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CTM Festival 2015 – Un Tune

24.1.–1.2.2015 / HAU1, HAU2

Mit herausfordernden Konzerten und Performances erforscht das CTM Festival seit nunmehr 16 Jahren die Möglichkeiten und Grenzen von Musik. Dabei eröffnet das Programm nicht nur ungewöhnliche Erfahrungsräume, sondern befragt die zeitgenössische Musik auf ihr kritisches Potenzial im Hinblick auf kulturelle und gesellschaftliche Diskurse.

Unter dem Titel “Un Tune – Exploring Sonic Affect” befasst sich die aktuelle Ausgabe mit der leiblichen Erfahrung von Frequenzen, Klang und Musik. Im Mittelpunkt des Interesses stehen Phänomene wie Bioakustik, Ambient, Flicker, Brainwave Entrainment, Binaural Beats, Biofeedback, Psychoakustik, Neo-Psychedelik, hypnotische Repetition, Noise und Subbass-Vibrationen. Die auf dem Festival vertretenen Künstlerinnen und Künstler nutzen die affektiven Möglichkeiten von Geräuschen, Frequenzen und Bildern. Sie rücken so menschlichen und nicht-menschlichen Körpern auf ebenso beunruhigende wie emphatische Weise nahe.

Das experimentierfreudige Programm beginnt mit der Premiere einer Arbeit, die das Soundwalk Collective zusammen mit der amerikanischen Fotografin Nan Goldin und der Videokünstlerin Tina Frank konzipiert hat. Sie trägt den Titel “A Memoir of Disintegration” und basiert auf Texten des New Yorker Künstlers und Aktivisten David Wojnarowicz. Die von Thomas Ankersmit auf einem Modularsynthesizer erzeugten Frequenzen regen unser Ohr an, eigene Töne zu “halluzinieren”. Rose Kallal und Mark O Pilkington kombinieren dissonante Drones und abstrakte psychedelische Filmexperimente zu einem desorientierenden Bewusstseinsstrom.

An den folgenden acht Tagen versprechen Arbeiten von Künstlern wie Lucio Capece, Pierce Warnecke & Matthew Biedermann, Electric Indigo & Thomas Wagensommerer, Marcus Schmickler, Emptyset, TeZ, Sol Rezza, Pierre Alexandre Tremblay und TCF intensive Auseinandersetzungen mit Affektpotenzialen und ermöglichen auf unterschiedlichste Weise dezentralisierende, vielleicht sogar transgressive Erfahrungen. Bei den Konzerten von Jenny Hval & Susanna, Simian Mobile Disco oder Craig Leon, der bereits Suicide, Blondie und den Ramones zu ihrem einzigartigem Sound verhalf, kommen sicher auch die Pop-Aspekte nicht zu kurz.

Das vollständige Programm ist unter www.ctm-festival.de zu finden.
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadkulturfonds, der Initiative Musik, der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien und des Programm Kultur der Europäischen Union. In Zusammenarbeit mit transmediale, Kulturprojekte Berlin, Deutschlandradio Kultur Hörspiel/ Klangkunst, ECAS und dem Elektronischen Studio der Technischen Universität Berlin. Unterstützt durch das Goethe-Institut, ARCADI, Centre National de Cinéma, Région Rhône-Alpes, Le Cube, Crossed Lab, Bandits-Mages / EMARE Canada, Botschaft von Kanada.