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Die Müllermatrix von Interrobang
Foto: Dorothea Tuch
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Interrobang

Die Müllermatrix

Im Rahmen des Festivals HEINER MÜLLER!

Heiner Müller. Foto © Joseph Gallus Rittenberg
„Es gibt ja da auch die Notwendigkeit diese Texte neu zu lesen und auch manchmal neu zu schreiben, auch zu korrigieren, damit man mit ihnen was anfangen kann in unserer Realität.“ „Das ist meine Einsamkeit, dass ich es also [heute] mit einer ganz neuen Epoche zu tun habe, mit einem ganz neuen Wirklichkeitsmaterial.“
„Wie soll ich meine Gegenwart in diesem Niemandsland erklären“, „hier in diesem“ „Telefon“? „Nun“, „ich habe die Fähigkeit, einfach indem ich mich zusammenrolle, meinen Körper in ein Geschoß zu verwandeln, das […] die Zeit überholt.“ „Und jetzt bin ich hier“ „und ich“ „wurde“ „verändert.“
„Kann man einem Gespenst trauen?“

In der "Müllermatrix" wird Heiner Müller reanimiert. Per Telefon kommuniziert das Publikum mit einem Müller-Cyborg. Halb Mensch, halb Telefoncomputer äußert sich Müller zu verschiedensten Themengebieten der Gegenwart: vom Untergang Europas über Vorratsdatenspeicherung, Migration und soziale Ungleichheit bis hin zur zeitgenössischen Theaterlandschaft. Per Tastenwahl können die Teilnehmenden ihren Austausch mit Heiner Müller individuell gestalten, auf dem Resonanzboden von Müllers Äußerungen nach Antworten für das 21. Jahrhundert suchen und gemeinsam mit Müller in die dämonischen Tiefen des hypertextuellen Systems vordringen, in das er für diese Audioinstallation verpflanzt wurde. Interrobang haben mit der Analyse, O-Ton-Montage und Digitalisierung des umfangreichen Müller-Audiomaterials eine künstliche Heiner-Müller-Intelligenz erschaffen, die gespenstisch und befremdlich auf die Texte und Interviews Heiner Müllers zurückblickt und diese für die Gegenwart neu konfiguriert.

Zitate aus:
Gespräch mit Baumbach & Fischborn (1974)
Lesung „Der Auftrag“ (1980)
Gespräch mit Alexander Kluge (1989)
Lesung „Wolokolamsker Chaussee IV“ (1989)
Konzept und Realisation
Interrobang
 
(Till Müller-Klug, Nina Tecklenburg)
Telefon-installation
Georg Werner
Soundschnitt & Technische Leitung
Florian Fischer
Assistenz
Isabel Gatzke
Sound-bearbeitung
Friedrich Greiling
Mit besonderem Dank an Benedetta Bronzini. Mit herzlichem Dank an den Alexander Verlag Berlin.