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ZORA LANSON LÄDT EIN: „KULTURMETROPOLE BERLIN“ - LESUNG, KONZERT, CLUBABEND |
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9. Dezember 2003
20.30 Uhr Lesung und Debatte: „Erst die Subkultur macht Berlin zur Kulturmetropole“, Autor Boris Grésillon diskutiert mit Publikum und Gästen: Gerriet Schultz (WMF) und Gilles Duhem (Stadtplaner)
22.00 Uhr Musik: DJs: Der Samtbody und MS Wiesenfest (Goldmund)
23.30 Uhr Konzert: Electronic meets contemporary music: Apparat (shitkatapult) & David Haller (Ensemble Modern)
0.30 Uhr Musik: DJs: Miss Kittin (Mental Groove / Gigolo) & Carsten Jost (Dial / Sender)
Video Lillevän (Rechenzentrum / kitty-yo / Mille Plateaux) & Eve Hurford
Produktion olian
„UNE VILLE, DEUX MONDES“ (Boris Grésillon)
Kann die Berliner Subkultur einen Platz unter den Kulturmetropolen der Welt für sich beanspruchen? Wie ist sie entstanden, wie konnte sie sich zu dem entwickeln, was sie heute ist? Fragen, die auf den Nägeln brennen. Heute Abend sollen sie diskutiert werden, denn dieser Abend gilt ganz der Berliner Kulturszene.
Die Idee, eine Veranstaltung über die „Kulturmetropole Berlin“ ins Leben zu rufen, in der in gelöster Atmosphäre gleichermaßen gelesen, diskutiert und gefeiert werden kann, entstand mit der gerade erschienenen deutschen Übersetzung des Buches „Kulturmetropole Berlin“. In seinem Buch hatte der französische Autor Boris Grésillon die Entwicklung der Berliner Kultur unter historischen und geografischen Aspekten beschrieben. Mehr noch: „Der
Autor zielt auf eine Géographie culturelle, er sucht die Geschichte in ihren wechselnden Schauplätzen aufzuspüren und die historisch wechselnden Muster kultureller Interaktion im Gewebe der Stadt nachzuzeichnen“ (Bernhard Schulz, Tagesspiegel, 09.07.2002).
Das besondere Interesse von Boris Grésillon gilt den bewegten Jahren seit dem Mauerfall, den unterschiedlichen Bewegungen von „Hoch-“ und „Off-Kultur“. Nach 1990 bildete Mitte den Brennpunkt der kulturellen Neuausrichtung. Inzwischen hat sich die Off-Szene auch in Prenzlauer Berg und Friedrichshain ausdifferenziert. Zugleich wurde um den Potsdamer Platz ein neues Zentrum kommerzieller Kultur geschaffen, das wiederum auf deren historischen Ursprungsort rund um die Friedrichstraße verweist. So gesehen, hätte Berlin ein Jahrzehnt nach dem Mauerfall seine historische Polyzentralität wiedergewonnen. Aber bleibt diese kulturelle Struktur nicht eingeschlossen in den übergreifenden Zusammenhang einer noch immer getrennten Doppelstadt, wie Grésillon schreibt, „une ville, deux mondes“?
Mitwirkende (in der Reihenfolge ihres Auftretens)
Boris Grésillon: ist Doktor der Geografie, lehrt heute an der Université de Provence. Grésillon publizierte zahlreiche Veröffentlichungen über Stadt- und Kulturgeografie in Deutschland und Frankreich.
Gerriet Schultz: ist der Betreiber des Clubs WMF, derzeit ansässig im Café Moskau. Die zahlreichen Ortswechsel in Berlin illustrieren Grésillons Konzept der „wandernden Kulturorte“.
Gilles Duhem: ist Stadtplaner und ein ausgewiesener Kenner Berlins. Er arbeitete jahrelang für die Treuhand.
Der Samtbody und MS Wiesenfest: Die beiden DJs spielen Musik zum Zuhören und Unterhalten: „Wir bebildern Gehörspielwiesen, erzählen Geschichten für Innenohr und Rückenmark.“ Sie gestalten die legendären Goldmund-Abende und co-organisieren das Festival Camp Tipsy.
Apparat: Sascha Ring produziert elektronische Musik und ist Mitbetreiber des Berliner Labels shitkatapult. „Duplex“ heißt sein aktuelles Album.
David Haller: Der studierte Schlagzeuger spielt in verschiedenen Orchestern für zeitgenössische Musik, u. a. dem Ensemble Modern und tourte mit Steve Reich.
Miss Kittin: ist DJ, Produzentin, Sängerin und A&R-Beraterin. Die gebürtige Französin lebt seit einigen Jahren in Berlin. Für „Kulturmetropole Berlin“ verspricht sie eine Nacht von Experiment bis clubbigen Underground.
Lillevän: ist Videokünstler, mit seinen bewegten Bildern improvisiert er live in Museen und Theatern. Mit den Musikern Marc Weiser und Christian Conrad betreibt Lillevän das Bild-Ton-Kollektiv Rechenzentrum.
Eve Hurford: ist Videokünstlerin und lebt seit 1993 in Berlin. Mit ihren Bildern animiert sie Veranstaltungen in Medien-Festivals, Theatern und der Musikszene.
Zora Lanson: ist Lebenskünstlerin und lebt in Berlin. Lanson ist Gastgeberin der Zora Lanson-Veranstaltungen, nebenbei DJ-Muse und Texterin.
olian / Oliver ilan Schulz: ist Übersetzer, Veranstalter und Musikjournalist, er hat „Kulturmetropole Berlin“ vom Französischen ins Deutsche übertragen. Zugleich ist er Booker der Zora Lanson-Veranstaltungen und freier Musikjournalist.
ZORA LANSON Frisch in Berlin angekommen, wird Zora Lanson im Sommer 2001 Namenspatronin und Gastgeberin eines Clubs. Die Veranstaltungen in olians großzügiger Privatwohnung IV. Stock der Rosa-Luxemburg-Str. 13 sind schon nach wenigen Wochen hoffnungslos überfüllt. Sie organisiert die „Montags-Bar“ für Musikbegeisterte, Nachtlichter und allerlei kreative Freaks, plant darüber hinaus Veranstaltungen in unterschiedlichsten Locations.
Ursprünglich nur ein Experiment entwickelte sich „Zora Lanson“ zu einer festen Größe im Berliner Clubkontext zwischen Underground und experimentierfreudiger Unterhaltung.
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