Tag Archives: Mensch

URBANE BIENEN

Honig ernten in der Stadt? Wie das geht, erklärten am Mittwoch Erika Mayr und Heinz Risse, die als Stadtimker arbeiten. Einige ihrer Bienenstöcke stehen auf dem Dach. Erster Schritt für den Stadtimker: Ein Bienenvolk fangen. Heinz Risse zeigte Bilder von seinem Schwarmfang: Über einem Baum summten die Bienen, dann setzten sie sich in eine Astgabel. Risse sägte den Ast so ab, dass er auf eine weiße Plane fiel, die er auf dem Boden ausgebreitet hatte. Am Rand hatte er den Bienenstock aufgestellt. Da Bienen vom Hellen ins Dunkle fliegen, musste der Imker nur noch warten, bis das ganze Volk in seine neue Behausung eingeflogen war. Risses und Mayrs Imkerei kann man im Sommer auch in den Prinzessinnengärten besuchen.

Fotos (c) Matthias Walendy, Heinz Risse

DER MENSCH ALS ZELLE

Das Performance-Projekt THE PERFECT HUMAN von Rosa Casado und Mike Brookes ist eine kollektive Studie menschlichen Verhaltens.  Mit der Absicht, die größtmögliche Anzahl von Menschen verschiedener sozialer Hintergründe teilnehmen zu lassen, wird erkundet, was ‚menschlich‘- und was ‚perfekt‘-Sein bedeuten kann. Ein Dialog über Vorstellungen von menschlicher Perfektion, über tatsächliche Zerbrechlichkeit und Unvollkommenheit. Heute um 20:30 im HAU2.

Nach dem GARTENARBEITSTAG öffnet im HAU1 ab 20:00 die DONNERSTAGSPRAXIS in Verteidigung der Gärten. Blumen, politische Gemeinschaften und romantische Fragmente einer Postgründerzeit – Christoph Schäfer und die Buchpraxis b_books sprechen über Nutzungsweisen der Stadt, Brachen, Blumen und Sofas, die auf der Strasse bewohnt werden.

Die STADTSAFARI lässt heute rappen und flechten: Drob Dynamic gibt einen RAP WORKSHOP von 14 bis 17 Uhr, und ab 17:30 kann man afrikanische Flechtkunst im mobilen Container vor dem HAU1 lernen. Wenn ihr mitmachen wollte, meldet euch kurz per Mail an: stadtsafari2010@googlemail.com.

>>Das Programm des Zellen-Festivals im Überblick

YOUR CITY IS OUR GARDEN

UNIGROWCITY – um die Stadt als Garten geht es heute um 14 Uhr im Workshop von Susanne Stövhase und Caroline Paulick-Thiel. Außerdem steht die Stadtbiene im Rampenlicht: Um 16 Uhr spechen Erika Mayr und Heinz Risse über STADTIMKEREI.

Gunilla Lissek-Wolf führt durch den Garten und erklärt, was Kulturpflanzenvielfalt bedeutet und wie man sie erhält. Treffpunkt 17:30 im HAU1. Abends kommt es zu PARASITÄREN SYMBIOSEN mit Wolfgang Müller und Hartmut Andryczuk. These: Hartz IV verändert nicht nur die soziale Interaktion, sondern auch die Gartenkultur.

Prince von der Stadtsafari lädt Kinder und Jugendliche von 15 bis 17 Uhr vor dem HAU1 zum zweiten STREETDANCE-Workshop ein. Danach könnt ihr euch die Haare pimpen lassen, beim HAIRSTYLE-Workshop von 17:30 bis 20 Uhr. Wer Lust hat mitzumachen: Kurz eine Mail senden an stadtsafari2010@googlemail.com.

> Das Programm des Zellenfestivals im Überblick

ÜBERLEBENSVIELFALT

Montag, 15.11. / 17:00 – 20:00 / HAU1: Auftakt-Workshop für GemeinschaftsgärtnerInnen

Die Initiative SOCIAL SEEDS verbindet die Vielfalt an Menschen in den Berliner Gemeinschaftsgärten mit der Vielfalt an Kulturpflanzen. Durch den Anbau alter, seltener und regionaler Kulturpflanzensorten zusammen mit Berliner GemeinschaftsgärtnerInnen werden neue Agro-Sozio-Biotope geschaffen, in denen sich soziale und biologische Vielfalt nachhaltig entwickeln kann. Gemeinsam mit den GärtnerInnen bauen wir Lieblingssorten an, vermehren und tauschen diese untereinander und vermitteln so die Bedeutung und die Möglichkeiten der Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und machen diese erlebbar. >>Mehr

PREMIERE: MONEY – IT CAME FROM OUTER SPACE

REGIE: CHRIS KONDEK/CHRISTIANE KÜHL

Heute, 13. November: Premiere, weitere Vorstellungen 14. – 16. November / 20.00 UHR / HAU 3

Die meisten Menschen halten Geld für ein Tauschmittel. Dieser naive Irrglaube hat uns in die aktuelle Katastrophe gestürzt. Geld ist kein neutrales Werkzeug, das wir benutzen; es ist ein gigantischer lebender Organismus auf dem Weg zur nächsten Stufe der Evolution. Jeder Euro, jeder Dollar, jeder Yen ist Teil einer Schwarmintelligenz, die sich in Kapitalströmen organisiert. Sie kennt nur ein Ziel: Vermehrung. Ausbreitung. Akkumulation. Kein Land, kein Körper, keine Sphäre ist sicher. Panik bricht aus, Massenhysterie. Können die Regierungen das Geld stoppen? Kann die Wissenschaft es zähmen? Was ist des Geldes wahre Natur? >>Mehr

KATE MCINTOSH UND PASCALE PETRALIA UEBER ‘DARK MATTER’

In „Dark Matter“ benutzen Sie ein Format, das wir bereits aus einer Ihrer frü̈heren Shows kennen, nämlich aus „All Natural“: das ‚Late Night Show-Umfeld‘. Was macht diese Form für Sie so attraktiv?

Kate: Man kann wirklich stark mit dieser Form spielen, aber auch gegen sie. Die Menschen verstehen ihre Codes fast unmittelbar. Sie kennen sie aus Filmen, dem Fernsehen und von der Bühne. Diese Form gibt dem Publikum einen Schlüssel zum Ansehen der Show, es handelt sich also um eine miteinander geteilte kulturelle Sprache. Ich versuche nun, diese zu unterlaufen oder zu verzerren, um innerhalb dieses kulturellen Abkommens eine kompliziertere Sprache zu bilden. Eigentlich benutze ich in „Dark Matter“ mehr als ein Format: es gibt auch das ‚Happening für Laienwissenschaftler‘, das etwas Unbeholfenes und Ernsthaftes an sich hat, was nicht so recht in ein Show-Umfeld passt. Es bietet die Möglichkeit, die Welt anders zu betrachten, aus anderem Blickwinkel. Während es in der Late Night Show um visuelle Trickserei geht, soll der ‚wissenschaftlichere‘ Look Durch- und Einsicht gewähren sowie zum Verständnis beitragen. Diese Arbeitsweisen laufen gegeneinander. Weiter »

ZELLEN. LIFE SCIENCE – URBAN FARMING

Zellen sind nicht nur kleine Kammern, sie werden auch als Fabrik vorgestellt, als Motoren des Wachstums und von Veränderung. Als Keimzelle ist die Zelle das Merkmal eines Anfangs im Kleinen, als Gefängniszelle überwachbarer Ort für Delinquenten. Vielleicht hat Arjun Appadurai Recht und vertebrale Systeme, wie sie die Nationalstaaten verkörpern, kämpfen augenblicklich wie die Dinosaurier um ihr Überleben, während zellulare Systeme wie das global organisierte Kapital, Terroristen, aber auch Graswurzelglobalisierung das Rennen machen. Vielleicht aber wohnen wir einem viel größeren Paradigmenwechsel bei, dessen Schemen wir nur ahnen können. Die Kontrolle über zellulare Entwicklung auf dem biologischen Sektor jedenfalls lässt sich nur mit kritischer Distanz beschreiben.