Spielplan

Jeremy Wade

DrawnOnward

PerformanceTanz

Englisch / ab 18 Jahren

Irgendwo in der sogenannten entwickelten Welt, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Die globalen Probleme, die die Menschheit über Jahrhunderte in Atem gehalten haben, sind weder gelöst noch vollends eskaliert. Eigentlich ist alles ganz so wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts, nur sehr viel schneller, härter, intensiver, sehr viel MEHR. Der Mensch ist nicht mehr Herr im eigenen Haus, sondern ein Knoten im Netzwerk der Ströme: Datenströme, Warenströme, Bewusstseinsströme, Virus, Krise, Euphorie. Alles ist in allem und alles gleich nah dran. Die Ströme durchziehen den Menschen auf allen Ebenen: den Körper, die Gefühle, die Gedanken, den Willen. Er ist zugleich Ding, Tier, Kind, Maschine und Maschinist, nur irgendwie eines nicht so richtig: ein Mensch.

DrawnOnward ist das ultimative generische Unternehmen, eine allumfassende Möglichkeitsmaschine.

DrawnOnward ist JETZT auf Crack, eine stroboskopische Disco im Exzess des Codes.

DrawnOnward ist ein korporativer körperlicher Bewältigungsmechanismus. Und sexuell explizit.

DrawnOnward ist Innovation, Weiterbildung, Design und Entwicklung in einem kreativen Umfeld.

DrawnOnward ist zwei Arschlöcher in einem Zimmer.

DrawnOnward ist anwendungsbezogen und lösungsorientiert. Ein grenzenloses glückliches Zusammentreffen von Ideen.

DrawnOnward ist ein Experimentator und ein Testsubjekt.

DrawnOnward ist, was es tut. Es frisst Gegenwart und scheidet Zukunft aus. DrawnOnward ist ein Palindrom, wie man’s auch angeht, es funktioniert.
 

In "DrawnOnward" befragt der Tänzer und Choreograf Jeremy Wade die Rolle des Menschen in einer mehr-als-menschlichen Welt – einer Welt, die mit den Begriffen des modernen Humanismus nicht mehr zu beschreiben ist. Mit den Methoden der queeren Science-Fiction und einem Team, bestehend aus der Choreografin Juli Reinartz, dem Musiker Marc Lohr, Autor John-Erik Jordan, Kostümbildner Grzegorz Matlag und Dramaturgen Maximilian Haas, generiert er neue Welten mit keinem geringeren Ziel, als die Gegenwart umzuprogrammieren.
 

Der Inszenierung DrawnOnward ging die öffentliche Lesegruppe Moi Machine Moi zu theoretischen Positionen der queeren Science-Fiction voraus. Die von Jeremy Wade und Kerstin Stakemeier geleitete Veranstaltungsreihe fand im Frühjahr 2015 am HAU Hebbel am Ufer statt und setzte sich mit Texten von Donna Haraway, Karen Barad, Deleuze/Guattari, Gilbert Simondon, Alex Galloway, N. Katherine Hayles u. a. auseinander.

Besetzung

Regie: Jeremy Wade / Performance: Jeremy Wade und Marc Lohr / Künstlerische Mitarbeit: Juli Reinartz / Text: John-Erik Jordan, Juli Reinartz, Jeremy Wade, Maximilian Haas / Musik: Marc Lohr / Kostüm und Requisite: Grzegorz Matlag / Grafik und Requisite: Stefan Fähler / Licht: Andreas Harder / Dramaturgie: Maximilian Haas + John-Erik Jordan / Assistenz: Tiana Hemlock / Produktion/PR: björn & björn

Termine

  • Vergangen
    Premiere
    Mi 21.10.2015, 20:00 / HAU3
    Do 22.10.2015, 20:00 / HAU3
    Fr 23.10.2015, 20:00 / HAU3
    Sa 24.10.2015, 20:00 / HAU3

Förderung

Produktion: Jeremy Wade. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Spielorte

HAU3
Tempelhofer Ufer 10, 10963 Berlin

Über Treppenhaus erreichbar (3. Stock). Aufzugnutzung nach Absprache möglich.

HAU3000 / Positionen, Projekte, Publikationen