Category Archives: PLASMA

NEUE FORMEN AUS DER WELT DER KOTYLEDONEN

WIE IN REYKJAVIK DAS ERSTE PRIVATE GOETHE-INSTITUT DER WELT ENTSTAND

Von Wolfgang Müller

Im März 1998 schloss das Goethe-Institut seine isländische Niederlassung in Reykjavík. Als Grund der Schließung wurden von den offiziellen Vertretern der Institution „finanzielle Engpässe“ genannt. Nach dem wirtschaftlich bankrotten Albanien war nun Island das einzige europäische Land ohne staatliche deutsche Kulturvertretung.

Gemeinsam mit der Künstlerin Ásta Ólafsdóttir diskutierte ich die neue Lage, die durch die Schließung der deutschen Kulturvertretung entstanden war. Wir verabredeten für die Ausstellung im August 1998 eine Arbeit mit dem Titel „privates Goethe Institut Reykjavík“ im Museum zu installieren und die Etablierung eines solchen Institutes zu betreiben. >>Artikel lesen

DER MENSCH ALS ZELLE

Das Performance-Projekt THE PERFECT HUMAN von Rosa Casado und Mike Brookes ist eine kollektive Studie menschlichen Verhaltens.  Mit der Absicht, die größtmögliche Anzahl von Menschen verschiedener sozialer Hintergründe teilnehmen zu lassen, wird erkundet, was ‚menschlich‘- und was ‚perfekt‘-Sein bedeuten kann. Ein Dialog über Vorstellungen von menschlicher Perfektion, über tatsächliche Zerbrechlichkeit und Unvollkommenheit. Heute um 20:30 im HAU2.

Nach dem GARTENARBEITSTAG öffnet im HAU1 ab 20:00 die DONNERSTAGSPRAXIS in Verteidigung der Gärten. Blumen, politische Gemeinschaften und romantische Fragmente einer Postgründerzeit – Christoph Schäfer und die Buchpraxis b_books sprechen über Nutzungsweisen der Stadt, Brachen, Blumen und Sofas, die auf der Strasse bewohnt werden.

Die STADTSAFARI lässt heute rappen und flechten: Drob Dynamic gibt einen RAP WORKSHOP von 14 bis 17 Uhr, und ab 17:30 kann man afrikanische Flechtkunst im mobilen Container vor dem HAU1 lernen. Wenn ihr mitmachen wollte, meldet euch kurz per Mail an: stadtsafari2010@googlemail.com.

>>Das Programm des Zellen-Festivals im Überblick

EIN ALIEN NAMENS GELD

Ein schleimiges Wesen beginnt plötzlich zu wachsen, unkontrollierbar, nichts kann es aufhalten. Drumherum bekommen es die Menschen mit der Angst zu tun – aber nur kurz, denn schon hat es Besitz von ihnen ergriffen und sie zu starr blickenden Kreaturen gemacht.
Bei Chris Kondek und Christiane Kühl wird das Geld zum Alien und das Alien allen Sci-Fi zum Geld. Es schlüpft aus Eiern und Körpern, es ist Natur geworden, es braucht die realen Dinge nicht mehr. Wird seine dunkle Macht uns eines Tages ganz verdrängen? In einer Art “Operation am offenen Portemonnaie” – die taz in anderem Zusammenhang – trägt das Regisseur- und Hauptdarstellerpaar seine These so eindringlich vor, dass auch Tobias Becker auf Spiegel Online zugesteht:

Die These des Theaterabends ist verrückt, abgedreht, gaga, natürlich ist sie das, aber sie ist auch bestechend: Unser Geld ist kein neutrales Werkzeug, unser Geld ist ein lebender Organismus, der grenzenlos wuchert, ein Monster, das den Menschen als Wirtstier benutzt, ein Alien auf dem Weg zur nächsten Stufe der Evolution.

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PREMIERE: MONEY – IT CAME FROM OUTER SPACE

REGIE: CHRIS KONDEK/CHRISTIANE KÜHL

Heute, 13. November: Premiere, weitere Vorstellungen 14. – 16. November / 20.00 UHR / HAU 3

Die meisten Menschen halten Geld für ein Tauschmittel. Dieser naive Irrglaube hat uns in die aktuelle Katastrophe gestürzt. Geld ist kein neutrales Werkzeug, das wir benutzen; es ist ein gigantischer lebender Organismus auf dem Weg zur nächsten Stufe der Evolution. Jeder Euro, jeder Dollar, jeder Yen ist Teil einer Schwarmintelligenz, die sich in Kapitalströmen organisiert. Sie kennt nur ein Ziel: Vermehrung. Ausbreitung. Akkumulation. Kein Land, kein Körper, keine Sphäre ist sicher. Panik bricht aus, Massenhysterie. Können die Regierungen das Geld stoppen? Kann die Wissenschaft es zähmen? Was ist des Geldes wahre Natur? >>Mehr

ERÖFFNUNG UND EINZUG

Eröffnung und Einzug der Prinzessinnengärten from Anja Krieger on Vimeo.

Erster Abend des Gartens im Theater. Die Pflanzen der Prinzessinnengärten leuchten unter den Scheinwerfern. 18 Lasterladungen hat es gebraucht, bis alle im HAU1 eingezogen sind. Die ersten Gäste wandern entlang der Beete voller Kohlköpfe, Blumen und Kräuter. Das Hallenprojekt klappt seine Laptops im Garten zum gemeinsamen Arbeiten auf, draußen vor der Tür wartet der bunte stadtsafari-Container auf Kinder- und Jugendliche. Kulturwissenschaftlerin Christina von Braun erklärt: Die Ursprungszelle ist das Geld. Am Abend performen wundervoll und eigenwillig die Masha Qrella Band, Angie Reed, Kristof Schreuf und Terre Thaemlitz.

Foto-Slide: Anja Krieger für Hebbel am Ufer, CC-by-nc (Lizenz geändert am 22.11.2010).