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Before Dawn: W.E.B. Du Bois, a Pioneer and Advocate of Afrofuturism

Mit Molefi Kete Asante, Sheree Renée Thomas und Peggy Piesche

Im Rahmen von "THE COMET – 150 years W.E.B. Du Bois"

Entgegen der weitverbreiteten eurozentrischen Vorstellung, dass Afrika und die Bewohner*innen dieses Kontinents keine Geschichte hätten oder eine unabhängige Zukunft haben könnten, betonte W.E.B. Du Bois stets die Bedeutung Afrikas für die Zukunft der Welt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten der vermeintliche technologische Fortschritt und die damit verbundene Industrialisierung europäischer Metropolen zur globalen weißen Vorherrschaft, zu dessen Reichtum People of Color gezwungen waren beizutragen. Schwarze Menschen wurden außerhalb der Menschheit platziert und verloren im modernen Denken ihre Individualität und Identität. Indem Du Bois die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Afrikas in seinen wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Diskursen integrierte, legte er die Weichen für den Afrofuturismus, ein Diskurs, in dem alternative Welten in Bezug auf Rassismus und gesellschaftliche Zugehörigkeit mittels Science-Fiction-Elementen neu verhandelt werden können. Doch beim Afrofuturismus geht es um weitaus mehr als die Zurückeroberung der Vergangenheit, sondern auch darum, die Vergangenheit der Zukunft neu zu definieren.

In seiner Keynote wird der renommierte Afrozentrist und Aktivist Molefi Kete Asante seine Idee vorstellen, die Afrikaner*innen in ihren eigenen Erzählungen in den Mittelpunkt stellen und den Ausgangspunkt für den Afrofuturismus bildet. Im Anschluss daran wird Natasha A. Kelly im Gespräch mit ihm, der Sci-Fi-Autorin Sheree Renée Thomas und der afrodeutschen Literaturwissenschaftlerin Peggy Piesche über die Bedeutung von W.E.B. Du Bois‘ Werken und Wirken für eine afro-diasporische Zukunft in Deutschland sprechen.

Den Abschluss des Abends bildet die Preisverleihung des Schreibwettbewerbs „Prophets of Wakanda“ in Kooperation mit dem Projekt „Indaba“ von EOTO e.V., bei der die besten afrofuturistischen Kurzgeschichten von Berliner Jugendlichen gekrönt werden. EOTO e.V. ist ein Ort in Berlin-Wedding für Recherche zu afrodiasporischer Literatur, Philosophie und Kultur. Dela Dabulamanzi und Lara-Sophie Milagro von LABEL NOIR werden die Texte vortragen, musikalisch begleitet von Jokaa.

Molefi Kete Asante ist Aktivist und Intellektueller und derzeit Professor und Vorsitzender der Abteilung für Africology an der Temple University, USA. Er ist auch Präsident des Molefi Kete Asante Instituts für Afrozentrische Studien und Professor Extraordinarius an der Universität von Südafrika. Asante hat 84 Bücher veröffentlicht, u.a. “The American Demagogue, Revolutionary Pedagogy”, “The History of Africa”, “Classical Africa”, “An Afrocentric Manifesto”, “The Afrocentric Idea”, “As I Run Toward Africa”; “African Pyramids of Knowledge”; “Facing South to Africa”. Darüber hinaus hat er mehr als 500 Artikel veröffentlicht und gilt als der meist publizierte afroamerikanische Intellektuelle der Gegenwart sowie als einer der profiliertesten Autoren der afrikanischen Welt.

Sheree Renée Thomas ist eine preisgekrönte Schriftstellerin, Dichterin und Redakteurin aus Memphis, USA. Sie ist Autorin von “Sleeping Under the Tree of Life (Aqueduct Press)” und wurde 2016 mit dem James Tiptree, Jr. Award ausgezeichnet und von Shotgun Lullabies (2011) als „eine Offenbarung“ beschrieben. Thomas redigierte die beiden Schwarzen spekulativen Fiction-Bände, „Dark Matter“, die W.E.B. Du Bois' Arbeit erstmals als Science Fiction kategorisierten und zwei World Fantasy Awards gewannen. Ihre Arbeiten erscheinen in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften, darunter das Apex Magazine, Callaloo, FIYAH, Jalada, Strange Horizons und Harvard's Transition. Sie ist Associate Editor von “Obsidian: Literature & Arts in the African Diaspora” (Illinois State University, Normal) und Mitherausgeberin von „Trouble the Waters: Tales of the Deep Blue” (2019 Rosarium).
Vergangene Termine
November 2018
Englisch mit deutscher Simultanübersetzung
Ein Projekt von Natasha A. Kelly in Zusammenarbeit mit HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch: Bundeszentrale für politische Bildung, the Hutchins Center for African & African American Research at Harvard University.