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Künstler*innen

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Peter Weiss

Der Maler, Graphiker, Schriftsteller und Filmemacher Peter Weiss wurde am 8. November 1916 in Nowawes bei Berlin geboren. Nach Kindheits- und Jugendjahren in Bremen und Berlin, bekommt die jüdische Herkunft des Vaters ab 1933 eine Bedeutung für die Familie, aus der 1934 die Emigration nach London und 1936 nach Warnsdorf (Tschecheslowakei) folgt. Bereits in dieser Zeit schrieb und malte Peter Weiss. Ab 1937 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag und folgte von dort aus 1939 seiner Familie in die dritte Emigrationsstation Schweden. Nach Ende des Krieges schreibt Weiss in Schweden erste Reportagen, Prosagedichte und Dramen und lebt überwiegend von Brotarbeit. Anfang der fünfziger Jahre beginnt er auf Deutsch zu schreiben, „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ (1952) wird 1960 als erstes Buch Weiss´ in Deutschland veröffentlicht. Auch seine filmische Arbeit entwickelt sich in den 50er Jahren stark fort, es entstehen  mehrere surrealistische und dokumentarische Filme. Themen seines künstlerischen Schaffens sind, häufig autobiografisch geprägt, die Erfahrungen eines Lebens im Exil, Gewalt, Kampf und Familie, was in der literarischen Öffentlichkeit auf wenig Resonanz stößt. Von 1964 bis Anfang der 1970er schreibt Weiss verschiedene Dramen wie etwa "Marat/Sade" (1962 – 65)  "Die Ermittlung" (1965), oder "Vietnam-Diskurs" (1966-68) die dem zeitgenössischen Theater eine neue gesellschaftliche Brisanz verschaffen und teilweise zu kontroversen vergangenheitspolitischen Auseinandersetzungen in Deutschland führen, wodurch er schließlich weltweit Bekanntheit und Anerkennung erlangt. Ab 1971 arbeitete Peter Weiss an dem dreibändigen Roman „Die Ästhetik des Widerstands“ der als sein Hauptwerk gilt und zwischen 1975 und 1981 veröffentlicht wurde. Der letzte Band wird von „Notizbücher 1971-1980“ begleitet. Peter Weiss starb am 10. Mai 1982 in Stockholm. Ihm wurde posthum der Georg-Büchner-Preis für das Jahr 1982 verliehen.