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Foto: Foto: Zuri Maria Daiß
Submerge Record Distribution, 3000 E Grand Blvd, Detroit, MI 48202, USA, Foto: Zuri Maria Daiß
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How Techno Came to Europe: The History of the Early Detroit – Berlin Exchange and Future Ideas

Mit Mike Banks (Underground Resistance), Mark Ernestus (Hard Wax), Dimitri Hegemann (Tresor Berlin), Adrian Tonon (City of Detroit) / Moderation: Yuko Asanuma

Im Rahmen von "Detroit – Berlin: One Circle"

Als der Plattenladen "Hard Wax", gegründet von Mark Ernestus, vor nunmehr 29 Jahren in Kreuzberg, zehn Fußminuten von der nächsten U-Bahnstation entfernt, öffnete war es alles andere als eine offensichtliche Geschäftsidee einen Plattenladen zu betreiben. Techno und House waren in Berlin noch nicht etabliert, es gab keine wirkliche Szene und somit keine Kundschaft, auf die man ein Angebot hätte zuschneidern können. Doch "Hard Wax" knüpfte die ersten Kontakte zu Labeln in London, New York, Chicago und vor allem Detroit - dadurch entstand die oft zitierte Technoallianz zwischen Berlin und Detroit.

Die Detroit-Berlin-Achse ist eine Geschichte darüber, wie die Berliner Gegenkultur die Stadt über einen Zeitraum von 29 Jahren seit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung der Hauptstadt mit Hilfe einer gemeinsamen musikalischen Sprache verändert hat: Techno.
In Berlin ist diese untrennbar mit "Hard Wax" und dem von Dimitri Hegemann gegründeten Club "Tresor", der zum ersten Mal Detroiter Techno Musiker nach Berlin brachte, sowie dem von Mike Banks, Jeff Mills und Robert Hood gegründeten Label Kollektiv "Underground Resistance" verbunden. Das Konzept von UR richtet sich laut eigener Aussage gegen die Verzweiflung in den Ghettos, die Major-Plattenfirmen ("Majors"), das segregationistische amerikanische System und das sogenannte Programming.

"Programming bedeutet, daß das System – und damit ist der gesamte Komplex von Staat, Öffentlichkeit und Wirtschaft gemeint – die Bürger zu seinem Vorteil programmiert. Durch Schulbildung, Erziehung, Werbung und auch Gesetze wird das Volk in eine funktionierende Maschine umgewandelt. Der Mensch wird von seinen Einflüssen, die auf ihn einwirken, indoktriniert, so daß er den Richtlinien der Gesellschaft Genüge tut, und sie so am Leben erhält.

Underground Resistance sind außerdem bestrebt, auf das wirtschaftliche Desaster in Detroit aufmerksam zu machen und Jugendliche vor Drogenmissbrauch und Kriminalität zu bewahren. Ihre Philosophie verbreiten UR oft in Form von Botschaften (z. B. des Unknown Writers, einem Pseudonym des UR-Mitglieds Cornelius Harris) auf ihren Tonträgern (z. B. Message To The Majors, Black Moon Rising oder Revenge Of The Jaguar – The Mixes) sowie in den Songtexten und Titeln mancher Tracks wie z. B. Fuck The Majors, Electronic Warfare ("Do not allow yourself to be programmed") oder Transition." (Zitate aus: Techno Lexikon, 1998)
 
Erst durch Kontakte in das wiedervereinte Berlin in Deutschland, fanden UR eine Lobby für ihre Musik. So erschien die „X-10x“-Serie, die exklusiv auf dem Label "Tresor Records" veröffentlicht wurde. Das erste Stück von "Underground Resistance" (Banks, Mills, Hood), das auf dem "Tresor" Label veröffentlicht wurde hieß "Sonic Destroyer". Es wurde zu einem Hit – zuerst in Berlin, dann weltweit und ließ die Berlin-Detroit-Achse erstarken. Es ist nicht zu vermessen anzumerken, daß die Inspiration von Detroit Techno die gesamte Electronic & Techno Community beeinflusste. Detroit Techno war der Auslöser für die größte Jugendbewegung des letzten Jahrhunderts.

Techno und die in Berlin herrschende Ausgehkultur werden von der Stadt Berlin inzwischen als wichtige, markwirtschaftlich relevante Faktoren wahrgenommen und dementsprechend gefördert. In Detroit hingegen, wo Techno seinen Ursprung nahm, gibt es bis dato nicht einen Club, der länger als 2:00 Uhr eine Ausschankgenehmigung hat, das kulturelle Erbe der Stadt liegt brach. Zeit dies zu ändern. Adrian Tonen, die rechte Hand des Bürgermeisters und Musik affin, hat sich die Förderung der Night-Time-Economy auf die Fahnen geschrieben. Denn der Erfolg und die öffentliche Rezeption der Techno-Bewegung in Berlin war auch ein Türöffner für verschiedene Genres von der Mode bis zur Kunst.

Mark Ernestus, Mike Banks, Dimitri Hegemann und Adrian Tonon werden mit Yuko Asanuma über die Vergangenheit der gemeinsamen Zusammenarbeit sprechen und einen Blick in die Zukunft wagen.

Foto: Submerge Record Distribution, 3000 E Grand Blvd, Detroit, MI 48202, USA, © Zuri Maria Daiß
Aktuelle Termine
Mi 30.05.2018, 19:00 / HAU1
Englisch
In Kooperation mit THE POTENTIAL The Conference For Urban Development and Cultural Exchange. Präsentiert im Rahmen von „Detroit-Berlin: One Circle“, ein Festival des HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.