Logo des Hebbel am Ufer

Violence of Inscriptions

Ein Projekt von Sandra Noeth und Arkadi Zaides
#1–5

30.6.+1.7.2017

“Violence of Inscriptions“ setzt sich mit menschlichen Körpern auseinander, die politischer oder sozialer Gewalt ausgesetzt sind. Ansatzpunkte sind die Physikalität und die Performativität, die der Körper in die Diskussion einbringt sowie die Frage nach den Möglichkeiten der kritischen Reflexion struktureller Gewalterfahrungen mit künstlerischen, diskursiven, und aktivistischen Mitteln.

Das serielle Projekt wird zwischen 2016 – 2018 in Zusammenarbeit mit dem HAU Hebbel am Ufer entwickelt und an bestehende Arbeiten der Dramaturgin und Kulturwissenschaftlerin Sandra Noeth und des Choreografen und Performers Arkadi Zaides ansetzen. Um auf die Komplexität des Themas und seine ideologischen, politischen, ethischen und rechtlichen Implikationen zu reagieren, ist das Projekt in fünf Kapiteln angelegt, die die Fragestellung auf spezifische Aspekte bzw. Spannungsfelder herunterbrechen, dies können sein:

#1 Erfahrung – Repräsentation (4.+5.3.2017)
#2 Widerstand - Teilhabe
#3 Kollektivität – Singularität
#4 Verantwortlichkeit – Handlungsfähigkeit
#5 Menschenrechte – Performativität des Rechts

Jede Ausgabe von “Violence of Inscriptions“ bringt eine internationale Gruppe von Künstler*innen, Theoretiker*innen, Menschenrechtsaktivist*innen und Expert*innen aus anderen Feldern und Disziplinen in einem mehrtägigen Workshop-Treffen zusammen. Dieser interne Teil des Projekts wird von einem öffentlichen Programm mit künstlerischen Arbeiten, Filmvorführungen, Installationen, Vorträgen und anderen dialogischen Formaten am HAU Hebbel am Ufer begleitet.

Violence of Inscriptions #2: On Resilience

30.6.+1.7.2017

Was ist der Verletzbarkeit des Körpers gegenüberzustellen? An­gesichts von Situationen sozialer und politischer Gewalt oder persönlichen Leids ist die Idee eines resilienten Körpers drängender denn je. Im Rahmen der zweiten Ausgabe von “Violence of Inscriptions” beschreibt Resilienz die Fähigkeit des Körpers, sich strukturellen Gewalterfahrungen zu widersetzen ebenso wie seine Fähigkeit, diesen standzuhalten, wieder in Form zu finden, und sich und seine Umwelt neu auszurichten. Neoliberale Ideen von Veränderung, Flexibilität und Elastizität laden den Begriff ebenso auf wie Praktiken der Fürsorge und der Heilung.
Das zweitägige Programm besteht aus einer Performance, Vorträgen, Film, Choreografie und Dialog. Ausgehend von der jeweiligen Praxis der eingeladenen Künstler*innen und Theo­re­ti­ker*innen geht es um die Frage, wie wir uns angesichts struktureller Gewalt positionieren: Wie passen wir uns unseren sozialen, politischen und institutionellen Umfeldern an bzw. wie reflektieren wir sie kritisch? Und welche Rolle nehmen Körper und Bewegung dabei ein?  

Violence of Inscriptions #1: Erfahrung und Repräsentation

4.+5.3.2017

“Violence of Inscriptions #1: Erfahrung und Repräsentation“ ist das erste Kapitel einer Reihe von künstlerischen und theoretischen Reflektionen zu menschlichen Körpern, die struktureller Gewalt ausgesetzt sind. Die einzelnen Kapitel werden 2017/2018 in Zusammenarbeit mit dem HAU Hebbel am Ufer präsentiert. In ihrer Einführung gehen Arkadi Zaides und Sandra Noeth von der Performativität und Physikalität aus, die Körper und Bewegung in die Diskussion einbringen. Entlang des Programms stellen sie die Frage, wie sich mit künstlerischen, diskursiven und aktivistischen Mitteln Erfahrungen struktureller Gewalt darstellen und kritisch reflektieren lassen. Ein wesentlicher Punkt ist, dass strukturelle Gewalt oftmals erst in ihren Nachwirkungen und ihren graduellen Ausdehnung wahrgenommen werden kann. Entsprechend schlägt sie sich nicht in spektakulären und explosiven Bildern nieder, was die Gefahr birgt, dass die strukturelle Gewalt im offiziellen Gedenken und der strategischen Planung, in Archiven, Dokumentationen und Medien nicht hinreichend dargestellt (und unterschätzt) wird. Daher wird es bei “Violence of Inscriptions #1“ nicht allein um die kritische Reflektion der Mittel und Strategien gehen, die Kunst und Diskurs bereithalten, um das Bewusstsein für die erwähnten Phänomene zu steigern; vielmehr geht es auch um die Grenzen unseres Engagements, die Schwellen der Empathie und das alles andere als einfache Verhältnis zwischen der tatsächlichen Gewalterfahrung und ihrer Repräsentation.
Ein Projekt im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.