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Houseclub

Als Teil des Begleitprogramms des HAU Hebbel am Ufer finden unter dem Label Houseclub seit 2011 regelmäßig Workshops für Jugendliche statt. Sie sind in der Regel auf die Dauer von einem Monat festgelegt. Der Houseclub ist ein auf die Interessen von Schüler*innen und Jugendlichen zugeschnittener Ort des Dialogs und des Austauschs mit den Mitteln des zeitgenössischen Theaters und Tanzes.

Der Houseclub ist zugleich ein Residenzprogramm: Das HAU lädt Künstler*innen ein, die dem Haus in inhaltlicher und ästhetischer Hinsicht verbunden sind. Im Kontakt mit den jungen Akteur*innen entwickeln sie Strategien, sich und ihre künstlerischen Ideen verständlich zu machen. Für die Schüler*innen selbst ist der Houseclub oft die erste Berührung mit dem Theater. In engem Kontakt mit den Künstler*innen begegnen sie unterschiedlichen Modellen des Denkens und der Meinungsäußerung. Ob beim Puppenbasteln mit der Gruppe Creaturephonic, beim Krachkonzert mit selbstgebastelten Instrumenten unter Anleitung des Kollektivs musiktheater bruit! oder bei Videopräsentationen über die eigenen Leidenschaften nach dem Vorbild des Performers Damian Rebgetz – um nur einige Beispiele zu nennen – am Ende der Workshops mit den Profis präsentieren die Schüler*innen eigene Arbeiten, die die Zuschauer*innen regelmäßig mit Witz, Kreativität und Intensität begeistern.

Theater und Schulen sind Institutionen mit ganz unterschiedlichen Aufträgen. Die seit vielen Jahren bestehende intensive Partnerschaft zwischen dem HAU Hebbel am Ufer und der in unserer unmittelbaren Kreuzberger Nachbarschaft gelegenen Hector-Peterson-Schule ist daher ein Glücksfall. Denn eine gute Partnerschaft kann nur dauerhaft bestehen, wenn sie kontinuierlich und intensiv gepflegt wird. Das gilt in der Liebe, aber auch im Hinblick auf die Arbeit mit Jugendlichen. In letzterem Fall kann das nur mit Unterstützung engagierter Lehrer*innen und einer Schule funktionieren, die dem Theater viel Platz einräumt. Die Tageszeitung taz hat der Hector-Peterson-Schule ein ausführliches Protrait gewidmet (nachzulesen in unserer Mediathek).

Der Houseclub ist ein unverzichtbarer Bestandteil des HAU Hebbel am Ufer. Leider ist eine solche Einrichtung der kulturellen Bildung für Jugendliche nicht allein aus dem Eigenetat des Hauses finanzierbar. Daher ist der Houseclub auf Partnerschaften und eine regelmäßige Förderung durch Drittmittel angewiesen. So konnten bei “We like China and China likes us” von 2012 bis 2014 Dank der Förderung durch den TANZFONDS Künstler*innen und Jugendliche über zwei Jahre lang voneinander lernen. Neben der konkreten Arbeit an den drei Inszenierungen, die im April 2014 im Rahmen eines Festivals präsentiert wurden, besuchten die Schüler*innen ein Seminar zur Geschichte und Theorie des Tanzes, setzten sich mit dem Leben und Werk von Joseph Beuys auseinander, waren im Museum und sahen Theatervorstellungen. 2016 feiert der Houseclub fünfjähriges Bestehen. Unter dem Titel „Arbeit Liebe Geld – 5 Jahre Houseclub“ gab es, mit Förderung durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung, ein besonderes Geburtstagsprogramm. In Zuge dessen erschien in der HAU-Publikationsreihe eine Sonderausgabe zur Arbeit des Houseclubs:
HAU-Publikation "Arbeit, Liebe, Geld – 5 Jahre Houseclub"
2016 erscheint das Buch "Kunst ist normal – Wie die Hector-Peterson-Schule zu ihrem künstlerisch-kreativen Schulprofil kam" im Alexander Verlag, herausgegeben von der Journalistin Michaela Schlagenwerth. Auszüge aus dem Buch sind in unserer Mediathek veröffentlicht: Annemie Vanackere spricht im Interview mit Michaela Schlagenwerth über die Bedeutung des Houseclubs für die Arbeit des HAU Hebbel am Ufer und Julia Schreiner stellt die Herausforderungen dieser besonderen Form der Künstler*innen-Residenz dar.
Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Kontakt

Ciprian Marinescu
Tel +49 (0)30 259 004 -87
c.marinescu@hebbel-am-ufer.de

Annika Droth – FSJ Kultur 2017/2018
Tel +49 (0)30 259 004 -75