Tag Archives: Zelle

DER MENSCH ALS ZELLE

Das Performance-Projekt THE PERFECT HUMAN von Rosa Casado und Mike Brookes ist eine kollektive Studie menschlichen Verhaltens.  Mit der Absicht, die größtmögliche Anzahl von Menschen verschiedener sozialer Hintergründe teilnehmen zu lassen, wird erkundet, was ‚menschlich‘- und was ‚perfekt‘-Sein bedeuten kann. Ein Dialog über Vorstellungen von menschlicher Perfektion, über tatsächliche Zerbrechlichkeit und Unvollkommenheit. Heute um 20:30 im HAU2.

Nach dem GARTENARBEITSTAG öffnet im HAU1 ab 20:00 die DONNERSTAGSPRAXIS in Verteidigung der Gärten. Blumen, politische Gemeinschaften und romantische Fragmente einer Postgründerzeit – Christoph Schäfer und die Buchpraxis b_books sprechen über Nutzungsweisen der Stadt, Brachen, Blumen und Sofas, die auf der Strasse bewohnt werden.

Die STADTSAFARI lässt heute rappen und flechten: Drob Dynamic gibt einen RAP WORKSHOP von 14 bis 17 Uhr, und ab 17:30 kann man afrikanische Flechtkunst im mobilen Container vor dem HAU1 lernen. Wenn ihr mitmachen wollte, meldet euch kurz per Mail an: stadtsafari2010@googlemail.com.

>>Das Programm des Zellen-Festivals im Überblick

YOUR CITY IS OUR GARDEN

UNIGROWCITY – um die Stadt als Garten geht es heute um 14 Uhr im Workshop von Susanne Stövhase und Caroline Paulick-Thiel. Außerdem steht die Stadtbiene im Rampenlicht: Um 16 Uhr spechen Erika Mayr und Heinz Risse über STADTIMKEREI.

Gunilla Lissek-Wolf führt durch den Garten und erklärt, was Kulturpflanzenvielfalt bedeutet und wie man sie erhält. Treffpunkt 17:30 im HAU1. Abends kommt es zu PARASITÄREN SYMBIOSEN mit Wolfgang Müller und Hartmut Andryczuk. These: Hartz IV verändert nicht nur die soziale Interaktion, sondern auch die Gartenkultur.

Prince von der Stadtsafari lädt Kinder und Jugendliche von 15 bis 17 Uhr vor dem HAU1 zum zweiten STREETDANCE-Workshop ein. Danach könnt ihr euch die Haare pimpen lassen, beim HAIRSTYLE-Workshop von 17:30 bis 20 Uhr. Wer Lust hat mitzumachen: Kurz eine Mail senden an stadtsafari2010@googlemail.com.

> Das Programm des Zellenfestivals im Überblick

ZELLEN LIFE SCIENCE – URBAN FARMING

Dr. Stefanie Wenner, Kuratorin

Zellen sind keine geschlossenen Räume. Zellen sind Träger und Generatoren von Information. Zellen erzeugen Wachstum. Als Raum im Kloster verkörpert die Zelle einen Ort kontemplativer Zurückgezogenheit und mönchischer Ruhe. Revolutionäre Zellen wollen wuchern wie Krebs. Krebszellen sind potente Zellen wie Stammzellen. Etwas wird aus etwas, die Genese scheint vorhersehbar. Immer wieder hat sich politische Philosophie an der Metapher des menschlichen Körpers orientiert, einen funktionierenden menschlichen Organismus zum Vorbild von Gemeinschaft genommen. Weiter »

LAPTOP-ARBEIT IM GARTEN

Das Hallenprojekt lädt zum Coworking ins HAU1

Während der gesamten Festivaldauer lädt das Hallenprojekt gemeinsam mit den Berliner Coworking Spaces Studio 70, Co.up, tanterenate, Club Office, Betahaus, Yorck52 und Glas+Bild zum Coworking im Garten ein. Coworking schafft Möglichkeiten zum produktiven Arbeiten mit Gleichgesinnten in kreativer Atmosphäre. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, an denselben Sachen zu arbeiten. Im Fokus steht das Schaffen einer Arbeitsumgebung, in der man selbstbestimmt gerne arbeitet. Weiter »

ZELL-ASSOZIATIONEN

Zelltheorien verraten viel über biologisches Denken – und über dessen politische Dimension

Von Staffan Müller-Wille

Schlägt man ein Lehrbuch der Biologie auf, so lernt man für gewöhnlich, dass Zellen die fundamentalen Einheiten sind, aus denen der lebende Körper aufgebaut ist. Ein recht statisches Bild, das sich schnell verflüchtigt, wenn man zu den Quellen der Zelltheorie im 19. Jahrhundert zurückkehrt. Karl Marx, wie immer ein scharfer Beobachter des Zeitgeists, bemerkte das damals schon. Im Vorwort zum ersten Band des Kapitals griff er ausgerechnet zur „Körperzelle“ der zeitgenössischen „mikroskopischen Anatomie“, um zu veranschaulichen, was ihm mit der Analyse der Ware als „ökonomischer Zellenform“ der bürgerlichen Gesellschaft vorschwebte. Die Zelle nicht als Baustein, als fester, seinerseits aus Membranen, Kern und anderen Zellorganellen bestehender Körper, sondern als Austauschprozesse vermittelndes Element des Lebens – das ist eine Vorstellung, die selbst Fachleuten zuweilen noch Kopfzerbrechen bereiten kann. Weiter »

WARUM WIR ES IM THEATER TUN

Von Robert Shaw und Marco Clausen / Prinzessinnengärten

„Theater zu Parkhäusern“ hatte Thomas Meinecke in den späten 1970er Jahren in „Mode und Verzweiflung“ einmal gefordert. Nun, da die Zeit des motorisierten Individualverkehrs langsam aber sicher zu Ende geht, wird es an Parkplätzen schon bald keinen Mangel mehr geben. Nüchtern stellen wir fest: Das Auto geht, das Theater bleibt. Es bleibt, insofern es sich als Ort immer wieder neu zu erfinden vermag. Das ist es vielleicht, was wir am Hebbel am Ufer in den letzten Jahren zu schätzen gelernt haben: ein Theater, das kein Theater sein möchte, das auszieht, die Stadt zu finden, in die Schulen der Nachbarschaft, in die Neuköllner Wohnungen. Ein Theater in der Identitätskrise könnte man meinen. Das verbindet es mit den Prinzessinnengärten, auch so ein Ort, der den Erwartungen, die man an einen Garten stellt, nicht unbedingt gerecht wird. Weiter »