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Pauline Oliveros & Ione "Mountain Above / Fire Below; Now"

Im Rahmen von CTM 2016

Bahnbrechende musikalische Arbeiten mit Tonband, Elektronik und Improvisation als auch eine Vielzahl an Publikationen und theoretischen Arbeiten seit den 1960er Jahren verleihen Pauline Oliveros heute den Status einer der wichtigsten Stimmen der elektronischen Avantgarde. Ihre Kompositionen und Auftritte entwickelt sie mit elektronischen Instrumenten und Akkordeon, das sie seit früher Kindheit an spielt, oftmals in der Kombination mit dem von ihr entwickelten „Expanded Instrument System“ (EIS). Von fernöstlichen Philosophien beeinflusst reichen ihre Ideen über westliche Musiktraditionen hinaus und zeigen neue Wege für die Vorstellung und Wahrnehmung von Klang auf, insbesondere für Theorieansätze zum besseren Verständnis von klanglichem Affekt und Transzendenz. Mit ihren Überlegungen zur „Sonic Awareness“ beschreibt sie den Akt des Fokussierens der Aufmerksamkeit auf die auditiven Charakteristika einer Umgebung. Das damit verwobene Konzept des „Deep Listening“ legt nahe, dass ein konzentriertes emotionales und körperliches Einlassen auf Sound transzendentale und transformative Erfahrungen verursachen kann.

Im HAU Hebbel am Ufer wird Oliveros in einem Mehrkanal-Konzert auf V-Accordion und EIS ein neues Stück vorstellen. Die Wortkünstlerin Ione wird sie dazu mit improvisierten Texten begleiten. Die renommierte Schriftstellerin, Dramatikerin/Regisseurin und Wort/Sound-Künstlerin Ione arbeitet seit 1986 mit Pauline Oliveros zusammenarbeitet. Inspiriert vom Klang und den Gefühlen des Moments wird sich das neue, weitgehend improvisierte Stück auf die kürzlich auf Morphine Records erschienene Arbeit „Water Above / Sky Below; Now“ beziehen. In Anlehnung daran trägt es den Titel „Mountain Above / Fire Below; Now“.

Für ein zweites Konzert beim CTM 2016 wird Oliveros mit dem libanesischen Trompeter Mazen Kerbaj und der irischen Improvisationskünstlerin und Komponistin Karen Power zusammenspielen. Vor diesem Konzert wird Oliveros über die Ideen und Philosophien sprechen, die ihrer Arbeit zugrunde liegen. Zudem gibt Oliveros einen „Deep Listening“ Workshop, dessen Erlös der Flüchtlingshilfe zukommen wird.

Vom 30. Januar bis 7. Februar ist das CTM Festival erneut zu Gast im HAU Hebbel am Ufer. Das Programm des stets thematisch arbeitenden Berliner Musikfestivals entstand diesmal u.a. in Zusammenarbeit mit dem im Libanon geborenen Musiker Rabih Beaini und dem Schweizer Netzwerk Norient. Vor dem Hintergrund einer globalen Konfliktsituation, in dessen Zentrum die zunehmend radikal geführte Auseinandersetzung um Grenzziehungen und -auflösungen steht, schafft das CTM Festival 2016 mit dem Thema „New Geographies“ Räume für Musiken, die essentialistischen Kulturvorstellungen eine Absage erteilen und dazu beitragen, der Vielfalt einer zunehmend polyzentrischen, polychromatischen und hybriden (Musik-) Welt mit größerer Offenheit zu begegnen. Neben Auftragsstücken und Premieren präsentiert das Festival mehr denn je Künstler*innen aus Regionen jenseits der üblichen Hotspots.

Das komplette Festivalprogramm findet sich unter www.ctm-festival.de.
Vergangene Termine
Februar 2016
Uraufführung 5.2.2016
CTM 2016 wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien, des Musicboard Berlin und des Programm Creative Europe der Europäischen Union. In Zusammenarbeit mit transmediale, Kulturprojekte Berlin, SHAPE und SoCCos und vielen weiteren.