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Foto: Hertha Hurnaus
Bilder von Gewalt Filme von Haron Farocki & Gespräch mit Christine Cynn, Rabih Mroué, Volker Pantenburg, Rimini Protokoll
Foto: Hertha Hurnaus
Foto: © Harun Farocki, 2003
Erkennen und Verfolgen Film von Haron Farocki
Foto: © Harun Farocki, 2003
Foto: © Kunsthaus Bregenz / Markus Tretter / Harun Farocki 2011
Gegen Musik Film von Haron Farocki
Foto: © Kunsthaus Bregenz / Markus Tretter / Harun Farocki 2011
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Bilder von Gewalt

Filme von Harun Farocki
& Gespräch mit Christine Cynn, Rabih Mroué, Volker Pantenburg, Rimini Protokoll / Moderation: Bert Rebhandl

Das HAU zeigt zwei Filme des kürzlich verstorbenen Künstlers Harun Farocki, dessen Arbeit für den thematischen Zusammenhang der “Waffenlounge” von grundlegender Bedeutung ist. Im Anschluss spre­chen Filmregisseurin Christine Cynn, der Bildende Künstler Rabih Mroué und Medientheoretiker Volker Pantenburg mit Rimini Protokoll über Dokumentarismus und Darstellbarkeit von Gewalt. Die Beteiligten stellen Beispiele aus ihren Arbeiten vor. So zeigt Christine Cynn, Ko- Regisseurin von “The Act of Killing“ Ausschnitte aus “The Space Between" einer Dokumentation, die sie während der Proben von “Situation Rooms“ gedreht hat und welche zur Zeit fertig gestellt wird.

Filme von Harun Farocki

18.12. / 18:00 / HAU1 / Eintritt frei

Erkennen und Verfolgen (D 2003)
Regie, Buch: Harun Farocki
Länge: 58 Min.

Schon im Deutschland von 1942 gelang es, einer Fernlenkwaffe eine Fernsehkamera einzubauen. Diese Fernsehbombe kam nicht mehr zum Einsatz. Erst 1991, aus dem Krieg der Alliierten gegen den Irak, gab es öffentlich Bilder zu sehen, die von Kameras in der Spitze des Projektils aufgenommen waren. Von filmenden Bomben, von Selbstmord-Kameras, die sich ins Ziel stürzten. Meist Bilder von militärischen Anlagen, auch von zivilen Brücken, die aber leer dalagen. Es gab keine Menschen zu sehen. Es ist bezeugt, dass in diesem Krieg viele Menschen starben und auch, dass Menschen im Zielgebiet der Kamera-Bomben zu sehen waren, die aber wurden nicht verbreitet. Kriegsführung und Kriegsberichterstattung fielen zusammen. Solche Bilder werden militärisch erzeugt und ebenso kontrolliert. Man baut den Projektilen Kameras ein, um sie aus der Distanz steuern zu können. Es gilt, das gegnerische Feuer zu vermeiden. Damit wird der Gegner entrückt. Der heutige, hochtechnische Krieg rechnet nicht auf den Menschen, nimmt die menschlichen Opfer höchstens billigend in Kauf. (Harun Farocki)

Kamera: Ingo Kratisch, Rosa Mercedes
Recherche, Regieassistenz: Matthias Rajmann
Ton: Louis van Rouki
Schnitt: Max Reimann
Mitarbeit: Michael Baute, Kilian Hirt,Mike Jarmon, Ondine Rarey
Sprecherin: Margarita Broich
Redaktion: Inge Classen
Produktion:Harun Farocki Filmproduktion, Berlin, in Zusammenarbeit mit ZDF/3sat, 2003
Format: Video, Farbe


Gegen-Musik (D/F 2004)
Zwei-Kanal-Installation
23 Min.,Video, Farbe, S/W

Die Stadt ist heute ebenso rationalisiert und geregelt wie ein Produktions-Prozess. Die Bilder, die heute den Tag der Stadt bestimmen, sind operative, oder Kontrollbilder. Repräsentationen zur Regelung des Verkehrs, mit Auto, Eisenbahn, Metro, Repräsentationen zur Bestimmung der Höhen, auf denen die Transmitter der Funktelefon-Netze aufgestellt werden, zum Erkennen der Löcher in den Funknetzen. Bilder aus Thermo-Kameras, mit denen der Wärmeverlust der Häuser untersucht wird. Und digitale Nachbildungen der Stadt, dargestellt mit weniger Haus- oder Dachformen, als im 19 Jh. zur Anwendung kamen, als die geplanten Industrie-Städte errichtet wurden, so auch die Agglomeration Lille. Trotz der Boulevards, der Promenaden, Marktplätze, Arkaden und Kirchen sind diese Städte schon Wohn- und Arbeitsmaschinen. Auch ich will also ein "Remake" der Stadtfilme, allerdings mit anderen Bildern. Schon die wenige Zeit und die beschränkten Mittel gebieten, sich auf ein paar wenige, exemplarische Kapitel zu beschränken. Fragmente, oder Vorstudien. (Harun Farocki)

Regie, Buch: Harun Farocki
Mitarbeit: Matthias Rajmann
Kamera: Ingo Kratisch
Ton: Matthias Rajmann
Fertigung: Max Reimann
Kurator: Pascale Pronnier
Produktionsleitung: Matthias Rajmann, Olivier Rignault
Produktion: Le Fresnoy, Tourcoing, Lille 2004, capitale européenne de la culture, Délégation aux Arts
Platiques, Fonds Image / Mouvement Centre National de la Cinèmatographie, Fonds DICREAM
Vergangene Termine
Dezember 2014
Englisch mit deutscher Simultanübersetzung
Präsentiert im Kontext von House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union.