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Der Maulwurf macht weiter

Tiere / Politik / Performance

26.9.–8.10.2017 / HAU1, HAU2, HAU3

Festival mit Arbeiten von Fahim Amir, Myriam Van Imschoot, Nicoleta Esinencu, Jack Halberstam, Bruno Latour / Frédérique Aït-Touati, Amanda Piña & Daniel Zimmermann, Alexandra Pirici, Philippe Quesne, Cord Riechelmann, Felix Stalder, Midori Takada, Oxana Timofeeva, Sarah Vanhee, Mariana Villegas, Raluca Voinea, ZONAL

Foto aus "Die Nacht der Maulwürfe" von Philippe Quesne
Pelzige Riesentiere rollen Gesteinsbrocken durch ihre Höhle, freuen sich über Regenwürmer, musizieren und kopulieren. Doch was possierlich beginnt, endet in einem Gemetzel. Was hat der Maulwurf vom Menschen, was der Mensch von ihm? Mit der Figur des blinden Tunnelgräbers transportiert der Regisseur und bildende Künstler Philippe Quesne in seinem neuesten Stück "Die Nacht der Maulwürfe" eine andere Perspektive in unsere Vorstellungswelt: von unten geht der Blick nach oben, von der Unterwelt an die Oberfläche. "Ich will verstehen", so Quesne, "wie man sich vor der Welt schützt und sich von ihr abkoppelt, wie man von unten über sie nachdenkt statt von oben." Die als klassische Einzelgänger bekannten Maulwürfe bilden in Quesnes Stück eine Gemeinschaft. Doch sind sie nicht bloß Allegorien für die Menschen; sie sind Tiere und Menschen zugleich. Im Experimentierraum der Höhle wird die Frage verhandelt, wie in einem ganz anderen Kontext neue Formen des Zusammenlebens er- und gefunden werden können.

Der Zoologe, Philosoph und Journalist Cord Riechelmann wird in seinem titelgebenden Vortrag "Der Maulwurf macht weiter" einen Blick auf das reale Leben der Maulwürfe richten, der in ein Nachdenken über eine andere Relation zwischen Mensch und Tier, aber auch über andere mögliche Bilder von (nicht-menschlicher) Gesellschaft mündet.

Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch die Bundeszentrale für politische Bildung.