18. November 2010 – 12:06
Honig ernten in der Stadt? Wie das geht, erklärten am Mittwoch Erika Mayr und Heinz Risse, die als Stadtimker arbeiten. Einige ihrer Bienenstöcke stehen auf dem Dach. Erster Schritt für den Stadtimker: Ein Bienenvolk fangen. Heinz Risse zeigte Bilder von seinem Schwarmfang: Über einem Baum summten die Bienen, dann setzten sie sich in eine Astgabel. Risse sägte den Ast so ab, dass er auf eine weiße Plane fiel, die er auf dem Boden ausgebreitet hatte. Am Rand hatte er den Bienenstock aufgestellt. Da Bienen vom Hellen ins Dunkle fliegen, musste der Imker nur noch warten, bis das ganze Volk in seine neue Behausung eingeflogen war. Risses und Mayrs Imkerei kann man im Sommer auch in den Prinzessinnengärten besuchen.
Fotos (c) Matthias Walendy, Heinz Risse
Von Robert Shaw und Marco Clausen / Prinzessinnengärten

„Theater zu Parkhäusern“ hatte Thomas Meinecke in den späten 1970er Jahren in „Mode und Verzweiflung“ einmal gefordert. Nun, da die Zeit des motorisierten Individualverkehrs langsam aber sicher zu Ende geht, wird es an Parkplätzen schon bald keinen Mangel mehr geben. Nüchtern stellen wir fest: Das Auto geht, das Theater bleibt. Es bleibt, insofern es sich als Ort immer wieder neu zu erfinden vermag. Das ist es vielleicht, was wir am Hebbel am Ufer in den letzten Jahren zu schätzen gelernt haben: ein Theater, das kein Theater sein möchte, das auszieht, die Stadt zu finden, in die Schulen der Nachbarschaft, in die Neuköllner Wohnungen. Ein Theater in der Identitätskrise könnte man meinen. Das verbindet es mit den Prinzessinnengärten, auch so ein Ort, der den Erwartungen, die man an einen Garten stellt, nicht unbedingt gerecht wird. Weiter »
Zellen sind nicht nur kleine Kammern, sie werden auch als Fabrik vorgestellt, als Motoren des Wachstums und von Veränderung. Als Keimzelle ist die Zelle das Merkmal eines Anfangs im Kleinen, als Gefängniszelle überwachbarer Ort für Delinquenten. Vielleicht hat Arjun Appadurai Recht und vertebrale Systeme, wie sie die Nationalstaaten verkörpern, kämpfen augenblicklich wie die Dinosaurier um ihr Überleben, während zellulare Systeme wie das global organisierte Kapital, Terroristen, aber auch Graswurzelglobalisierung das Rennen machen. Vielleicht aber wohnen wir einem viel größeren Paradigmenwechsel bei, dessen Schemen wir nur ahnen können. Die Kontrolle über zellulare Entwicklung auf dem biologischen Sektor jedenfalls lässt sich nur mit kritischer Distanz beschreiben.