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Foto: Thilo Mössner
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K.O. 16

... sezier dich nicht

Wahnlieder für Seelsinnige von Brahms, Mahler, Berg

Musiktheaterinszenierung von Studierenden der Studiengänge Regie der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und Bühnenbild der Universität der Künste Berlin
Die Produktion sezier dich nicht nimmt Kunstlieder von Johannes Brahms, Gustav Mahler und Alban Berg zum musikalischen Ausgangspunkt, macht sich auf die Suche nach den Fragmenten der erinnerten Vergangenheit und begegnet Tod und Teufel, Gott und Wahnsinn.

Erinnerungswalzer

Regie: Franziska Guggenbichler Beck
Bühne/ Kostüme: Maria Gamsjäger
Auf der Suche nach dem Weg zurück stöbert G. in seinen Erinnerungen. Es gab Nudelsuppe, im Radio lief Brahms, die Sonne schien zum Fenster rein, der Papagei war am Zwitschern... Stop? Wie hieß der Vogel nochmal? Die Erinnerung zerrinnt, sobald G. sie fassen will und gleichzeitig taucht sie nebelhaft immer wieder auf, wo er auch hinsieht. Die Welt der Erinnerung gerät ins Wanken und G. stellt sich die Frage: was war da wirklich? Der Versuch einer Rekonstruktion beginnt.

Mahlers Weltendualismus oder der Engel ist eine Kugel

Regie: Julia Lwowski
Bühne/ Kostüme: Günter Lemke
Ein Mensch muss sich mit dem Tod seines Kindes auseinandersetzen. Er verliert sich im Schmerz. Die Dinge entrücken ihm, nichts bleibt an seinem Platz, nichts erscheint so wie vorher. Ist das Einzige, was bleibt, die Flucht in den Wahn? Oder kann Gott mich in meinem Schmerz retten? Dieser Dualismus von Wahnsinn oder Seligkeit dominiert Mahlers Leben und sein Werk. Er selbst flüchtete sich aus der Realität in ein elegisches Bild von Schönheit in der Musik, so auch in den Kindertotenliedern, die von mystischer Dunkelheit umgeben sind. Sie verbreiten Angst, niemand will sie wegen des schlechten Omens singen. Wir rücken der schwelgerischen Schönheit der Musik mit absurden Bildern, phantastischen Objekten und der schwarzer Pädagogik des Struwwelpeters zu Leibe.

Der geschlossene Augenblick

Regie: Sina Schecker
Bühne/ Kostüme: Jennifer Hörr
Der geschlossene Augenblickthematisiert das Verhältnis des Menschen zur Zeit in Bezug auf die Spanne seines Lebens. Die beiden Vertonungen des Storm Gedichtes „Schließe mir die Augen beide“ von Alban Berg, von 1907 und 1925 werden zum Dreh- und Angelpunkt eines Lebens, in dem die Grenzen der Zeit aufgehoben sind. Was in der Vergangenheit begonnen hat, löst sich in der Zukunft ein. Die Figuren verirren sich in der Zeit, sind in ihr eingeschlossen, finden sich in immer wiederkehrenden Situationen, die doch nicht die Gleichen sind. Sie bewegen sich vorwärts und treten trotzdem auf der Stelle. Die Lieder von Berg werden durch zeitgenössische Kompositionen ergänzt, die sich in verschiedenen Genres mit dem Text von Theodor Strom auseinandersetzen. Die Neukompositionen werden in ihrer Unterschiedlichkeit und ihrem Gestus den verschiedenen Lebensaltern einer Hauptfigur zugeordnet. So entsteht ein Bild eines Lebens, das in seinem Fluss keiner Logik mehr folgt. Alles ist Ewigkeit und zugleich auch nur ein Augenblick.
Vergangene Termine
Oktober 2013
Produktion: HAU Hebbel am Ufer, HfM Berlin und UdK Berlin.