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Krise der großen Form?!

Eine Debatte zum Abschluss der Kampagne BERLIN TANZT über die Möglichkeiten und Grenzen großer Tanzproduktionen

Mit Alain Platel, Virve Sutinen, Sabrina Sadowska, Rüdiger Schaper, Colette Sadler
Moderation: Elisabeth Nehring

Die performativen Künste und ganz besonders der zeitgenössische Tanz bewegen sich seit vielen Jahren Richtung ‚kleine Form’. Zahlreiche Choreographen arbeiten mit einer geringen Tänzerzahl, wenig technischem Aufwand und in intimen Räumen außerhalb der traditionellen Bühnen oder Strukturen. Auch Festivals und etablierte Theater präsentieren zunehmend kleine, innovative Formate anstelle großer, d.h. personell und technisch aufwändiger Tanzproduktionen. Zum Abschluss der Kampagne BERLIN TANZT lädt das Tanzbüro Berlin exponierte Fachleute und Künstler ein, über die Ursachen dieser Entwicklung und die Bedeutung der Vernachlässigung der Großformate für Gesellschaft und Institutionen zu diskutieren.

Wo sind heute die großen, erfolgreichen und sinnstiftenden Tanzproduktionen – und vermisst sie jemand? Können viele kleine Formate sie ohne weiteres ersetzen? Die Podiumsdiskussion will dem Begriff der ‚großen Form’ auf die Spur kommen und geht in ihrer Fragestellung noch weiter: basiert die Tendenz zu kleineren Formaten auf konzeptuell-ästhetischen Gründen oder hat sie ihre Ursache allein in ökonomischen Zwängen? Ist diese Entwicklung Spiegel gesellschaftlicher, ‚zeitgeistiger’ Veränderungen, Produkt jener Rahmenbedingungen, die von der Kulturpolitik gesetzt werden oder Schlussfolgerung rein pragmatischer Überlegungen, wie z.B. die Gastspielfähigkeit von Bühnenproduktionen? Welche künstlerischen Visionen würden zeitgenössische Choreographen umsetzen, wenn ihnen die Möglichkeit des ‚großen Produzierens’ gegeben wäre? Und welches Publikum wäre die Zielgruppe für die ‚großen Produktionen’ von heute?

Die im Januar und Februar diesen Jahres präsentierte Imagekampagne BERLIN TANZT findet bereits zum zweiten Mal statt und zeigt u.a. in Kinospots, auf Plakatwänden und im Netz das Berliner Wappentier als leidenschaftlich begabten und engagierten Tänzer. Das Tanzbüro Berlin in Kooperation mit den Tanzbühnen Berlins, die Initiatoren der Kampagne, bündelt und bewirbt die Aktivitäten der enorm vielfältigen Berliner Tanzlandschaft – sowie die tanzcard, mit der Besucher kostengünstig Eintrittkarten für die meisten Tanzveranstaltungen Berlins und im Umland erwerben können. Mit über 22 großen und kleinen Bühnen für den Tanz, 1200 Tanzveranstaltungen und rund 350.000 angebotenen Plätzen im Jahr, geschätzten 1.500 professionellen Tänzern und 200 Choreographen, sechseinhalb Tanzfestivals, vier Tanzstudiengängen an drei verschiedenen Universitäten, unzähligen staatlichen und privaten Ausbildungsstätten ist Berlin eine der großen, anspruchsvollen Tanzmetropolen in Europa.

Vergangene Termine
März 2014
In englischer und deutscher Sprache
Eine Veranstaltung des Tanzbüros Berlin und der tanzcard-Partner in Kooperation mit dem HAU Hebbel am Ufer