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Foto: Thomas Aurin
KHAOS von Laurent Chétouane
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KHAOS von Laurent Chétouane
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KHAOS von Laurent Chétouane
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Logo des Hebbel am Ufer
Gegenwart heißt heute Krise. Das Chaos scheint nicht mehr nur Ausnahmezustand zu sein, sondern ein gleichermaßen bedrohliches wie unvermeidliches "Modell" für die Zukunft. Chaos macht Angst. Der Vorstellung einer ausschließlichen Bedrohung gegenüberstehend, ist das Khaos in der griechischen Antike eine ambivalentere Figur. Es versammelt unterschiedlichste Bedeutungsebenen: Gähnen, Kluft, Schlund, Abgrund. Aber es benennt auch den Horizont von Ausgedehntheit, Unermesslichkeit, Aufbrechen oder Öffnung. Als formlose Form und Streben in Richtung eines Anderes als es schon ist, ruft Khaos die Dimension des Entstehens, des Möglichen, der Erneuerung auf.

In "KHAOS" versammelt Laurent Chétouane vier Tänzer*innen und drei Musiker*innen zur Erkundung der Möglichkeiten des Khaos am Rande des Chaos. Auf der Bühne erklingt Musik von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Rihm und John Cage, die eine Affinität zum Unkontrollierbaren aufweist. Die "Turbulenzzonen" in und zwischen den Musikstücken sind Ausgangspunkt der Entstehung instabiler, bedrohlicher, zerstörerischer Räume, denen Performer und Zuschauer gleichermaßen ausgesetzt sind. Die traditionelle vertikale Achse des Tanzes verliert ihre visuell-ordnende Kraft und Halt bietet in diesen Räumen ohne feste Vektoren und Koordinaten nur noch der Boden. Der Möglichkeit des Sturzes, des Verlusts, der Angst und der Trauer ausgesetzt, wird der Tanz zu einem selbstständigen Tun und Werden, einem Zustand ohne Ziel oder planbare Zeitachse. Es entsteht dabei ein Körper, der neue Verhältnisse zum Anderen, zum Raum, zu sich selbst entdecken muss, um den blinden und disparaten Kräften, einer kontingenten Offenheit nicht ganz zum Opfer zu fallen. Die Gefahr einer Auflösung von Ordnung der einen Welt durch das Chaos wird in KHAOS als die Chance der Schaffung multipler Welten erprobt – der Versuch einer utopischen Gegenwart.

Vor der Vorstellung am 13. November findet "KHAOS - eine Debatte über (Des-)Orientierung" statt. Mit Gabriele Brandstetter, Marcus Steinweg und Joseph Vogl, moderiert von René Aguigah.
Freier Eintritt mit einem Ticket für eine Vorstellung von "KHAOS", vorherige Anmeldung erforderlich.
Musik Improvisation aus “KHAOS"
Vergangene Termine
November 2016
70 Minuten
Choreographie
Laurent Chétouane
 
mit den Tänzer*innen
Musikalisches Konzept
Laurent Chétouane
 
mit den Musiker*innen
Tanz
Bilal Elhad, Mikael Marklund, Kotomi Nishiwaki, Tilman O'Donnell
Musik
Mathias Halvorsen (Klavier), Tilman Kanitz (Cello), Artiom Shishkov (Geige)
Licht
Jan Maertens
Ton
Johann Günther
Kostüme
Lydia Sonderegger
Dramaturgie
Marten Weise
Assistenz Choreografie
Sarah Blumenfeld
Assistenz Kostüm
Anna Philippa Müller
Produktion
Christine Kammer, Hendrik Unger
Dank für die dramaturgische Unterstützung und Beratung an
Jean-Luc Nancy und Jean-François Peyret
Premiere 11.11.2016
Produktion: KHAOS GbR. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Onassis Cultural Centre Athen, Kaaitheater Brüssel, Kampnagel Hamburg und House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und durch die Basisförderung Berlin / Der Regierende Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit freundlicher Unterstützung von Dock11/Eden*****Berlin.