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Hip-Hop Night / Miz Korona & The Korona Effect, Ché & Dj Stacyé J, AWA

And You Don’t Stop...

Im Rahmen von "Detroit – Berlin: One Circle"

Im Hip-Hop ist das Persönliche immer auch politisch.

Die Last Poets haben mit "Ni *** rs Scared of Revolution" und "When the Revolution Comes" der Hip-Hop-Bewegung den ersten Anstoß gegeben. In den 1970er und 1980er Jahren bereitete Gil Scott-Heron mit seinen aktivistischen Texten den Weg für eine zukünftige Generation, mit Stücken wie "The Revolution Will Not Be Televised" und "Winter In America". Die vielleicht bekannteste und einflussreichste politische Rap-Gruppe der 1980er Jahre waren Public Enemy. Mit ihren knallharten, in-your-face Texten, ihren massiven Beats und der kraftvollen Stimme des Frontmannes der Gruppe, Chuck D, war Public Enemy der Soundtrack für eine bewusste und wachsame Hip-Hop-Generation.
Seit den Anfangszeiten des Genres haben Frauen eine große Rolle bei der Gestaltung des Gesamtklangs und des (Battle-)Raps im Hip-Hop gespielt. Roxanne Shanté, JJ Fad, Monie Love, MC Lyte oder die Cookie Crew, um nur einige Ikonen zu nennen. Obwohl Hip-Hop gemeinhin mit frauenfeindlichen Texten und einer Verherrlichung männlicher Kameradschaft assoziiert wird, waren immer auch Frauen dabei, die diese Haltung mit einer stählernen, für sich gesehenen Perspektive ausstellten.

Beispielsweise auch Miz Korona, die preisgekrönte Rapperin aus Detroit. Hätte sie sich an die strikten Regeln gehalten, die sie von ihrem Umfeld vorgegeben bekam, hätte sie nie mit Stars wie Scarface oder Run-DMC zusammen auf einer Bühne gestanden. Zu sehen war sie auch freestylend in dem Rap Blockbuster "8-Mile" mit Eninem und Xzibit, einem der wichtigen Filme für das Genre und zugleich auch eine Ode an ihre Heimatstadt Detroit. In Berlin wird sie mit "The Korona Effekt" auftreten. Ihre Band besteht aus den Künstlern Kamau, DJ Invisible, Rain Man und Showtime (Keyboard). Kamaus Stil an der Bassgitarre ist rhythmisch, funky und von eingängigen Melodien geprägt. DJ Invisible ist seit 1992 DJ und trat als Turntablelist und Mixer mit Xzibit, Obie Trice, Public Enemy und vielen mehr auf. Der Schlagzeuger der Band Eric "Rain Man" Gaston ist ein gebürtiger Detroiter, der mit vielen Künstlern aufgenommen, gespielt und getourt hat und der als Professor für Schlagzeug am Detroit Institute of Music Education tätig ist.
Miz Korona
An diesem Abend mit dabei ist auch Ché, früher bekannt als Detroit Che, ebenso eine Künstlerin aus Detroit, Michigan. Die 24-Jährige debütierte 2014 bei BET’s 2014 Hip-Hop Awards Cypher und gewann den Wettbewerb als erste weibliche Künstlerin. 
Ché ist eine unabhängige und facettenreiche Rapperin, die ihre eigenen Visuals inszeniert, an ihrer eigenen Produktion arbeitet und in ihren Texten soziale Ungerechtigkeit thematisiert. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, junge Künstler*innen zu empowern dasselbe zu tun, indem sie diese ermutigt, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Im HAU wird sie mit Dj Stacyé J performen.
Ché
AWA – ihr Name ist ein Akronym und steht für African Women Arise. Aufgewachsen ist sie in Makokoba, einem armen Vorort in Simbabwes zweitgrößter Stadt Bulawayo, dort erlebte sie häusliche Gewalt aus erster Hand. Sie rappt schnell, in ihrer simbabwischen Muttersprache Ndebele. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit Themen, die Frauen in der Gesellschaft betreffen, wie häusliche Gewalt, Teenagerschwangerschaft, Vergewaltigung und Sexarbeit. Sie verschafft Frauen Gehör, indem sie deren Probleme in Simbabwe thematisiert, einem Land, in dem zwei Drittel der Frauen angeben, irgendeine Form geschlechtsspezifischer Gewalt erlebt zu haben. 
Mittlerweile lebt AWA in Deutschland und hat sich in Berlin eine Fanbase erarbeitet. Die talentierte MC arbeitete mit Künstlern wie Hip Hop Pantsula (S.A), Symbiz (GER) und Digital Rebels (ZIM) zusammen. Zudem ist sie Teil des Kollektivs "Voices of the Revolution" bestehend aus 15 Musiker*innen aus 10 verschiedenen Ländern, darunter auch Ägypten, Brasilien und Venezuela, die regelmäßig in UK zusammen arbeiten.
AWA
Aktuelle Termine
Fr 01.06.2018, 21:00 / HAU2
Präsentiert im Rahmen von "Detroit – Berlin: One Circle", ein Festival des HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.