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Foto: Dieter Hartwig
Gespräch haben / Ohne Worte von Martin Clausen und Kollegen
Foto: Dieter Hartwig
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Gespräch haben / Ohne Worte von Martin Clausen und Kollegen
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Gespräch haben / Ohne Worte von Martin Clausen und Kollegen
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Martin Clausen und Kollegen

Gespräch haben / Ohne Worte

Im Rahmen des “Performing Arts Festival Berlin 2017"

Gespräche sind mehr als Informationsaustausch. In ihnen findet Begegnung statt, durch sie treten Menschen in Beziehung, teilen nicht nur etwas, sondern sich selbst mit. Verständigung hingegen ist nicht garantiert. Unterhaltsame Konversation, hitzige Debatte oder sachliche Unterredung: jeder Dialog birgt das Risiko seines Scheiterns in sich. In unserer Dating- und Coaching-Gesellschaft sind Strategien gelingender Kommunikation und der Versuch, vermeintliche Fehlleistungen durch das Erlernen von "produktiven“ und "guten“ Verhaltensmustern zu vermeiden, populär. Ein lukrativer Dienstleistungsmarkt ist entstanden, dessen Waren selbst wiederum aus Gesprächen in Form von Beratungen bestehen: „Sei deeskalierend! Sei konstruktiv! Sei konsensorientiert! Sei authentisch! Sei transparent!“ – so, oder so ähnlich, lautet das imperative Mantra des vermeintlichen Erfolgreich- Glücklich-Werdens. Inmitten eines Szenarios von Gesprächsrunden und Verkaufsdialogen zelebrieren Martin Clausen, Rahel Savoldelli und Peter Trabner formelle und informelle, funktionale und dysfunktionale Kommunikationsformen. Dabei üben sie sich in tragikomischen Annäherungen, im Halten und Verlieren von Kontakten: Wenn ein Gespräch nicht mehr möglich ist, seine Mittel aufgebraucht scheinen, wenn gegenseitiges Unverständnis, Vertrauensbrüche und Verteidigung vorherrschen, führen sie den Kontakt mit anderen Mitteln weiter. Wilde Prügeleien, vergebliche und mehr oder weniger erfolgreiche Animationsversuche schlaffer Körper, Quälereien ebenso wie herzliche bis erotische Kontaktaufnahmen folgen.

Gespräch haben - Ohne Worte beschreibt Szenen, die jenseits verbaler Erklärungen und dennoch kommunikativ wirksam sind. Darin verteidigen Martin Clausen und Kollegen mit anrührender Verve die Schönheit von Momenten des Nicht-Verstehens, sezieren die Synchronizität von Sprache und Gesten und legen mögliche und unmögliche Beziehungsgeflechte frei. Lustvoll verweilen sie beim Negativen, in bewusster Bejahung von Zuständen des Un-Vernehmens, des Un-Wissens und der Un-Fähigkeit als unentbehrlichem Teil zwischenmenschlicher Kommunikation. Eine gesprochene und non-verbale Performance mit musikalischen Elementen der solistisch wie als Band agierenden Musiker Doc Schoko, Mario Schulte und Harald Wissler.
Deutsch
ca. 80 Minuten
Performance
Martin Clausen, Rahel Savoldelli, Peter Trabner
Musik
Mario Schulte, Doc Schoko, Harald Wissler
Raum/Objekte
Ivan Bazak – Karpatentheater
Licht
Benjamin Schälike
Kostüme
Lisa Kentner & Malena Modéer
Konzept
Martin Clausen, Johannes Hock
Mitarbeit
Werner Waas, Mia Sellmann
Produktion & Presse
björn & björn
Premiere am 9.4.2014
Wiederaufnahme am 17.6.2017
Produktion: Martin Clausen und Kollegen. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.