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Foto: Rasande Tyskar
Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung. von Schwabinggrad Ballett / Arrivati
Foto: Rasande Tyskar
Foto: Markus Dorfmueller
Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung. von Schwabinggrad Ballett / Arrivati
Foto: Markus Dorfmueller
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Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung. von Schwabinggrad Ballett / Arrivati
Foto: Markus Dorfmueller
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Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung. von Schwabinggrad Ballett / Arrivati
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Schwabinggrad Ballett / Arrivati

Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung.

Das Schwabinggrad Ballett, ein Zusammenschluss von Performer*innen, Musiker*innen und Aktivisti*nnen hat sich um die Jahrtausendwende in Hamburg gegründet, um jenseits ritualisierter Protestformen unerwartete Situationen herzustellen. 2014 hat das Kollektiv angefangen, mit Aktivist*innen der Refugee-Gruppe "Lampedusa in Hamburg" zusammenzuarbeiten, die später die Performancegruppe Arrivati formierten. Gemeinsam entwickelten Schwabinggrad Ballett und Arrivati Interventionen in Refugee-Camps und veröffentlichten im September 2016 ihr Album "Beyond Welcome". In ihren Aktionen und Konzerten verschmelzen Agitprop und Afrobeat, episches Theater und Pop, Situationismus und politisches Einsatzkommando. In “Chöre der Angekommenen” reflektieren die beiden Gruppen die Kämpfe von Geflüchteten in Berlin, die 2012 mit der Besetzung des Oranienplatzes einen Höhepunkt erlebte.

Schwabinggrad Ballett und Arrivati führten Interviews mit diversen Akteur*innen der O-Platz-Besetzung die mit der unrühmlichen Räumung im April 2014 endete. Sie versuchen das, was in politischen Bewegungen selten geschieht: Den Blick auch auf die Widersprüche, die Absurditäten und das vorläufige Scheitern von Kämpfen zu lenken. Schwabinggrad und Arrivati machen nämlich nicht Theater über Politik, sondern politisches Theater, was ja fast schon ein Alleinstellungsmerkmal ist. Sie zeigen, was geschieht, wenn man im Bereich "politisches Theater" das Wort Theater fallen lässt, und aus dessen Buchstaben Hartgummireifen und kabellose Lautsprecher formt.

Bei “Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung“ werden Videoaufnahmen zur Dokumentation gemacht, die teilweise auch veröffentlicht werden können.
Mit Ihrem Besuch der Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden.


23.06.2017

Indiskrete Platzbefragung: Demonstration I

Beginn: 20:00. Treffpunkt: Kottbusser Tor / vor dem Südblock / Demo zum Oranienplatz

Die Erinnerung an die Besetzung des Oranienplatzes scheint in Berliner Amtsstuben als Risikounternehmen zu gelten. Jedenfalls scheiterten Schwabinggrad Ballett & Arrivati bei dem Versuch, sich ihre "indiskrete Platzbefragung" auf dem O-Platz behördlich genehmigen zu lassen. Wie mit dem "Njet!" umgehen? Aus der Not eine Tugend machen: Schwabinggrad und Arrivati gehen auf die Straße und demonstrieren, was sie zu sagen und zu zeigen haben. Wer bloß Publikum bleiben will, ist selbst schuld, alle anderen packen mit an: Aufbauten, Instrumente, Fahnen und andere fahrbare Tools müssen durch Kreuzberg geschoben werden.
No Lager, no deportation, no Residenzpflicht, und auch: Immer diese Widersprüche! Das HAU Hebbel am Ufer ruft zu einer Beteiligung an der Demonstration auf.


24.06.2017

Indiskrete Platzbefragung: Demonstration II

Beginn: 20:00. Treffpunkt: Oranienplatz / Demo zum Mariannenplatz

"Sie konnten den Oranienplatz nicht einnehmen / Also boten sie an: 'Können wir reden?'" sagt O-Platz-Aktivistin Mahop. "Wenn sie Angst haben bieten sie Verhandlungen an. Wenn sie keine Verhandlungen anbieten, heißt das: Du bist nicht stark genug." O-Platz Aktivistin Katia sagt: "Wenn die Leute mich sehen, sagen sie sich: Oh mein Gott, da kommt wieder diese Lady mit hundert hoffnungslosen Fällen auf ihren Schultern. Ich laufe besser weg!" Auch am zweiten Tag paradieren Schwabinggrad Ballett, Arrivati und das Publikum in Form einer Demonstration durch Kreuzberg. Für die Wiederherstellung einer widersprüchlichen Protestbewegung am Oranienplatz! Das HAU Hebbel am Ufer ruft zu einer Beteiligung an der Demonstration auf.


25.06.2017

Beginn: 15:00. Ort: Mariannenplatz. Durational Performance und gemeinsames Verweilen.

Am dritten Tag werden die Redebeiträge und die Musik der Demonstrationen auf dem Mariannenplatz in der Aufführung “Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung“ zusammengeführt. 590 Meter Luftlinie vom Oranienplatz entfernt und auf politkulturnostalgischem Grund ("Der Mariannenplatz war blau / So viele Bullen waren da" sangen Ton Steine Scherben einst), kommt das Drama der O-Platz-Besetzung und seiner Räumung zur vollen Blüte. Weil sie am dritten Abend nicht demonstrieren müssen, haben die Performer*innen die Hände frei und können mehr Musik machen oder tanzen.


01.07.2017

Beginn: 20:00. Ort: HAU1. Im Anschluss: Party im WAU.

Zum Abschluss ihres Projektes nehmen Schwabinggrad Ballett und Arrivati das HAU1 ein. Die Gruppen führen eine Adaption der Outdoor-Performance “Chöre der Angekommenen. Indiskrete Platzbefragung“ auf. Das Geschehen auf der Bühne wird von einer Audio- Installation und Songs von Schwabinggrad Ballett und Arrivati gerahmt.

Hier geht's zum Blog von Schwabinggrad Ballett.
Vergangene Termine
Oktober 2016, Juni 2017, Juli 2017
Englisch, Französisch und Deutsch
Von und mit
Marc Aschenbrenner, Eboth Dodee, Nikola Duric, Ted Gaier, Knut Klaßen, Peter Ott, Napuli Paul, Jesseline Preach, Margarita Tsomou, La Toya Manly-Spain, Elong Jeano Mbodiam, Heike Nöth, Paul Ratzel, Liz Rech, Anta Helena Recke, Christine Schulz, Christoph Twickel, Asuquo Udo
Produktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.