WIE DRESSIERT MAN EIN HAUS fragt Architekt Peter Haimerl um 19.00 Uhr im HAU 1. Der Architekt ist heute weniger der einsame, geniale Createur als eine Art Gärtner, der (Zell-) Kulturen auswählt, züchtet, kombiniert und pflegt, so Haimerls These. Dabei basieren die neuesten Entwurfsmethoden in der Architektur auf künstlichen „Lebenswelten“, die im Computer simuliert werden.
Ein HAU weiter performt Moritz Majce um 20:00 WITHIN THE INTERIM (A WHILE WITHAL). Majce errichtet einen temporären Raum, der in ständigem Umbruch ist – ein Raum, der sich während seines Bestehens beständig verändert und letztlich in sich zusammenbricht. Als Abfolge einander ablösender Anordnungen setzt sich Majces Performance mit den Verhältnissen des Eigenen zum Anderen, des Innen zum Außen, des Körpers zum Raum und dem Dazwischen auseinander.
Um 21:00 hält Pieter de Buysser im HAU1 seine LECTURE PERFORMANCE MAUERVARIATIONEN FÜR ANFÄNGER. Der Zweck: Dem Eskapismus entfliehen, was man natürlich erstmal üben muss. Als soziologisches Fitnessprogramm entsteht im Garten eine Mauer. Wider den totalitären Tendenzen der gewöhnlichen Mauer stellt sich de Buysser Mauern aus neuen Materialien vor: Mauern, in deren Sand vitalistischere Zellen vorhanden sind, Mauern aus hybriden Verbindungen, mit einer lebendigeren, transparenteren Substanz. Darin sieht er utopische Enklaven wachsen, Räume, in denen neue Vorstellungen des Sozialen entstehen.




