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Foto: Moira Ricci

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Invernomuto

Negus – Celebration (70min, OmeU)

Im Rahmen von "Violence of Inscriptions #3"

“Negus“ ist ein konzeptueller Dokumentarfilm des italienischen Künstlerduos Invernomuto, mit Lee “Scratch“ Perry in einer Hauptrolle. Anhand des komplexen und widersprüchlichen Vermächtnisses des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie I, erkundet er das Verschmelzen von Geschichte, Mythos und Magie. Vom faschistischen Italien Mussolinis wurde Selassie als schwarzer Teufel dargestellt, um so die italienische Invasion in Äthiopien zu rechtfertigen. Zur selben Zeit entwickelte sich in Jamaika die Religion des Rastafari, die Selassie zum fleischgewordenen Gott und wiederauferstandenen schwarzen Messias stilisierte. Die unüberbrückbare Divergenz dieser beider Sichtweisen verleiht “Negus“ seine Kraft.
“Negus“ verfolgt eine zirkuläre Struktur und wechselt beständig zwischen verschiedenen Orten (vor allem Vernasca, Äthiopien und Jamaika), bis diese sich beinahe zu überlagern scheinen. An den Zuschauer ergeht die Aufforderung, sich von den Beschränkungen der geografischen Orientierung loszusagen und sich auf die sinnliche und kontemplative Stimmung einzulassen, die das Grundnarrativ des Films bestimmt. “Negus“ entwirft ein Szenario, in dem sich Menschen, Ideologien und Mythologien niemals nur in eine Richtung bewegen, sondern sich stets in einem komplexen Verhältnis von Rückkopplung und kontinuierlichen Rückgriffen befinden.