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Claiming Common Spaces

Kunst und urbane Praxis / Ein Projekt des Bündnisses internationaler Produktionshäuser

21.–23.6.2018 / HAU1, HAU2, HAU3, Outdoor

Städte sind unser Zuhause, unsere Bühne, unser Werk. Sie geben den Rhythmus vor, die Art und Weise, wie wir über Raum und Zeit verfügen. Schon vor 50 Jahren beschrieb der französische Soziologe Henri Lefebvre in seinem Essay “Das Recht auf Stadt” städtisches Gefüge, Architektur und das urbane Leben als Spiegelbild unserer gesellschaftlichen Herausforderungen. Seine Visionen und kritischen Thesen zu einer Stadt der Zukunft, in der der “Ort des Konsums und Konsum des Orts” zusammenfallen, sind längst Teil unserer Realität.

Basierend auf diesem Themenspektrum erarbeitet das Bündnis internationaler Produktionshäuser (FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/Main, PACT Zollverein Essen und tanzhaus nrw Düsseldorf) in den jeweiligen Häusern ein breites Programm, welches auf den Bühnen des HAU Hebbel am Ufer und im Berliner Stadtraum stattfindet. “Claiming Common Spaces” bringt Künstler*innen, Stadtfor­scher­*innen und Aktivist*innen zusammen, um sich mit Aspekten der diversen, globalen Stadtgesellschaften des 21. Jahrhunderts und den aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen in unseren urbanen Zentren auseinanderzusetzen.

Auftakt des Programms bilden ein Vortrag und Gespräch mit der New Yorker Stadtsoziologin Sharon Zukin, die die weltweite Umgestaltung der Städte durch Migration, Deindustrialisierung und Gentrifizierung analysiert. In weiteren Gesprächspanels (mit ­Nicoleta Esinencu, Andrej Holm, Nazan Maksudyan, Renzo Martens, Klaus Ronneberger, AbdouMaliq Simone, Christoph Twickel u.v.a.) und vier öffentlichen Laboren (mit Chim↑Pom, ­Lenio Kaklea, Lukas Matthaei, Erin McElroy, metroZones, Nina Scholz, Jeremy Wade u.v.a.), sollen konkrete Positionen, Ansätze und Strategien im Umgang mit dem Urbanen diskutiert und weiterentwickelt werden. Welche Rolle spielt Kunst im öffentlichen Raum? Wie können kulturelle Zentren ihre internationale Arbeit in nervösen Zeiten verstetigen, flankiert von welchen Strategien der internationalen Kulturpolitik? Warum drängen die großen Technikkonzerne in unsere Innenstädte? – kurz: Wem gehört die Stadt?

Nicht zuletzt werden internationale künstlerische Arbeiten gezeigt – Musik, Installationen, Performances –, die im und für den städtischen Raum entstanden sind, wie zum Beispiel die Arbeit “Cor­beaux” der Choreografin Bouchra Ouizguen aus Marokko oder “McDonald’s Radio University” des japanischen Künstlers Akira Takayama, eine gemeinsam mit geflüchteten Lehrenden in McDonald’s-Restaurants entstandene Lecture-Reihe, oder das Fragen-Projekt “Proyecto Pregunta” des Künstler*innenkollektivs MIL M2 aus Santiago de Chile. In der Nähe des HAU2 entsteht mit dem aufblasbaren “Bubble Palace” ein Ort temporärer Gemeinschaft und des Rausches, an dem Konzerte (Shkoon, One Mother, Boy Division) und verschiedene performative Interventionen zusammenkommen.

Außerdem mit Anas Aboura, Rodrigo García Alves, Jochen Becker, Elisa Bertuzzo, Johannes Ebert, Andreas Görgen, Felix Hartenstein, Katja Heitmann, Hauke Heumann, Ingrid Krau, Keigo Kobayashi, Kollektiv ZOO, Ingrid LaFleur, Jan Lemitz, Eike Lucas, ­Clemens Melzer, Sebastian Quack, Sander van der Schaaf, Christoph Schäfer, Michael Schindhelm, Mieko Suzuki, Michael Zinganel u.v.m.
Ein Projekt des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, gefördert von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien.