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Foto: Marcus Lieberenz

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Phantasma und Politik #11 – Die Verantwortung der Kunst

Mit Tom Holert, John Roberts, Brigitta Kuster, Beatrice von Bismarck /
Moderation: Helmut Draxler

Kunst zu machen, womöglich nur noch um ihrer selbst willen, das scheint heute nicht mehr genug zu sein. Angesichts der vielfältigen ökologischen, sozialen und ökonomischen Krisen werden die Stimmen, die ihr Verantwortung zuweisen, immer lauter. Die heikle Frage nach ihrer Legitimität wird unter Rückgriff auf ethische Imperative, mit einem Mehr an Engagement und Aktivismus beantwortet. Wer von der Verantwortung der Kunst spricht, muss jedoch problematische Vorannahmen in Kauf nehmen. Beansprucht wird eine Zuständigkeit für Verhältnisse, die außerhalb der Reichweite der eigenen Handlungsmöglichkeiten liegen. Es entsteht unweigerlich ein Moment der Distanz und der Überforderung. Genau dafür ist der Begriff aus postkolonialer Perspektive auch kritisiert worden. “Verantwortung” impliziert “Verantwortung für andere” und etabliert so eine Hierarchie der sozialen Positionen. Im Bereich der Kunst oder des Theaters kann Verantwortung ohnehin nur dargestellt oder gezeigt werden. Schon an diesem Punkt kommt die genuin ästhetische Kategorie des “Scheins” ins Spiel und unterläuft die Möglichkeit einer Reduzierung des Problems auf rein ethische Begrifflichkeiten. Die letzte Folge des diskursiven Projekts Phantasma und Politik nähert sich den Ambivalenzen des Verantwortungsbegriffs in seinen politischen, sozialen und kulturellen Dimensionen. 
Vergangene Termine
Mai 2015
Englisch
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.