vorstellung von Lady Hamilton. Vor der illustren Gästeschar wechselte die Dame des Hauses virtuos von einem Bild zum nächsten, gerade noch die nachdenklich hingegossene Madonna, war sie wenige Augenblicke später schon eine ekstatischaufgewühlte Bacchantin, Diana auf der Jagd oder ganz die strenge Venus.



In den Attitüden der Emma Hamilton spiegelt sich die ganze Pa-lette der Ikonen und Überfrauen von der Megäre bis zur Heiligen. Bilder, die sich gedanklich fortsetzen lassen bis zu den Sekretärinnen, Hausfrauen und Femmes Fatales in Cindy Shermans Schwarz-Weiß-Fotografien „Untitled Film Stills“. Lindy Annis nimmt die Spuren von

Emma Hamilton auf und schlägt den Bogen zur Künstlerin von heute – auf der Bühne des HAU 3.
Die amerikanische Performance-Künstlerin lebt und arbeitet seit1985 in Berlin und beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Ikonografie in Wort und Gestik und mit dem Bild der Frau als Selbstporträt, so in „Salome 7“ oder „My Life as a Circus: Jackie Onassis“. Ihr neues Stück besteht aus historischen und eigenen Texten und der Musik von Hans Peter Kuhn. In englischer und deutscher Sprache.
Gefördert durch die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin, und den Fonds Darstellende Künste e.V. aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.