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HAU Hebbel am Ufer und Sophiensæle präsentieren

100° Berlin Festival 2013

Das 10. lange Wochenende des freien Theaters

100° Berlin feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum! Erneut öffnen das HAU und die Sophiensæle ihre Bühnen für einen viertägigen Marathon mit Aufführungen im Stundentakt. Es wird eine berühmt-berüchtigte Mischung aus Performance, Schauspiel, Musiktheater, performativen Lesungen und Tanzprojekten von bekannten Künstlern und noch zu entdeckenden Talenten präsentiert. 
Am HAU Hebbel am Ufer laden unter anderen MERCIMAX zu ihrer performativen Installation coffee&prejudice. In einer One-on-One-Situation werden die Zuschauer herausgefordert ihre eigene Urteilskraft zu testen. Wie viel  Information braucht es, bis eine Person verdächtig erscheint und welche Umstände bilden das Urteil des Zuschauers?
Miriam Jakob vergleicht in ihrer Performance Friday, 1.23.1915 [sic] 'as usual, sorry that I do not always' die inneren Konflikte des Anthropologen und einer Performerin. Jakob ist inspiriert von Tagebüchern des Wissenschaftlers Bronislaw Malinowski, die ihn als zweifelhafte und hypochondrische Person entlarven, gefangen zwischen seinen Erwartungen, selbstdisziplinarischen Maßnahmen und unvermeidlichem Scheitern.   
Und was heißt es, wenn ein geflügeltes Cartoonpony die großen linken Symbole des 19. und 20. Jahrhunderts ersetzt? Ist das noch Nerdtum oder schon Anarchie? Jörg Albrecht /Gerhild Steinbuch zeigen in FRIENDSHIP IS– Ein Diavortrag über Ponyville, in Kostümen welche Utopien noch auf uns warten. Oder sind sie längst da?
"It's more important to be human, than to have good taste" -  ONE IS ALMOST NEVER heißt die Performance von Elpida Orfanidou, die sich dem Fehlerhaften und Unfertigen widmet. Traditionelle Klänge, atmosphärische Tänze und gewöhnliche Objekte werden zu einer tragisch-komischen Performance versponnen. 
In seiner Arbeit Further Studies Towards Another Miraculous (Still under construction) beschäftigt sich Frank Willens mit der genuinen Präsenz des Performers auf der Bühne. Was passiert, wenn er mit jeder Zelle seines Seins, jedem Kern seines Könnens, jeder Erfahrung - also mit allem, was sein Wesen ausmacht - eine leere Bühne betritt? 
Die Frage, wie Performer als Subjekte dem Publikum gegenübertreten, beschäftigt auch cobratheater.cobra in ihrem Stück 马马 虎虎 - Ma Ma Hu Hu. Sie kämpfen, tanzen, träumen und spielen mit den Strategien der Verführung.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige musikalische Produktionen. Die Musikerin Christine Hasler erzählt in ihrem Singer-/Songwriter-Projekt Lia Sells Fish ihre ganz eigene Geschichte zwischen Liedern, Selbstdarstellung und ehrlicher Kunst. ICH – ein polyphrenischer Musiktheaterabend von dem Pianist Panagiotis Iliopoulos ist eine Polyphonie aus Klang, Geräusch, Rhythmus, Wort und theatralischer Aktion für einen Pianist / Performer und einen Beobachter über Multitasking und die Anforderungen an den modernen Menschen. Außerdem wird Jakob Weiß auf Grundlage eines Librettos von Kurt Schwitters ZUSAMMENSTOSS - Voraussichtlich Groteske Oper für den Weltuntergang zeigen. 
Außerdem wird es in diesem Jahr eine Kooperation mit Mitglieder des Studiengangs für Szenisches Schreiben der UdK geben. Am HAU werden unter anderem Bühnenstücke von Bonn Park, Michel DecarThomas Köck und Heidi Fuchs gezeigt.
Als Rahmenprogramm werden die Studierenden außerdem verschiedene Lesungsformate, Hörstationen und performative Textinstallationen einrichten, so dass sich rund um das 100° ein Wortgeflecht spinnt.
Im Rahmenprogramm fassen die Mitternachtssprecher ihre Erlebnisse des Tages zusammen. Der LAFT wird mit einem Beratungsangebot auf dem Festival vertreten sein und Studierende des Fachs Kulturjournalismus werden die Festivalzeitung 100Wort gestalten. Am Ende des Festivals kürt eine Fachjury aus jungen Festivalmachern die Preisträger, die ihre Produktionen dann beim Best of 100° am 16. und 17. März noch einmal im HAU zeigen. Nach dem täglichen Theatermarathon wird natürlich bis in den frühen Morgen gefeiert und getanzt. Dabei werden im WAU unter anderem The MicronautSwam:Thing, pdee oder auch SpatzHabibi die Nächte einheizen. 100° bedeutet vier Tage Ausnahmezustand. 

Gewinner HAU

Jurypreis HAU 1
Miriam Jakob in cooperation with Felix Classen - „Friday, 1.23.1915 [sic] ‘as usual, sorry that I do not always...‘
Friday, 22.02. 2013: We fell in love. We just saw a piece. A performer, alone on stage, her voice recorded and played by a walkman. Fog.
X: "that’s best so far"
Y: "well, agreed, but let me think..."
Saturday, 23.02.2013: We’re still in the delusion of the jungle.
Y: "I see some incoherency, there is a lack of continuity, she forgot, she did not see..."
X: "yes, but that’s the point in a way, this is a part of it!"
Sunday, 24.02.2013: Finally the fog dispersed. We see now. We realize that we do no longer want to judge over works, "we don't know if they are laughing or angry", we have to admit that our decision could be doubted. So, what did we see?
We saw the perfect merge of well-done research and art, looped and multi-leveled, self-reflecting and self-inquiring.
We are in love.
Tuesday, 20. 08.2013: Still in love.

Jurypreis HAU 2
Cobrajulianfrancisbisesi.cobra - "La Roman de la Rose"
"If you don't go crazy you're not normal."
Cobrajulianfrancisbisesi.cobra machen in "La Roman de la Rose" die Konzeptlosigkeit zum Konzept und schludern Momente von Magie auf die Bühne. Erst gibt's Alibikaffe und Symbolismusplätzchen, dann den besten Altherrenwitz der letzten 20 Jahre und auf einmal prügeln sich alle. Ohne Rücksicht auf Sehkonventionen und zeitgenössischen Diskurs. Eine Perle des nebenbei autobiographischen Theaters. Und die schönste Auflösung zwischen Publikum und Bühne seit langem.

Jurypreis HAU 3
The Detectives and Mariona Naudin - "VIP, a homage to Severiano Naudin"
Mariona Naudin shares with us her life - her identity. Her piece is personal but gives in a soft and subtle way a general introduction to the theme identity. She draws lines between historical european characters and her ancestors. Trying to tell us that there is no coincidence and that cosmic unconciousness really exists. We saw a truely honest and joyfull work with a charming sense of humor and without bitterness. A balanced composition of acting, dance, music and media performance.

Publikumspreis
Prèsnéts Presents - "SCHWARZMARKT der GEFÜHLE"

Die Goldene Strumpfhose - Publikumspreis für das unvergesslichste Kostüm- gestiftet vom Kostümkollektiv Berlin: Atelier für physisches Theater - "Ist hier Krieg?"

Gewinner Sophiensæle

Jurypreise
MDVZ - "Tanz Europe Express"
Ana Mendes - "Dance Play"

Publikumspreis
Henrike Iglesias - "Wir kommen nicht aus dem Showbiz"

Die goldene Strumpfhose - Publikumspreis für das unvergesslichste Kostüm
Herrman Simons - "Sexutopia 2113"

21.–24.02.2013

Eine Veranstaltung von Sophiensæle und HAU Hebbel am Ufer