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Lucy Railton
Foto: Alex Inglizian
Thomas Ankersmit
Foto: Alex Inglizian
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Thomas Ankersmit – “Perceptual Geography” / Lucy Railton – “Paradise 94”

Im Rahmen von “CTM 2019 – Persistence” 

Thomas Ankersmit präsentiert sein Stück “Perceptual Geography“ in einer Weltpremiere. Der Begriff “Perceptual Geography“ geht auf die 2009 verstorbenen Klangkünstlerin Maryanne Amacher zurück, die damit ihre bahnbrechenden Experimente mit den räumlichen Arrangements klanglicher Phänomene und den dadurch erreichbaren Erfahrungen beschrieb. Ankersmits Stück baut nicht nur auf Amachers umfangreichen Recherchen zur Wahrnehmung, psychoakustischen Phänomenen, der Verräumlichung von Klang und der wachsenden Rolle der Zuhörer*innen auf – es ist anlässlich des zehnten Todesjahres von Amacher auch eine Hommage an die außergewöhnlich kompromisslose und beharrliche Klangkünstlerin und Pionierin. 

Ankersmit nennt Amachers Arbeit als eine seiner größten Inspirationsquellen. Beide trafen sich 2000 erstmals persönlich und waren bis zu ihrem Tod befreundet. Amacher wäre 2019 80 Jahre alt geworden. Sie hinterließ ein einzigartiges Werk und wegweisende Klangforschungen, die bisher noch zu wenig erschlossen sind. In einer Zeit in der wir glauben alles bequem über Kopfhörer und Bildschirme konsumieren zu können, verschuf Amacher ihren Hörer*innen intensive, räumliche und ganzkörperliche Wahrnehmungserfahrungen, die nur im gegenwärtigen Augenblick und dem gegebenen physischen Raum möglich sind. Ankersmits Instrument ist ein Serge Modular-Synthesizer, der von Amachers Partner Sergei Tcherepnin entwickelt wurde. 

In der zweiten Performance des Abends präsentiert die  Londoner Komponistin und Cellistin Lucy Railton, ihr Debütalbum “Paradise 94“, das 2018 auf Modern Love erschienen ist. Railton zeigt in einem kontrastreichen Kaleidoskop unterschiedlicher Experimente Verbindungen zwischen elektroakustischen und modernen klassischen Entwicklungslinien auf. Auf “Paradise 94“ verknüpft sie Archivmaterial, Feld- und Studioaufnahmen mit dem Klang ihres Cellos zu einem autobiographischen Narrativ. Ihr Fokus auf den Interaktionen klanglicher Details, auf psychoakustischen Effekten und dramaturgischen Wendungen jenseits von Konventionen, erzeugt so etwas wie ein spekulatives Mapping der Entwicklung, Mutationen und des Beharrens von Klangkulturen: “man kann erst dann anfangen, etwas so richtig aufzumischen, wenn man es wirklich kennt“.
Aktuelle Termine
Mo 28.01.2019, 19:00 / HAU2
Lucy Railton wird unterstützt von der SHAPE Plattform, die vom Programm Kreatives Europa der Europäischen Union gefördert wird. Thomas Ankersmit wird unterstützt von der Botschaft der Niederlande.