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	<title>Zellen</title>
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	<description>LIFE SCIENCE – URBAN FARMING. 11. BIS 21. NOVEMBER 2010</description>
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		<title>ZELLEN IN BILDERN</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 17:58:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fotos vom Zellen-Festival gibt es jetzt in der Galerie: Zur Ansicht aller Bilder einfach auf &#8220;show picture list&#8221; klicken. Anjas Fotos sind frei unter der Lizenz CC-by-nc lizensiert, können also nicht-kommerziell unter Beachtung der Lizenzbedingungen verwendet werden. Wer größere Bilder haben möchte, kann sich bei ihr melden (siehe Impressum). Die Nutzung von Bildern anderer Fotografen <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/21/zellen-in-bildern/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fotos vom Zellen-Festival gibt es jetzt in der <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/galerie/">Galerie</a>:</p>
<p><a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/galerie"><img src="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/wp-content/uploads/2010/11/Sushi_640.jpg" alt="" title="Kohl-Sushi" width="640" height="269" class="alignnone size-full wp-image-1805" /></a></p>
<p>Zur Ansicht aller Bilder einfach auf &#8220;show picture list&#8221; klicken. Anjas Fotos sind frei unter der Lizenz <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/" target="_blank">CC-by-nc</a> lizensiert, können also nicht-kommerziell unter Beachtung der Lizenzbedingungen verwendet werden. Wer größere Bilder haben möchte, kann sich bei ihr melden (siehe <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/impressum/">Impressum</a>). Die Nutzung von Bildern anderer Fotografen in den Galerien bitte bei den Fotografen erfragen.</p>
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		<title>DUNKLE MATERIE</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 12:46:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Worin bestehen DIE NEUEN POLITIKEN DES LEBENS? Harvard-Professorin Sheila Jasanoff reflektiert diese Frage heute in ihrem Vortrag ZELLEN UND SOLIDARITÄTEN. Um 17 Uhr im HAU1. Die politische Dimension der Biologie beleuchtet Wissenschaftshistoriker Staffan Müller-Wille in ZELLEN UND IHRE VERBINDUNGEN um 18 Uhr. Müller-Wille interessieren die vielfältigen Metaphern, die Zellen seit dem 19. Jahrhundert auf sich <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/20/dunkle-materie/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Worin bestehen DIE NEUEN POLITIKEN DES LEBENS? Harvard-Professorin Sheila Jasanoff reflektiert diese Frage heute in ihrem Vortrag <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/zellen-und-solidaritaeten/">ZELLEN UND SOLIDARITÄTEN</a>. Um 17 Uhr im HAU1.</p>
<p>Die politische Dimension der Biologie beleuchtet Wissenschaftshistoriker Staffan Müller-Wille in  <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/zellen-und-ihre-verbindungen/">ZELLEN UND IHRE VERBINDUNGEN</a> um 18 Uhr. Müller-Wille interessieren die vielfältigen Metaphern, die Zellen seit dem 19. Jahrhundert auf sich ziehen. Nicht nur vom Zellstaat war die Rede, sondern Zellen wurden auch mit Batterien, Fabriken, Postämtern und Parlamenten verglichen.</p>
<p>Anschließend feiern wir im Theatergarten HAU1 ein großes ERNTEFEST. Alle sind eingeladen!</p>
<p>Gegenüber performen derweil die Computer bei <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/hello-hi-there/">HELLO HI THERE</a> unter Regie der New Yorker Künsterlin Annie Dorsen: Um 19 Uhr im HAU3. Danach wird es noch dunkler, als es eh schon ist: Im HAU2 läuft um 20 Uhr <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/dark-matter/">DARK MATTER</a> von Kate McIntosh (Englisch mit deutschen Untertiteln). Wir verraten nur so viel: Es geht ums Strippen, ums Abblättern, Schicht für Schicht für Schicht für Schicht – Was bleibt übrig? Was werden wir ganz am Schluß wissen? Viel weniger! Ganz genau!</p>
<p>Der für den Nachmittag geplante Vortrag <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/lob-des-fleisches/">LOB DES FLEISCHES</a>. BIOPOLITIK UND GESCHICHTE von Judith Revel aus Paris muss leider entfallen. Wir bitten um Verständnis.</p>
<p><a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/programm/#20">Das Programm des Zellen-Festivals im Überblick</a></p>
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		<title>STADTSAFARI AM SAMSTAG</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 11:04:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[KINDER- UND JUGENDPROGRAMM AUF DEM ZELLEN-FESTIVAL CREATE YOUR OWN STYLE heißt es heute von 13:30 bis 16 Uhr im STADTSAFARI-Container vor dem HAU1. Anita zeigt euch, wie ihr euren ganz eigenen Stil erfindet. Der Eintritt ist frei. Meldet euch an bei stadtsafari2010@googlemail.com. Der FIGHT CLUB präsentiert seine Performance und Ausstellung von 14 bis 17 Uhr. <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/20/stadtsafari-am-samstag/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KINDER- UND JUGENDPROGRAMM AUF DEM ZELLEN-FESTIVAL</p>
<p><img src="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/wp-content/uploads/2010/11/Lena6-150x150.jpg" alt="" title="Unterm Amaranth" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1245" /><a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/create-your-own-style/">CREATE YOUR OWN STYLE</a> heißt es heute von 13:30 bis 16 Uhr im STADTSAFARI-Container vor dem HAU1. Anita zeigt euch, wie ihr euren ganz eigenen Stil erfindet. Der Eintritt ist frei. Meldet euch an bei <a href="stadtsafari2010@googlemail.com">stadtsafari2010@googlemail.com</a>.<br />
Der FIGHT CLUB präsentiert seine Performance und Ausstellung von 14 bis 17 Uhr. Neben dem Theaterinneren bespielt der Jugendclub des HAU dabei auch das &#8220;äußere Innere&#8221;.</p>
<p>Um 17 wird zum “<strong>ANSTOSS MUSIK</strong>” gepfiffen, präsentiert von Kasper Mucke. Ein Konzert mit Kinder- und Jugendbands wie RAKETE X-BERG, LADIES FIRST und KNUTSCHFLECK. Das Band-Catering dazu gibt es nicht backstage, sondern frontstage.</p>
<p>Das große ERNTEFEST beginnt nach dem letzten Vortrag im Theater. Kommt vorbei!</p>
<p><a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/programm/#20">Das Programm des Zellen-Festivals im Überblick</a></p>
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		<title>NEUE FORMEN AUS DER WELT DER KOTYLEDONEN</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Nov 2010 10:17:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[WIE IN REYKJAVIK DAS ERSTE PRIVATE GOETHE-INSTITUT DER WELT ENTSTAND

<em>Von Wolfgang Müller
</em>

Im März 1998 schloss das Goethe-Institut seine isländische Niederlassung in Reykjavík. Als Grund der Schließung wurden von den offiziellen Vertretern der Institution „finanzielle Engpässe“ genannt. Nach dem wirtschaftlich bankrotten Albanien war nun Island das einzige europäische Land ohne staatliche deutsche Kulturvertretung. 

Gemeinsam mit der Künstlerin Ásta Ólafsdóttir diskutierte ich die neue Lage, die durch die Schließung der deutschen Kulturvertretung entstanden war. Wir verabredeten für die Ausstellung im August 1998 eine Arbeit mit dem Titel „privates Goethe Institut Reykjavík“ im Museum zu installieren und die Etablierung eines solchen Institutes zu betreiben. <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/20/neue-formen-aus-der-welt-der-kotyledonen/">>>Artikel lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>WIE IN REYKJAVIK DAS ERSTE PRIVATE GOETHE-INSTITUT DER WELT ENTSTAND</p>
<p><em>Von Wolfgang Müller<br />
</em></p>
<blockquote><p>Alle Gestalten sind ähnlich, und keine gleichet der anderen   (Johann Wolfgang von Goethe)</p></blockquote>
<p>Im März 1998 schloss das Goethe-Institut seine isländische Niederlassung in Reykjavík. Als Grund der Schließung wurden von den offiziellen Vertretern der Institution „finanzielle Engpässe“ genannt. Nach dem wirtschaftlich bankrotten Albanien war nun Island das einzige europäische Land ohne staatliche deutsche Kulturvertretung. In Island und Deutschland kam es aufgrund der Schließung zu unerwartet heftigen Protesten. In Afrika traf die Schließung des Goethe-Institutes im gleichen Jahr eines der ärmsten afrikanischen Länder, nämlich den Tschad.</p>
<p>Einen Tag nach den Schließungen in Island und dem Tschad eröffnete die Münchner Goethe-Instituts-Zentrale erstmals je ein Goethe-Institut in Estland, in Lettland und in Litauen. Die ehemaligen Staaten und Teilrepubliken des Ostblocks entwickelten sich seit dem Fall der Mauer 1989 und der Auflösung der Blöcke zu wichtigen neuen Investitionsstandorten und Absatzmärkten für die deutsche Wirtschaft. Angesichts der Schließungen und Neueröffnungen stellte sich die Frage, ob und wie weit die von der Zentrale des Goethe-Instituts betriebene Kulturpolitik ihrem Auftrag nach regierungsunabhängig, eigenständig gestaltet war oder ob sie sich bereits eng an die Bedürfnisse von Wirtschaft und Politik angepasst hatte.</p>
<p>Die Isländer fühlten sich durch die Entscheidung natürlich herabgesetzt. Um so mehr, als nach der Schließung aus München der Vorschlag kam, die Bibliothek des Reykjavíker Goethe-Institutes nach Kopenhagen zu verlagern. Für die Isländer, die jahrzehntelang für die Herausgabe ihrer alten Sagaschriften aus der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen und deren Rückkehr nach Island gekämpft hatten, war dieser Gedanke ein deutlicher Hinweis  auf fehlendes Interesse und mangelnde Sensibilität gegenüber ihrer Kultur seitens der deutschen Kulturvertreter.</p>
<p>Ein Jahr vor der Schließung des Reykjavíker Institutes waren Vorbereitungen für eine Kunstausstellung im Nýlistasafnið  (Living Art Museum) in Reykjavík angelaufen, zu der unter anderem auch ich als beteiligter Künstler eingeladen war. Die Kuratoren Michael Glasmeier und Hjálmar Sveinsson planten je einen Künstler aus Deutschland mit einem Künstler aus Island zusammenzuführen, die zusammen in einem Raum ein künstlerisches Projekt entwickeln sollten.</p>
<p>Gemeinsam mit der Künstlerin Ásta Ólafsdóttir diskutierte ich die neue Lage, die durch die Schließung der deutschen Kulturvertretung entstanden war. Wir verabredeten für die Ausstellung im August 1998 eine Arbeit mit dem Titel „privates Goethe Institut Reykjavík“ im Museum zu installieren und die Etablierung eines solchen Institutes zu betreiben. Durch Spenden aus Deutschland und Island sollte das Institut im Laufe der Ausstellung allmählich wachsen und erblühen. Per Annonce suchten wir entsprechende Materialien zur Ausgestaltung. Zahlreiche Isländer und Deutsche beteiligten sich daran, dem Institut Form und Gestalt zu geben. Schon bald füllten Bücher, Topfblumen, Videos, Stühle, Diaprojektor und Tische den Raum. Mit dem Sprachprogramm des geschlossenen Goethe Instituts wollten wir natürlich nicht konkurrieren. Statt dessen wurde Elfen-, Zwergen- und Sexualkunde in den Unterrichtsplan aufgenommen. Das Institut sollte ganz neue, eigene und bislang unbekannte Bereiche erschließen.</p>
<p>Über die isländische Post hatten wir die stillgelegte Telefon- und Faxnummern des geschlossenen Goethe-Institutes besorgt und in unserem Raum ein Telefon- und Faxgerät mit eben diesen Nummern angeschlossen. Über die Nummer 00354- 5516061 begin_of_the_skype_highlighting              00354- 5516061      end_of_the_skype_highlighting erreichten das private Goethe Institut nun zahlreiche solidarische Grüsse aus Deutschland. Der damalige Minsterpräsident von Niedersachsen und spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder lies über Fax die besten Grüsse übermitteln:</p>
<blockquote><p>„Sie und ihre engagierten Freunde sollen wissen, daß nach dem Wahlsieg eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung die Entscheidungen der jetzigen Bundesregierung zur Schließung von Goethe-Instituten überprüfen wird, da wir der deutschen Kulturvertretung im Ausland hohe Bedeutung beimessen und daher &#8211; wo immer möglich &#8211; die finanziellen Engpässe überwinden wollen.“</p></blockquote>
<p>Am 31. Juli 1998 wurde nun das Institut offiziell eröffnet. Der SPIEGEL griff das Ereignis auf und berichtete von der erfolgten Gründung eines „privaten Goethe-Institutes“ in einem Kunstmuseum in Reykjavík. Der damalige Pressesprecher der Goethe-Institutszentrale in München Dr. Wackwitz äußerte sich auf Nachfrage ausgesprochen positiv: „Wir finden das Projekt originell. Schön, dass jemand mit den Mitteln der Kunst auf ein politisches Problem aufmerksam macht.“</p>
<p>Nach der kurz darauf erfolgten Wahl von Gerhard Schröder zum neuen Bundeskanzler und der Wahl der rot-grünen Bundesregierung wurde die Entscheidung der Schließung tatsächlich rückgängig gemacht. Ein „Goethe-Zentrum Reykjavík“ wurde &#8211; ausgestattet mit einem Bruchteil des vorherigen Etats und zwei Halbtagskräften &#8211; zum Nachfolger des staatlichen Institutes erklärt. Es eröffnete am 16. Oktober 1998 in einem tristen Hinterhof in der Lindagata.</p>
<p>Während das Goethe-Institutes in München vom Modellcharakter des neuen Goethe-Zentrum Reykjavík sprach, und der Präsident Prof. Hilmar Hofmann zur Einweihung mit salbungsvollen Worten im Gepäck anreiste, wurde es in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „potemkinsches Institut“ bezeichnet. Ein wesentliches Element des Modellcharakters bestand darin, dass das Goethe-Zentrum selbständig nach finanzieller Förderung und Unterstützung im Land suchen sollte. Die Isländer also sollten deutsche Kulturarbeit zukünftig selbst bezahlen und die Halbtagskräfte könnten in einem der teuersten Länder Europas nebenbei noch ein bißchen jobben.</p>
<p>Unter welchen Umständen das neue Goethe-Zentrum arbeitete, wurde an seiner unkonventionellen Suche nach Förderern deutlich. Im folgenden dokumentiert durch eine Mail, die das Goethe-Zentrum an den in Deutschland lebenden Isländer Snorri Sigurðsson sandte. Snorri bot dem websitelosen Goethe-Zentrum Reykjavík eine mediale Präsenz an durch kostenlose Veröffentlichungen auf seiner Site http://www.geysir.de, einem deutsch-isländischen Informationsdienst. Als Antwort erhielt er folgende Mail:</p>
<blockquote><p>„Hallo Snorri, wir werden Sie gern als Mitglied im Förderverein Goethe-Zentrum aufnehmen, doch brauchen wir neben dem Jahresbeitrag von 50 DM auch noch einige Angaben zu Ihrer Person, wie Anschrift, Kennziffer und Telefonnummer. Den Geldschein versenden Sie bitte in einem leicht gefütterten Umschlag an Goethe-Zentrum, P.O. Box 902, IS-121 Reykjavík.“</p></blockquote>
<p>Nach dem deutschen Postbeförderungsgesetz ist das Versenden von Bargeld strafbar. Somit sei diese Mail eine Anstiftung zu einer Straftat, bemerkte der angeschriebene Snorri P. Sigurðsson in seiner Antwort an das Goethe-Zentrum. Um sich nicht strafbar zu machen, kündigte Snorri Sigurðsson an, dass er seine Verwandten in Island bitten werde, den DM 50.- Schein persönlich im Goethe-Zentrum vorbei zu bringen.</p>
<p>Das Projekt „privates Goethe-Institut“ agierte nach Ausstellungsende in Nýlistasafnið an ständig wechselnden Orten und eröffnete zahlreiche Zweigstellen. Jeder und jede konnte und kann überdies ein solches Institut eröffnen, indem er/sie eine entsprechende Messingtafel mit der Prägung „Goethe Institut Reykjavik“, dem spiegelverkehrten Instituts-Logo und dem Namen seiner Zweigstelle ordert. Dazu erhält der Käufer folgendes Zertifikat:</p>
<blockquote><p>„Sie sind im Besitz eines Kunstwerkes mit dem Titel ZWEIGSTELLE. Damit es auch von Mitarbeitern und Besuchern des Goethe-Instituts als solches wahrgenommen wird, müssen Sie dieses Werk entsprechend anbringen. Dazu stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl: Rahmen Sie es oder montieren Sie es auf ein größeres Holzbrett, schrauben Sie es auf ein Metallteil oder befestigen Sie es auf einem anderen geeigneten Material. Sie können es auch mit einer Plexiglashaube abdecken. Bringen Sie es nur innerhalb Ihrer privaten Räume an. Am besten, dort, wo ihre Gemälde hängen und ihre Skulpturen stehen. In Arztpraxen, Rechtsanwaltbüros, Galerien und Kunsthallen muss das Schild so angebracht werden, dass Besucher es eindeutig als Kunstwerk identifizieren. Bei etwaigen Unsicherheiten kontaktieren Sie Ihren Rechtsanwalt oder die Rechtsabteilung der Goethe Instituts Zentrale München. Der Künstler haftet nicht für den unsachgemäßen Gebrauch des Kunstwerks durch missverständliche Montage.“</p></blockquote>
<p>Zweigstellen des privaten „Goethe Institut Reykjavík“ sind seitdem in folgenden Institutionen, Praxen, Hochschulen und Wohnungen eingerichtet worden oder erhielten ein Messingschild, um dieses ggf. tun zu können (Option):</p>
<p>1. Frisör BEIGE Berlin<br />
2. Hybriden &#8211; Verlag Berlin<br />
3. Dörrie * Priess Hamburg<br />
4. Martin Schmitz Verlag Berlin<br />
5. Gerhard Dörries Berlin<br />
6. Ingimundur Sigfússon (Option)<br />
7. Museum Ferner Gegenden e.V. Hamburg<br />
8. Büro Neapel<br />
9. Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig<br />
10. Útibú Lag Reykjavík<br />
11. Sommerkino Berlin<br />
12. Galerie Katze 5<br />
13. M. Mergl Berlin<br />
14. Jón B. Atlasson, Wien<br />
15. Marc Schulz, Eichzell</p>
<p>Das Kunstprojekt „privates Goethe Institut von Reykjavík“ realisierte 1999 die  „Islandshow“ im Berliner Veranstaltungshaus Podewil, zu der zahlreiche isländische Künstler eingeladen waren. Der isländische Botschafter in Berlin Ingimundur Sigfússon eröffnete die Veranstaltung mit einer Rede. Zu den Spielorten des privaten Goethe Instituts von Reykjavík gehörte auch die Hamburger Galerie Dörrie * Priess, in der eine Ausstellung mit dem Titel „Metamorphosen des Goethe-Institut Reykjavík“ gezeigt wurde. In Reykjavík organisierte das Projekt im August 2000 die Ausstellung „Goethes isländische Reise“, die im Gulahúsið, dem ersten besetzten Haus Islands gezeigt wurde. Das gegenüber liegende Goethe-Zentrum zog einige Monate später von der Lindagata in ein Büro am Laugavegur. Siebzehn Künstler aus Deutschland, Holland und Österreich beteiligten sich an „Goethes isländische Reise“. In Erscheinung trat das Projekt weiterhin an der Berliner Volksbühne: Regisseur Christoph Schlingensief lud mich in der Rolle des Direktors des privaten Goethe-Institutes Reykjavík zur Liebeskummerberatung in sein Stück Loveprangs ein. Lektionen in Elfen-, Zwergen- und Sexualkunde konnten bei dieser Gelegenheit liebeskummerkranken Theaterbesuchern vermittelt werden.</p>
<p>Nur kurze Zeit nachdem die Deutsche Presseagentur (dpa) vermeldete, dass in der Volksbühne in Schlingensiefs neuem Stück eine Liebeskummerberatung für die Theaterbesucher durch einen echten Oberstaatsanwald (Dietrich Kuhlbrodt) und den Direktor des „privaten Goethe Institut Reykjavík“ möglich sei und Planungen zur Einrichtung einer Zweigstelle im Berliner Frisör Beige vorgenommen waren, erreichte mich ein Einschreiben mit Rückschein von der Rechtsabteilung der Goethe-Institutszentrale in München. Meine Kunstaktion wurde als ein schwerer Eingriff in einen „ausgeübten und eingerichteten Gewerbebetrieb“ bezeichnet, der zum „Schadenersatz nach § 823 I BGB“ berechtige. Mein Spiel mit dem gespiegelten Goethe-Institutslogo8 wurde als eklatante Verletzung geltender Rechtsvorschriften bezeichnet, „Verwechslungsgefahr“ bestünde und das Markenschutzrecht „gemäß § 4 Nr.1 MarkG“ wurde zitiert. Dr. Falk, Bereichsleiter 81 von der Rechtsabteilung des Goethe-Institutes forderte mich im beigefügten Schreiben auf, umgehend eine Erklärung zu unterzeichnen, die mich dazu verpflichten sollte, weder ein dem Markenzeichen des Goethe-Institutes ähnliches Zeichen zu benutzen, noch mich als Betreiber eines privaten oder öffentlichen Goethe-Institutes zu bezeichnen. Für jeden Fall der Zuwiderhandlung müsste ich DM 10.001.- bezahlen.</p>
<p>Eine absurde Situation, die mich dazu veranlasste, dem damaligen Generaldirektor des Goethe-Instituts Prof. Hilmar Hoffmann zu schreiben. Ich legte in diesem Schreiben dar, dass das Projekt „privates Goethe Institut Reykjavík“ eine rein künstlerische Arbeit sei und bot ihm an, das Missverständnis auf künstlerische und kreative Weise zu klären. Da ich freischaffender Künstler ohne regelmäßiges Einkommen und Rechtsschutzversicherung sei, hätte ich kein Interesse an einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Ich bat um seinen Rat und Hilfe. Zu meiner großen Enttäuschung reagierte Prof. Hilmar Hoffmann auf das Schreiben nicht. Statt dessen eskalierte die Situation. Dr. Hermann Falk drohte in einem weiteren Brief, dass er nur noch „absolut minimalen Raum“ für eine außergerichtliche Einigung sehe.</p>
<p>Schließlich sandte ich der Münchner Rechtsabteilung eine von meinem Rechtsanwalt Dr. Wiese und mir umgestaltete Fassung der Unterlassungsverpflichtungserklärung, in der das Angebot gemacht wurde , „dass Herr Müller sein Projekt privates Goethe-Institut in Walther von Goethe Foundation Reykjavík umbenennt.“ Gleichzeitig verpflichte ich mich dazu zu unterlassen, Dritten gegenüber zukünftig zu behaupten, ich sei Leiter eines privaten oder öffentlichen Goethe Institutes.</p>
<p>Es war so, als hätte das dänische Königshaus eigenhändig die Monarchie abgeschafft, um anschließend im Theater eine Hamlet-Aufführung von Shakespeare verbieten zu lassen. Dies ist nicht der Prinz von Dänemark.</p>
<p>Da ich sowieso nie der Leiter eines privaten oder staatlichen Goethe Institutes gewesen war, konnte ich meine Unterschrift unbesorgt unter das Dokument setzen. Dies ist keine Pfeife. Und dies ist auch nicht der Leiter eines Goethe-Institutes. Kunst und Wirklichkeit flossen auf eigenartige Weise zusammen. Wirklichkeit wurde zur Kunst und Kunst wurde Bestandteil der Wirklichkeit. Eine eigenartige Metamorphose vollzog sich. Dadurch, dass die Zentrale des  Goethe-Instituts unnachgiebig auf die Unterzeichnung der absurden Erklärung bestand, brach das Kunstprojekt nun auf überraschende, ungeplante Weise in die Wirklichkeit ein und wurde zum Bestandteil dieser. Es war offensichtlich zu realistisch geworden, um selbst von einer Kulturinstitution als künstlerische Arbeit wahrgenommen werden zu können.</p>
<p>Schließlich berichteten SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine Zeitung und andere Medien über die Zuspitzung der Situation. Um das unter finanziellen Schwierigkeiten leidende Goethe-Institut nicht mit einem Prozess gegen mich zu belasten, den überdies ich selbst mitfinanziert hätte &#8211; nämlich als deutscher Steuerzahler &#8211; wandte ich mich an den Bundesaußenminister Joschka Fischer mit der Bitte um Unterstützung.</p>
<p>Tatsächlich erhielt ich eine Antwort auf mein Schreiben. Christiane Gnodtke vom Referat Goethe Institut beim Auswärtigen Amt schrieb: „Das Auswärtige Amt hat Ihre Bedenken mit Goethe-Institut Inter Nationes aufgenommen und die Möglichkeiten einer Entschärfung des Konfliktes besprochen.“  In diesem Brief vom 10. Mai 2001 fand sich auch die Bemerkung, dass mir am 9. Mai das Goethe Institut ein Schreiben übermittelt haben müsste, in dem es mir ein Angebot zu gemeinsamer Projektarbeit mache. Tatsächlich war ein solches Schreiben mit Datum 9. Mai 2001, also tags zuvor bei mir eingetroffen.</p>
<p>So konnte nur zwei Tage darauf der isländische Botschafter Ingimundur Sigfusson bei der Eröffnung einer „Zweigstelle“, &#8211; jetzt zur Walther von Goethe Foundation gehörig &#8211; im Frisör BEIGE dem Publikum die Botschaft verkünden, dass das Goethe Institut den Konflikt für erledigt betrachte und „dem Künstler und Islandfreund Wolfgang Müller nun sogar mögliche Zusammenarbeit und Kooperation in Aussicht stellt“.</p>
<p>Doch wer war Walther von Goethe? Walther von Goethe (1818 &#8211; 1885) war Kammerherr, Komponist und der letzte direkte Spross von Goethe.  Er verwaltete das Erbe seines Großvaters und damit auch Materialien zur „Der Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“. Es erschien 1790 als schmales Bändchen bei Ettlinger in Gotha und ist Goethes erste Veröffentlichung im Bereich der Naturwissenschaften &#8211; die einzige, die er wiederholt in unveränderten Drucken herausgebracht hat.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-1575" title="MetamorphoseEntwurf_klein" src="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/wp-content/uploads/2010/11/MetamorphoseEntwurf_klein.jpg" alt="" width="250" height="377" />Im Frühjahr 2002 ersteigerte der isländische Germanist Jón Atlason ein Exemplar der seltenen Erstausgabe im Berliner Auktionshaus Gerda Bassenge. Das Büchlein  mit dem Ex libris „Ex Bibliotheca Giesiana“ sollte der Grundstock für die erste Veröffentlichung in der Reihe „Schriften der Walther von Goethe Foundation“ werden. Es befindet sich im Bestand der Präsenzbibliothek der Walther von Goethe Foundation. Deren Logo bildet ein stilisierter Meisenknödel. Jón Bjarni Atlason erarbeitete über mehrere Monate eine Übersetzung des Textes ins Isländische.</p>
<p>Im Oktober 2002 konnte ich diese Übersetzung in einer Ausstellung im Nýlistasafnið präsentieren. Dazu erschien das Werk als zweisprachiges Taschenbuch mit dem unveränderten Originaltext von 1790 und der isländischen Erstübersetzung. Auf dem Buchtitel ist die Bronzeskulptur „Gnocco per cinciallegre“  (Meisenknödel) abgebildet, die in Neapel gegossen wurde, also der italienischen Stadt, in der Goethe seine Visionen zur Pflanzenmetamorphose hatte. Das Goethe-Institut unterstützte das Projekt durch eine Übernahme der Installationskosten, womit erstmals die angebotene Zusammenarbeit zwischen Goethe Institut und  Walther von Goethe Foundation verwirklicht wurde.</p>
<p>Tilraun til ad skýra myndbreytingu plantna<br />
Herausgeber: Wolfgang Müller, Tilraun til ad skýra myndbreytingu plantna/Der Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären; in isländischer Erstübersetzung, Deutsch-isländische Ausgabe, farb. Cover, 112 S., Schriften der Walther von Goethe Foundation, ISBN 3-927795-32-1, Berlin-Reykjavík 2002, 14,50 Euro.</p>
<p>Kotyledonen in Natur und Akademie</p>
<p>„Der Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“ zählt zu Goethes naturwissenschaftlichen Hauptwerken. Es ging ihm in dieser Schrift um den Nachweis eines organischen Aufbaus der Naturphänomene und ihrer prozeßhaften Entwicklung.  Mit der Arbeit kann man Goethe als einen der bedeutensten Vorläufer Darwins bezeichnen. Die Schrift gilt als wegbereitend für die Darwins’sche Evolutionslehre. Zu Goethes Zeit hat das Buch nur sehr reservierte Aufnahme gefunden. Im Vergleich zur rein experimentellen und rationalistischen modernen Naturwissenschaft enthalten Goethes Untersuchung durchaus spekulative Elemente. Aber Goethes ganzheitlicher Blick auf das Wirken naturwissenschaftlicher Phänomene hat angesichts des heutigen Zerfalls der Naturwissenschaft in immer spezialisiertere Disziplinen seine Bedeutung erhalten und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Interessanterweise hat Goethe selbst mit Begriffen aus der „Metamorphose der Pflanzen“ die Neugründung einer Institution beschrieben. So hat er die Vorstellung des Keimhaften, Anfänglichen der Cotyledonen (Keimblätter) in einem Brief an den Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach vom 24. März 1816 als Gleichnis angewandt, indem er von den cotyledonischen Anfängen einer Akademie der Naturwissenschaften sprach. Und gerade heute hat dieser, seiner Zeit vorauseilende botanische Klassiker neue Aktualität gewonnen. Der ganzheitliche Blick des Künstlers auf Strukturen und Erscheinungen auch komplizierter und komplexer Bereiche in Wissenschaft, Forschung und eben auch Kulturvermittlung und Institutionen, das intuitive Erahnen des Zukünftigen, hat wieder eine gewisse Bedeutung bekommen. Was Goethe in der späteren Gedichtfassung der „Metamorphose der Pflanzen“ mit „Vorbild“ und „Kraft“ meint, die im Samen schlafe, sind ja nichts anderes als die Gene, die erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Flemming entdeckt wurden. Diese Gene gilt es nun aus ihrem Schlaf zu wecken, ihnen den Nährboden zu geben, auf dem sie ihre ganze gestalterische Pracht entfalten können.</p>
<p>Für Forscher: <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/wp-content/uploads/2010/11/Mueller-Entstehungsgeschichte.pdf" target="_blank">Die Entstehungsgeschichte des privaten Goethe-Instituts als pdf mit Fußnoten</a></p>
<p><em>Der Künstler <a href="http://www.wolfgangmueller.net" target="_self">Wolfgang Müller</a> präsentierte seine Bemühungen um das Goethe-Institut auf dem Festival ZELLEN im Rahmen der Vortrags-Performance <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/parasitaere-symbiosen/">PARASITÄRE SYMBIOSEN</a> &#8211; J.W. GOETHE -– HARTZ IV VORTRAG, FILM U. GESPRÄCH.<br />
</em></p>
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		<title>ZWISCHEN &#124; RAUM</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 14:08:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Performance WITHIN THE INTERIM (A WHILE WITHAL) von MORITZ MAJCE, 16. November 2010]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Performance <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/within-the-interim/">WITHIN THE INTERIM (A WHILE WITHAL)</a> von MORITZ MAJCE, 16. November 2010 <div class="ngg-galleryoverview"><div class="slideshowlink"><a class="slideshowlink" href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/19/zwischen-raum/?show=gallery">[Show picture list]</a></div>[[Show as slideshow]]</div>
<div class="ngg-clear"></div>
</p>
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		<title>UNIGROWCITY</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 13:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[YOUR CITY BECOMES OUR GARDEN „Das Theater ist die Form schlechthin, um der Beobachtung des Menschen durch den Menschen selbst eine Form zu geben und so die Beobachtung zweiter Ordnung in die Gesellschaft wieder einzuführen und dort auf ihre Verführung und Ansteckung, ihre Risiken und Gefahren hin – zu beobachten.“ Dirk Baecker* Was passiert, wenn <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/19/unigrowcity/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>YOUR CITY BECOMES OUR GARDEN</p>
<blockquote><p>„Das Theater ist die Form schlechthin, um der Beobachtung des Menschen durch den Menschen selbst eine Form zu geben und so die Beobachtung zweiter Ordnung in die Gesellschaft wieder einzuführen und dort auf ihre Verführung und Ansteckung, ihre Risiken und Gefahren hin – zu beobachten.“ Dirk Baecker*</p></blockquote>
<p>Was passiert, wenn ein Garten ins Theater kommt? Was lässt sich hier verhandeln? UNIGROWCITY ist ein virtueller Garten, in dem gemeinsam Ideen kultiviert und auf ästhetischer, ökologischer und sozialer Ebene weiterentwickelt werden.<span id="more-1512"></span></p>
<p>Wir haben zu einem gemeinsamen Skizzieren von Ideen eingeladen, die schnell und ohne Wertung ein zukünftiges Modell der Stadt als Garten umreißen sollen. Auf einer Leinwand über den Beeten sind groß projektierte Textabschnitte aus Ernst Callenbachs Roman „Ökotopia. Notizen und Reportagen von William Westen aus dem Jahre 1999“ zu lesen. Mit diesen Auszügen aus der 1975 in Amerika verfassten ökologischen Utopie möchten wir die Besucher anregen, sich selbst in die Zukunft hineinzuversetzen. In kleineren Gruppen werden phantastische Vorstellungen formuliert, die über den Rahmen des scheinbar Möglichen hinausgehen und trotzdem Ansätze für Realisationen bieten. Einige dieser zusammen entwickelten Vorstellungen werden auf Schilder gedruckt, die in den Beeten des Gartens im Theater vorübergehend einen Platz finden und hoffentlich über sich hinauswachsen.</p>
<div class="ngg-galleryoverview"><div class="slideshowlink"><a class="slideshowlink" href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/19/unigrowcity/?show=gallery">[Show picture list]</a></div>[[Show as slideshow]]</div>
<div class="ngg-clear"></div>

<p>Im Anschluss an diesen praktischen Teil präsentiert Vivien Rupp im Sinne der vorangegangenen Überlegungen den Edelpilzanbau der „Chido UG“. Sie erläutert wie man das in Afrika gegründete Projekt in Berlin weiterentwickeln und auf Abfällen Nahrungsmittel anbauen kann.</p>
<p><em>Min Stiller, Susanne Stövhase und Vivien Rupp</em> (<a href="http://www.zeri.org/chido.htm">Chido UG</a>)<br />
Der Workshop <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/unigrowcity/">UNIGROWCITY</a> fand am 17.11.2010 im HAU1, Berlin, statt.</p>
<p>* Dirk Baecker, Das Theater als Trope: Von der Einheit der Institution zur Differenz der Formate, Manuskript zum Vortrag in der Ringvorlesung „Die Kritik der Institution: Recherchen zum Stadttheater der Zukunft“, Hessische Theaterakademie in Zusammenarbeit mit Theater Freiburg, Frankfurt am Main, 20. Mai 2010.</p>
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		<title>WIE MAN GEWISSHEITEN AUFWEICHT</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Nov 2010 12:05:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<category><![CDATA[PODIEN]]></category>
		<category><![CDATA[Annie Dorsen]]></category>
		<category><![CDATA[Computerperformance]]></category>
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		<description><![CDATA[Kate McIntosh kommt heute aus Brüssel ins Hebbel am Ufer und gibt einen Workshop über kreative Verunsicherung: WE JUST DON’T KNOW. WIE MAN GEWISSHEITEN AUFWEICHT, ab 14:00 im HAU1. Vor der Tür wird gegrilllt: Die Arena-Klasse der Ferdinand-Freilinggrath-Schule funktioniert den STADTSAFARI-Container vor dem HAU1 zum temporären Restaurant um. Ab 16 Uhr gibt es PRIVAT KINO <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/19/wie-man-gewissheiten-aufweicht/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kate McIntosh kommt heute aus Brüssel ins Hebbel am Ufer und gibt einen Workshop über kreative Verunsicherung: <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/we-just-dont-know/">WE JUST DON’T KNOW</a>. WIE MAN GEWISSHEITEN AUFWEICHT, ab 14:00 im HAU1.</p>
<p>Vor der Tür wird gegrilllt: Die Arena-Klasse der Ferdinand-Freilinggrath-Schule funktioniert den  <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/stadtsafari/">STADTSAFARI</a>-Container vor dem HAU1 zum temporären Restaurant um. Ab 16 Uhr gibt es PRIVAT KINO im Container. Die Arena-Klasse bringt zwei Filme mit, aber welcher wirklich läuft, entscheidet das Publikum.</p>
<p>Abends ist auf der anderen Uferseite die Computerperformance der New Yorker Künstlerin Annie Dorsen zu erleben, mit anschließendem Publikumsgespräch. <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/hello-hi-there/">HELLO HI THERE</a> um 20 Uhr im HAU3.</p>
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		<title>DIE STADT IST UNSERE FABRIK</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 23:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZYTOLOGIE]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Schäfer]]></category>
		<category><![CDATA[Die Stadt ist unsere Fabrik]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus dem gleichnamigen Buch von Christoph Schäfer, gestern in der b_books-DONNERSTAGSPRAXIS zu Gast im Theatergarten Hebbel am Ufer. Dazu ein Interview mit Christoph Schäfer aus der Kategorie: Texte die es nicht in &#8220;Die Stadt ist unsere Fabrik&#8221; geschafft haben. &#160; Gängeviertel, 22. August 2009. Ole Frahm: &#8220;Die Bar ist provisorisch eingerichtet &#8211; ein paar Latten <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/18/die-stadt-ist-unsere-fabrik/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><div class="ngg-galleryoverview"><div class="slideshowlink"><a class="slideshowlink" href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/18/die-stadt-ist-unsere-fabrik/?show=gallery">[Show picture list]</a></div>[[Show as slideshow]]</div>
<div class="ngg-clear"></div>
 Aus dem gleichnamigen Buch von <a href="http://www.christophschaefer.net " target="_blank">Christoph Schäfer</a>, gestern in der b_books-<a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/donnerstagspraxis/">DONNERSTAGSPRAXIS</a> zu Gast im Theatergarten Hebbel am Ufer. Dazu ein Interview mit Christoph Schäfer aus der Kategorie: Texte die es nicht in &#8220;Die Stadt ist unsere Fabrik&#8221; geschafft haben.<span id="more-1457"></span><br />
<br/>&nbsp;<br/></p>
<h3>Gängeviertel, 22. August 2009.</h3>
<p>Ole Frahm: &#8220;Die Bar ist provisorisch eingerichtet &#8211; ein paar Latten sind einfach über eine Metalltür gezogen worden, bisschen Plastik draufgelegt, an den Wänden sind behelfsmässig Paletten auf denen Gläser stehen, die Bar ist einfach aus ein paar Brettern zusammengezimmert, der Eingang mit Absperrbändern gemacht. Wir gehen jetzt mal weiter &#8211; hier im Hof wird gearbeitet. Da malen zum Beispiel Leute auch einfach Bilder an Wänden. Aber sag mal &#8211; Malerei ist doch total out oder?&#8221;</p>
<p>Christoph Schäfer: Neenee, das kommt immer darauf an was auf dem Bild drauf ist.</p>
<p>Ole Frahm: Was ist auf dem Bild drauf eigentlich?</p>
<p>Christoph Schäfer: Ist das die richtige Frage? Geht das jetzt hier um Malerei-oder-Nicht-Malerei?</p>
<p>Ole Frahm: Wenn Du hier schon vor der Leinwand stehst und tatsächlich ein Objekt malst, erstmal sehr viel weiß pinselst. Das Objekt selber sieht aus , wie&#8230; tja.</p>
<p>Christoph Schäfer: Über das Objekt werden Sie sich heute der Sache nicht nähern können. Das kann ich Ihnen jetzt schon versprechen. Das ist ein Berg. Aber das Bild hat das Thema &#8220;Die Stadt ist unsere Fabrik&#8221;, und der werde ich mich hier jetzt annäheren. Ich schaff jetzt hier nur ein paar Grundlagen gerade. Das wird dann in einem Diskussionsprozess entstehen.</p>
<p>Ole Frahm: Also in nem Dislkussionsprozess der Arbeit hier vor Ort.</p>
<p>Christoph Schäfer: Genau, genau. Und da, muss ich sagen, ist die Malerei irgend einem Computer noch lange nicht unterlegen.</p>
<p>Ole Frahm: Es kommt drauf an was man draus macht. Ich seh hier gibt’s ein Skizzenbuch. Ist das jetzt die Idee das Skizzenmaterial als Grundlage für die Diskussion zu nehmen?</p>
<p>Christoph Schäfer: Also für mich ist das sowas, dass ich mit Skizzen auch Ideen entwickle. Und Denken und so. Das kann man nicht so genau ausrechnen ob das nun um Denken geht oder um Zeichnen. So um &#8220;schöne Zeichnung&#8221; im engen Sinne geht&#8217;s natürlich nicht, das hat mich aber auch noch nie interessiert, ehrlichgesagt.</p>
<p>Ole Frahm: Und die Leinwand hängt hier einfach an sonem Bauzaun &#8211; die hast Du hier einfach aufgehängt?</p>
<p>Christoph Schäfer: Der Bauzaun war schon da, die Leinwand hab ich drangehängt.</p>
<p>Ole Frahm: Ist ja so ein bisschen die Großkunstgeste &#8211; so mit Riesenleinwänden in großen Ateliers zu arbeiten.</p>
<p>Christoph Schäfer: Ja, genau. Wobei, hier auf der Straße &#8211; es hat auch die Prekarität.</p>
<p>Ole Frahm: Also du zitierst auch den Montmartre-Maler.</p>
<p>Christoph Schäfer: Ja dafür ist das Bild tatsächlich zu groß. Ich halte ja sehr viel vom mexikanischen Muralismo.</p>
<p>Ole Frahm: Was ist das?</p>
<p>Christoph Schäfer: Das ist Wandmalerei. Also Siqueiros &#8211; Alfaro Siqueiros, Diego Rivera sind &#8211; glaube ich &#8211; household names, auch bei der Hörerschaft dieses Radios. Also wenn man das mal erlebt hat, wie da in einem Präsidentenpalast in Mexico so ein Bild ist und da sind so die Leute drauf abgebildet, und man erkennt dann, dass die draußen teilweise durchaus noch so ähnlich aussehen, dazwischen der Kopf von Karl Marx, und dann ein Führer, der das Bild erklärt &#8211; und das, nachdem die Revolution dort ja schon vor 50 Jahren &#8220;institutionalisiert&#8221; wurde, ist das schon ein sehr toller Moment, wo man merkt, das kann sich auch immer wiederaktualisieren, so ne Malerei.</p>
<p>Ole Frahm: Ah! O.k&#8230;</p>
<p>Christoph Schäfer: Also ich finde diese Malerei-Ja-Nein-Debatte&#8230;<br />
- kann stimmen &#8211; muss aber nicht!</p>
<p>Ole Frahm: Es wäre dann eher eine Frage des Kontextes.</p>
<p>Christoph Schäfer: Auf jeden Fall. Die hat natürlich den Vorteil zu einem Zeitpunkt wo alle anderen Medien kopierbar sind, ist sie es gerade nicht. Und sie ist sehr leicht zu handeln. Sehr leicht hin und her zu schieben. Das ist der Punkt an Malerei, der sie so extrem kommerziell macht. Das ist aber gleichzeitig auch ein Vorteil. Das muss man auch taktisch sehen.</p>
<p>Ole Frahm: Taktisch im Sinne von: welche Felder man besetzen kann.</p>
<p>Christoph Schäfer: Nicht nur das &#8211; womit man auch sein Geld verdienen kann.</p>
<p>Ole Frahm: Ja. Du machst jetzt hier aber keine Verkausausstellung?</p>
<p>Christoph Schäfer: Wer weiß &#8211; vielleicht ist das der Beginn einer großen Karriere.</p>
<p>Ole Frahm: Ich hab jetzt eben jemanden drinnen interviewt, relativ ausführlich, dass sie hier sowas wie ein neues Kreativquartier gründen wollen. Was hat Dich hierher getrieben?</p>
<p>Christoph Schäfer: Ich glaube, dass in den letzten Monaten eine sehr interessante Debatte hier in der Stadt angefangen hat, wo &#8211; ich sag&#8217;s jetzt mal mit dem hässlichen Wort &#8211; die &#8220;Kreativen&#8221; anfangen eine Schlüsselrolle zu spielen. Für mich ist der Begriff eigentlich: Die Stadt ist unsere Fabrik. Und im Moment sind die Bewegungen und die Szenen, die Räume entwickeln, die Lebensstile entwickeln, die Haltungen entwickeln, tatsächlich Teil des kapitalistischen Produktionssystems geworden. Das war früher nicht so. Und dadurch sind diese städtischen und innerstädtischen Millieus, sind also die Orte, von denen man auch lebt, und die man gleichzeitig auch produziert, und dadurch sind Kreative, Künstler im weitesten Sinne in die Position gerutscht, die man durchaus vergleichen könnte mit der der Arbeiter vor 200 Jahren &#8211; so als sie angefangen habe früheste Formen der Organisierung zu machen. Und diese Auseinandersetzungen um Räume, die jetzt ausbrechen, sind ganz essentielle Auseinandersetzungen, weil Raum inzwischen das Produktionsmittel geworden ist für Leute. Das heißt auch, dass man in der Innenstadt wohnt, ist auch wichtig für viele Leute, damit sie überhaupt noch Anschluß an ihr soziales und ihr berufliches Netzwerk kriegen, genauso wie Kundschaft, d.h. dass es enorm wichtig ist, dass man sich solche Orte auch einfach hält und behauptet &#8211; mit einer Szene zum Beispiel. Für mich wäre der Slogan schon &#8220;Die Stadt ist unsere Fabrik&#8221;. Das hängt auch damit zusammen, dass sich privates und berufliches nicht mehr so genau auseinander rechnen lassen. Das ist für mich auch eine große Veränderung die in den letzten 20 Jahren passiert. Die ist auch schon länger im Gange. Aber jetzt nochmal technisch unterstützt, ist jetzt überhaupt nicht mehr auseinanderzurechnen, ist jetzt Dein Kontakt, mit dem Du Freundschaft pflegst, wieviel Prozent davon ist Freundschaft, wieviel Prozent ist Beruf, Wissensbildung, Wissensaustausch. Und deshalb ist zum Beispiel das Mietrecht, das noch gewisse Wohnverhältnisse schützt, das reicht einfach nicht mehr aus,  weil es ganz viele Leute gibt, die Räume für was anderes brauchen, und wenn die dann aus den Innenstädten rausfliegen, dann funktioniert das halt nicht mehr. Und im Moment haben wir ja ein schon fast systematisches Killen von Clubs, von Orten, wo tatsächlich Wissen produziert wird, wo neue Lebenshaltungen produziert werden,  und das steht in nem krassen Widerspruch zu der Umgarnung, die die Stadt Hamburg gerade von Kreativen Szenen macht, weil sie natürlich begriffen haben, dass da der Mehrwert erzeugt wird. Sie begreifen aber nicht, dass das diese kleinen schrabbeligen Läden sind und begreifen das immer erst an so ner späteren Stelle&#8230;</p>
<p>Ole Frahm: Das ist doch ein klarer Unterschied zu den Fabriken des frühen 19ten Jahrhunderts.</p>
<p>Christoph Schäfer: Meinst Du?</p>
<p>Ole Frahm: Damals haben sie schon begriffen dass da produziert, dass da Mehrwert erzeugt wird. Zumindest in England wo schon im 18ten Jahrhundert die ganzen Bauern im Prinzip enteignet werden, ihre Felder zu Schafwiesen gemacht und sie in die Fabriken getrieben werden. Da ist ja schon klar, das ist jetzt der Motor. Und das ist ja hier zumindest neunübersichtlichere Situation.</p>
<p>Christoph Schäfer: Naja, das Problem ist doch, dass es nicht mehr organisiert ist wie eine Fabrik, mit einem Besitzer &#8211; sondern dass wir alle vom Neoliberalismus in so ne Art ich-AG gezwungen wurden, also zu soner Art Selbstvermarkter werden. Das ist halt viel näher dran an denen, die es vielleicht mal direkt vermarkten können. Das ist die eine Möglichkeit &#8211; die andere ist, dass die das natürlich schon erkennen &#8211; so ein Festival wie das Dockville wird ganz gezielt nach Wilhelmsburg gebracht. Man versucht ganz gezielt die kreative Szene auszuquetschen und nach Barmbek zu bringen um dort ein Kreativquartier zu machen. Man hat das auf einer gewissen Ebene durchaus erkannt. Da oben.</p>
<p>Ole Frahm: Also ihr seid Instrument der Stadtplanung.</p>
<p>Christoph Schäfer: Ja. Oder schau die Subvision an &#8211; wird jetzt gleichzeitig demnächst eröffnet. Da haben sie ja ganz präzis umrissen: uns fehlt das Kreative, das Subversive, und wie kriegen wir das irgendwie rein, ohne das wir die Kosten dafür zahlen müssen? Da laufen jetzt gerade die zwei Modelle sehr interessant nebeneinander her.</p>
<p>Ole Frahm: Und das hier wäre das andere Modell?</p>
<p>Christoph Schäfer: Ja. Und zwar eins, dass sich sehr schön an so ner Schwelle bewegt, zwischen Eigenvermarktung &#8211; es geht um unsere Arbeitsmöglichkeiten tatsächlich an soner Stelle. Das finde ich, ist auch interessant dran. Oder es geht auch darum; will man in einer langweiligen Stadt leben, ja oder nein. Und das Problem ist schon, dass das &#8220;Off&#8221;-Marketing der Stadt Hamburg begriffen hat: eine langweilige Stadt will man natürlich auf gar keinen Fall sein. Man merkt auch, dass das mit dem Maritimscheiß nicht so ganz klappt, da haut ihnen ihr Standortmarketing immer dazwischen, weil das einfach zu öde ist. Das begreift jeder Betriebswirtschaftler inzwischen, während sowas, was hier passiert, das begreifen die nicht, und das ist natürlich viel aufregender. Ich find das hier selbst sehr aufregend, weil ich überhaupt nicht einschätzen kann, worum es sich hier eigentlich handelt. Und das wird nicht nur mir allein so gehen. Das finde ich gut. Ich weiß gar nicht ob ich das übers Radio so hören will, aber das find ich im Moment unglaublich wichtig, dass Sachen passieren, die man überhaupt nicht mehr einschätzen kann. Was ist das? Ist das überhaupt politisch?</p>
<p>Ole Frahm: Ja, man riecht hier, was ist es, patchouli, und man fragt sich, naja&#8230; O.K., das schmeckt hier nicht wirklich nach Klassenkampf. Aber Klassenkampf ist vielleicht nicht mehr dass die Partei oder die Gewerkschaft sagt, dass wir uns organisieren müssen.</p>
<p>Christoph Schäfer: Ja es gibt ja diesen Unterschied, nicht. Das war eine Diskussion, die wir vor ein paar Tagen hatten, im Keller eines Lokals, und dann hieß es plötzlich: wir sind eine Klasse an sich &#8211; aber noch nicht für sich. Das ist, glaube ich, was hier passiert.</p>
<p>Ole Frahm: Ich finde ja auch tatsächlich interessanter, wo erstmal eine Praxis stattfindet, und wie man die Praxis zu bewerten hat, das kann man dann erst rauskriegen, wenn es soweit ist&#8230;</p>
<p>Christoph Schäfer: Ist ja auch total Öde &#8211; diese ausrechenbaren Sachen, wo du schon bei jedem Plakat sofort weißt, worum es sich dreht und wer da angesprochen ist. Ich finde das viel spannender jetzt, wie das so unausrechenbar läuft.</p>
<p>Ole Frahm: Wo man noch nicht genau weiß: warum kommt wer hierher, welche Kontexte sind das eigentlich, wie ist es rumgegangen. Soweit ich weiß, war die Polizei gestern hier, war aber nicht wirklich informiert, hat also ein bisschen funktioniert wie das Schanzenfest, aber in einer Gegend, die zunächst mal unverdächtig ist, in die bekannten, wiederkehrenden und damit langweiligen Muster zu verfallen.</p>
<p>Christoph Schäfer: Ich muss jetzt weitermachen.</p>
<p>Ole Frahm: Das ist jetzt keine Performance?</p>
<p>Christoph Schäfer: Nicht wirklich. Performance kann ich wirklich wenig mit anfangen. Wir wollten das eigentlich kollektiv hier malen mit mehreren Leuten, vielleicht auch größer werden lassen &#8211; wir werden mal sehen wie sich das entwickelt.</p>
<p>Ole Frahm: Alle klar. ich glaube ich gehe mal wieder zur Musik. Ihr hört immer noch das Freie Sender Kombinat und das war einer der hier herumsitzenden beteiligten Künstler, und hier ist jetzt ein bisschen mehr Gitarrenmusik.&#8221;</p>
<p>Fußnote: Die Ausdrücke »Klasse an sich«, »Klasse für sich« und »Klasse an und für sich«, die Marx zugeschrieben zu werden pflegen, finden sich bei diesem  nicht. Bucharin etwa behauptet in seiner Theorie des historischen Materialismus (1922, §54), Marx verwende die Ausdrücke »Klasse an sich« und »Klasse für sich« in Elend. Doch dort und zumal in dem von Bucharin als Belegstelle zitierten Passus unterscheidet Marx »eine Klasse gegenüber dem Kapital«, in der eine »Masse« von Besitzlosen zusammengewürfelt ist, von einer »Klasse für sich selbst«, in die sich diese Masse über Konfl ikte, Erfahrungen und Organisation verwandelt (4/181). Die objektive Lage jener Masse geht ihrer intersubjektiven Realisierung voraus. Daher die auf den ersten Blick paradoxe Einsicht, die E.P.Thompson mit seinem Kontrahenten Althusser teilt, dass der Klassenkampf der Klasse (im vollen Sinn) vorausgeht.</p>
<p><em>Gesendet live auf FSK am 22. August 2009, Abschrift: CS, 2010, Kategorie: Texte die es nicht in &#8220;Die Stadt ist unsere Fabrik&#8221; geschafft haben, dafür aber in den <a href="http://saloon-la-realidad.com/texte/gaengeviertel_interview.html" target="_blank">Saloon La Realidad</a>.</em></p>
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		<title>URBANE BIENEN</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 12:06:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Honig ernten in der Stadt? Wie das geht, erklärten am Mittwoch Erika Mayr und Heinz Risse, die als Stadtimker arbeiten. Einige ihrer Bienenstöcke stehen auf dem Dach. Erster Schritt für den Stadtimker: Ein Bienenvolk fangen. Heinz Risse zeigte Bilder von seinem Schwarmfang: Über einem Baum summten die Bienen, dann setzten sie sich in eine Astgabel. <a href="http://www.hebbel-am-ufer.de/zellen/2010/11/18/urbane-bienen/"> Weiter <span class="meta-nav">&#187;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Honig ernten in der Stadt? Wie das geht, erklärten am Mittwoch <a href="http://www.stadtbienenhonig.com/">Erika Mayr</a> und Heinz Risse, die als Stadtimker arbeiten. Einige ihrer Bienenstöcke stehen auf dem Dach. Erster Schritt für den Stadtimker: Ein Bienenvolk fangen. Heinz Risse zeigte Bilder von seinem Schwarmfang: Über einem Baum summten die Bienen, dann setzten sie sich in eine Astgabel. Risse sägte den Ast so ab, dass er auf eine weiße Plane fiel, die er auf dem Boden ausgebreitet hatte. Am Rand hatte er den Bienenstock aufgestellt. Da Bienen vom Hellen ins Dunkle fliegen, musste der Imker nur noch warten, bis das ganze Volk in seine neue Behausung eingeflogen war. Risses und Mayrs Imkerei kann man im Sommer auch in den Prinzessinnengärten besuchen.</p>
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<p>Fotos (c) Matthias Walendy, Heinz Risse</p>
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		<title>STADTSAFARI-SONG</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 10:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HAU</dc:creator>
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		<description><![CDATA[stadtsafari ist das Kinder- und Jugendprojekt der Prinzessinnengärten. Während des Zellenfestivals steht der mobile stadtsafari-Container, den Jugendliche und Kinder selbst gebaut haben, vor dem HAU1. stadtsafari bietet euch Workshops, Jams, Filme und mehr. Die Infos zu den Veranstaltungen findet ihr im Programm und den Stadtsafari-Song hört ihr hier: stadtsafari-song from prinzessinnen garten on Vimeo.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.stadtsafari.org/" target="_blank">stadtsafari</a> ist das Kinder- und Jugendprojekt der <a href="http://prinzessinnengarten.net/" target="_blank">Prinzessinnengärten</a>. Während des Zellenfestivals steht der mobile stadtsafari-Container, den Jugendliche und Kinder selbst gebaut haben, vor dem HAU1. stadtsafari bietet euch Workshops, Jams, Filme und mehr. Die Infos zu den Veranstaltungen findet ihr im <a href="../programm/">Programm</a> und den Stadtsafari-Song hört ihr hier:</p>
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