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The Urbanisation of Capital: Zur Kritik der politischen Ökonomie der Stadt

Mit Joshua Akers, Tashy Endres, Ingrid LaFleur, Zoë Claire Miller / Moderation: Lucas Pohl

Im Rahmen von "Detroit – Berlin: One Circle"

In den beiden Gesprächsrunden "The Urbanisation of Capital: Zur Kritik der politischen Ökonomie der Stadt" und "Cultural Capital? Zur Rolle der Kulturproduzent*innen in Detroit und Berlin" zwischen Detroiter und Berliner Kulturproduzent*innen, Aktivist*innen und Städteforscher*innen werden in vergleichender Perspektive Konstellationen, Neuentwicklungen und Problemlagen des drastischen Wandels der beiden Städte nachgegangen. Im Panel "The Urbanisation of Capital. Zur Kritik der Politischen Ökonomie der Stadt" werden durch eine Kritik an politischen und privatwirtschaftlichen Akteur*innen Themen der Gentrifizierung, Vertreibung und Austerität verhandelt. Im Panel "Cultural Capital? Zur Rolle der  Kulturproduzent*innen in der Stadt" stehen die Folgen des "urban boosterism"  die im urbanen Zusammenleben in erster Linie eine ökonomische Ressource sieht, im Vordergrund.

Während in Detroit struktureller Rassismus, Suburbanisierung und eine erzwungene Austeritätspolitik dazu geführt haben, dass sich die Stadtpolitik und die aktivierte Zivilgesellschaft kaum aus eigener Kraft aus der prekären Situation befreien können, wächst Berlin durch den Sog, den die Stadt mit ihren Versprechen von billigem Wohnraum und alternativen Lebensstilen auf nomadenhafte, transnational-flexible Kreativsubjekte und Investitoren*innen ausübt. Nach den "Detroit Riots" von 1967, in deren Folge die Entwicklung des „White Flight" (der Wegzug der weißen Bevölkerung in die reichen Vororte) einsetzte und der Abbau der Automobilindustrie dazu führte, dass sich die Bevölkerung Detroits auf zuletzt 700.000 Einwohner*innen halbiert hat, leben heute ein Drittel der Detroiter*innen unterhalb der Armutsgrenze. Gegenwärtig erfährt Detroit trotz der engagierten Bürger*innenbewegungen erneuten Umstrukturierungsprozess, der, angetrieben von spekulativen Großinvestitionen, dazu führt, dass Downtown wieder zu einer reinen Mittel- und Oberschichtsstadt wird, die bestimmte Einkommens- und Personengruppen ausgrenzt. Obwohl Berlin nicht so drastisch von den fordistischen und post-fordistischen Krisen betroffen ist wie Detroit, werden die innerstädtischen Bezirke und vormals temporäre alternative Zonen immer unbezahlbarer und die Vorstädte unbewohnbarer. In beiden Panels werden aus unterschiedlichen Perspektiven Fragen nach dem städtischen Raum als Produktionsort gestellt.

Im Panel "The Urbanisation of Capital. Zur Kritik der Politischen Ökonomie der Stadt" stehen die ordnungspolitischen Regulierungen von städtischen Räumen im Zentrum der Diskussion. Fragen, wie der lokale Bodenmarkt reguliert ist, welche Bebauungs- und Nutzungsvorschriften in den beiden Städten existieren, wie die jeweilige Stadtregierung in den Wohnungsmarkt eingreift und welche Folgen die Privatisierung von Bildung, Sicherheit und Infrastruktur haben, sollen in der Diskussion zwischen Ingrid LaFleur (Afrotopia), Joshua Akers (University of Michigan-Dearborn), Tashy Endres (Universität der Künste) und der Künstlerin Zoë Claire Miller nachgegangen werden.
Aktuelle Termine
Fr 01.06.2018, 19:00 / HAU1
Englisch
Präsentiert im Rahmen von „Detroit-Berlin: One Circle“, ein Festival des HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.