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Künstler*innen

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Akira Takayama

Akira Takayama wurde 1969 in Tokio geboren. Er studierte Literaturwissenschaft in der japanischen Hauptstadt und lebte von 1994 bis 1999 in Europa. Nach seiner Rückkehr gründete er 2003 die Gruppe “Port B“, ein Kollektiv, in dem Vertreter verschiedener künstlerischer und nicht-künstlerischer Disziplinen mitwirken. In diesem Zusammenhang erarbeitet er zumeist performative Installationen oder Exkursionen im öffentlichen Raum. 2008 lud er die Teilnehmer in “Sunshine 62“ ein, sich auf einer Tour entlang des berühmten Wolkenkratzer Sunshine 60 in Tokio mit der japanischen Nachkriegsgeschichte auseinanderzusetzen. In “The Complete Manual of Evacuation“ werden die Teilnehmer aufgefordert, in dem Tokioter S-Bahn-Ringihren eigenen Weg zu finden. An den Stationen treffen sie auf verschiedene gesellschaftliche Communities der Stadt. In seinen Arbeiten greift der Regisseur politische Themen auf, die von der japanischen Gesellschaft tabuisiert werden, wie etwa die Beteiligung am Zweiten Weltkrieg, Wohlstandsverlust und Sozialabstieg der jungen Generation und zuletzt die Katastrophe in Fukushima.

Vor dem Hintergrund, dass in Japan noch nie ein Volksentscheid stattgefunden hat, initiierte er im Herbst 2011 das “Referendum Project“. Er tourte mit einem LKW in mehrere japanische Städte und führte dort bislang über 1000 Interviews mit Mittelschülern durch, die im Inneren des LKWs an acht Videoplätzen präsentiert wurden. Eine projektbegleitenden Gesprächsreihe mit Gästen aus verschiedenen Genres wie Literatur, Architektur, und Soziologie warf Kernfragen der japanischen Nachkriegsgeschichte auf. Ebenfalls 2011 zeigte Takayama bei den Wiener Festwochen “Compartment City“. Dort konnte sich der Besucher in eine Videokabine auf einem öffentlichen Platz einmieten und Interviews mit Obdachlosen, Touristen und Passanten ansehen. Im Jahr 2013 warer Teil des Ausstellungsparcours “Unruhe der Form“ bei den Wiener Festwochen. Die Teilnehmer konnten an verschiedenen Stationen “Fukushima- Epilog?“ hören, einen Text von Elfriede Jelinek. Darüber hinaus lud Takayama die Teilnehmer ein, gemeinsam das stillgelegte Atomkraftwerk Zwentendorf zu besichtigen. In einer beeindruckenden Führung begleitete er die Besucher mit persönlichen Vorträgen. Im Rahmen des Festivals “Japan Syndrome“ wird seine Arbeit er zum ersten Mal am HAU Hebbel am Ufer präsentiert.

21.-29.05.2014 / Parcours 3.11 / HAU1
23.05.2014 / Gespräch: Hikaru Fujii und Akira Takayama/ HAU1
25.05.2014 / Diskussion: “Ende der Komfortzone” / HAU2