|
Bartleby-Lectures. Die Vorträge folgen mit,’Text’, ‚Belagerung’, ‚Elemente’ und ‚Archiv’ vier Themenfeldern. Als Unterbrechungen von einer bis max. zwei Stunden öffnen sie den Raum für theoretische Reflektionen. Die Voraussetzungen der Theatermaschinerie und des Theaterraums sowie Bedingungen des Tuns und Unterlassens werden in der Reihe Elemente verhandelt. Kobe Matthys thematisiert unter dem Titel „Uses of Theatre“ die Spielregeln des Theaters: Welche Verträge gehen wir ein, wenn wir ein Ticket kaufen und ins Dunkel des Zuschauerraums treten? So wie die Rauminstallation unsere theatralen Wahrnehmungskonventionen in den Blick nimmt, untersucht Matthys vom Verhältnis Theater – Zuschauer aus die Bedingungen eines Theaterbesuchs. Daneben sprechen Ralf Stoecker über den „Wahren Bartleby“, der Architekt Christian Teckert und der Kunsthistoriker Andreas Spiegl zu “Raumgeflüster“. Die Überschrift Text beleuchtet Melvilles Text unter linguistischen, literaturwissen-schaftlichen und philosophischen Gesichtspunkten. Was sagt der Text? Was lässt er aus, wie ordnet er die Bezüge zur Zeitgeschichte und welche kulturellen Bedeutungsebenen überlagern sich hier? Der Philosoph Marcus Steinweg verhandelt ein „Subjekt ohne Subjektivität“, die Theaterwissenschaftlerin Barbara Gronau diskutiert mit dem Amerikanisten Ekkehard Koenig das „Auslassen und Veranlassen“ im indirekten Sprechakt. Cornelia Vismann, Kulturwissenschaftlerin, setzt sich mit „Traumbefehlen“ als einer Tat ohne Tat auseinander, während Christine Standfest Austins sprachwissenschaftliche These in „How not to do things with words“ verkehrt. Archiv geht den Rückständen nach, die sich über den Verlauf der Belagerung gebildet haben. Was ergibt sich aus dem angelagerten Material für die Frage nach den Bedingungen von Theater? Über das Thema Archiv im Allgemeinen unterhalten sich der Archivspezialist Wolfgang Ernst, die Philosophin Annette Bitsch und der Erkenntniskritiker Walter Seitter. Gini Müller und Gerald Singer stellen ein DEAD Letter Office vor, das über den gesamten Zeitraum Dokumente sammelt und vernichtet. Stefanie Wenner untersucht „Die Schrift als Raum Gottes“. Den zeitlichen und installativen Eingriff in den Theaterraum befragt das Stichwort Belagerung. Dazu thematisieren der Theaterwissenschaftler Hans Thies Lehmann und die Philosophin Juliane Rebentisch in ihrem Gespräch die räumliche und künstlerische Installation. Wie funktioniert der Raum des Hebbel-Theaters? Dirk Baecker entwickelt an dieser Frage entlang Thesen zu Oskar Kaufmanns Theaterentwurf, um ihnen mit den Denkgebäuden von George Spencer-Brown zu entgegnen. zurück zur Startseite |