Spielplan

Anta Helena Recke

Die Kränkungen der Menschheit

PerformanceTheater

Deutsch / 70 Min.

Wer ist denn überhaupt die Menschheit?, fragt Anta Helena Recke mit ihrer neuen Arbeit, einer Koproduktion mit dem HAU. Ausgehend von Sigmund Freuds Text “Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse” werden die von ihm diagnostizierten drei Kränkungen der Menschheit – die Erkenntnis, dass der Mensch nicht der Mittelpunkt des Universums ist, dass er vom Affen abstammt und dass er ein Unterbewusstsein hat, das er nicht steuern kann – um eine vierte Kränkung erweitert. Die Tatsache, dass die größte Illusion darin besteht, von einer Menschheit auszugehen, wird hartnäckig übersehen. Vielleicht, weil das eine der tiefgreifendsten Kränkungen des “menschlichen Egos” darstellen würde. Gerade das gegenwärtig zu beobachtende globale Wiedererstarken faschistischer Kräfte, Phänomene wie “Men’s Right Activism” und das selbstbewusste Auftreten von White-Supremacy-Gruppierungen zeigen, wie tiefgreifend die Illusion einer weißen männlichen Menschheit im weißen Körper verankert ist.
In Reckes “Die Kränkungen der Menschheit” legt sich ein Bild über das andere und lässt einen hybriden Raum zwischen Museum, Zoologischem Garten und Labor entstehen: eine Horde Affen, die die Bühne bevölkert; eine kleine Museumsgruppe auf einem Streifzug; eine große Gruppe von Menschen, die Muster in den Raum zeichnet. Der Abend führt uns an jene fragilen Momente, an denen eine Vorstellung von Welt durch eine andere abgelöst wird. Dabei geht es um das Zeigen, das Ordnen und den Wunsch zu verstehen. Es ist ein Stück über eine Gesellschaft, die von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt wird.

Besetzung

Choreografie, Text, Performance: Ariane Andereggen, Jean Chaize, Noah Donker, Kinan Hmeidan, Mario Lopes, Samuel Iatã da Silva Hölzl, Lara-Sophie Milagro, Benjamin Radjaipour, Vincent Redetzki,Sir Henry, Joana Tischkau, Else Tunemyr, Hayato Yamaguchi und weitere Mitwirkende aus Berlin / Künstlerische Mitarbeit: Anna Froelicher, Maxi Menja Lehmann / Bühne: Carlo Siegfried / Kostüme: Pola Kardum / Musik: Luca Mortellaro / Lichtdesign: Joscha Eckert / Dramaturgie: Valerie Göhring / Recherche: Marja Christians, Chiara Galesi / Regieassistenz: Lola Fonséque / Regieassistenz Berlin: Chiara Galesi / Produktionsleitung: Johanna J. Thomas / Produktionsleitung, Administration: Olaf Nachtwey / Technische Leitung Gastspiele: Joscha Eckert / Bühnenbildassistenz: Elena M. Stranghöner / Kostümassistenz: Nora Stocker / Regie- und Kostümhospitanz: Leonore Henning / Gong: Leon Frei

Termine

  • Aktuell
    Do 6.2.2020, 19:00 / HAU2
    Tickets
    Sa 8.2.2020, 20:30 / HAU2
    Tickets
    So 9.2.2020, 17:00 / HAU2
    Tickets
Hinweis:

Für das Stück suchen wir Mädchen* und Frauen*, Trans* und Inter* Personen of Colour (nicht-weiße Personen) mit diversen Migrationshintergründen aller Altersgruppen ab 16 Jahren, die als Teil einer Gruppenchoreografie auf der Bühne auftreten. Hier geht's zum Open Call.

Im Anschluss an die Vorstellung am 9.2.: Artist Talk 

Förderung

Produktion: Anta Helena Recke, Münchner Kammerspiele. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Kampnagel Hamburg, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt). Gefördert durch: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Fonds Darstellende Künste.

Spielorte

HAU2
Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Zwei markierte Parkplätze vor dem Haus (in der Großbeerenstraße) vorhanden. Rollstuhl-Rampe und Aufzug vorhanden. Behindertengerechte Sanitäranlagen vorhanden. Zur Anmeldung im Vorhinein wird geraten unter service@hebbel-am-ufer.de.

HAU3000 / Positionen, Projekte, Publikationen