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Supernova
Foto: Claudia Hill
Supernova #1 / Claudia Hill: Flags from Tomorrow
Foto: Claudia Hill
Foto: Claudia Hill
Supernova #1 / Claudia Hill: Kŏn’voi’
Foto: Claudia Hill
Foto: Mikey Woodbridge
Supernova #1 / Maria F. Scaroni, Vladimir Miller & Supernova: Morning Service / Totentanz & Sketch for a Light Space
Foto: Mikey Woodbridge
Foto: Ian Douglas
Supernova #1 / Antonija Livingstone & Supernova: Aftershocker
Foto: Ian Douglas
Supernova #1 / Kahori Furukawa: Connect
Supernova #1 / Maria F. Scaroni, Vladimir Miller & Supernova: Morning Service / Totentanz & Sketch for a Light Space
Supernova #1 / Maria F. Scaroni: Oracle Dances Shop - Individual Divination Session
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Logo des Hebbel am Ufer

Supernova #1

Im Rahmen von "Supernova"

Figuren in fantastischen Kostümierungen, bewegte funkelnde Steine und Worte: “Sketches/Notebook” ist im Januar 2013 auf Einladung des HAU Hebbel am Ufer entstanden. Die Choreografin und Tänzerin Meg Stuart hat dazu verschiedene Künstler*innen angehalten, ihre unterschiedlichen Talente, Hintergründe und Fähigkeiten in einen Prozess der Entwicklung gemeinsamer Entwürfe einzubringen. Aus ihren Skizzen und intimen Erkundungen entstand eine pulsierende Welt aus Licht, Musik, Objekten und Gesten auf der Bühne – ein überbordendes Laboratorium der Grenzerprobungen. Nach fünf Jahren auf Tournee kommt die Gruppe nun erneut für zwei Wochen zusammen, um an dem Ort, an dem alles begann, “Sketches/Notebook” zu erweitern und mit anderen Projekten – von glitzernden Paraden, sich in eine Lehmskulptur verwandelndes Fahrzeug, bis hin zu einer Lyrik-Lesung – zu ergänzen. Unter dem Titel “Supernova”, nach dem astronomischen Phänomen, bei dem ein Stern durch eine Explosion kurzzeitig so hell wie nie zuvor leuchtet, dehnt sich dieses Projekt genauso strahlend aus, lotet Grenzen aus und bringt verschiedene Kunstformen in einem kollektiven Ritual zusammen.

ab 16:00 / HAU2

Claudia Hill: Flags from Tomorrow

„Meine Flaggen dienen dort als Signalgeber, wo die Kommunikation zur Herausforderung wird. Die speziell für „Supernova“ geschaffenen Flaggen sind die Träger optischer Signale, die auf den prekären Zustand der Gegenwart reagieren. Wo andere Kommunikationsformen an ihre Grenzen stoßen, etablieren meine Flaggen eine Semantik von Sorge um den Planeten, Einheit, Mitgefühl, Waffenstillstand, Wahrhaftigkeit und Hinwendung zur Realität um der Evolution willen. Im Einklang mit der Botschaft werden die Flaggen aus gefundenen, lebendigen Stoffen zusammengesetzt, in denen die Spuren der Geschichte und das Vergehen der Zeit spürbar werden. Eine erste Flagge habe ich auf Einladung des Zentrums Mezzanine in Porto geschaffen; sie wurde auf dem Dach von Maus Hábitos - Espaço de Intervenção Cultural installiert und wird von Ana Rocha nach Berlin gebracht. Die Gruppe wird die Flaggen gemeinsam hissen, um so unseren Einzug in das HAU Hebbel am Ufer zu markieren.“
Claudia Hill

Von: Claudia Hill
Flaggenentwurf: Juliette Quilici, Diane Esnault

Dank an: Ana Rocha, Jorge Gonçalves, Patricia Shim, António MV, Svenja Tiger, Rui Catalao, Clementina Delgado

Claudia Hill: Kŏn’voi’

Kŏn’voi’
(Begleitschutz)

Eine Gruppe Reisender unbekannter Herkunft erscheint aus dem Nichts in freier Landschaft.
Im Laufe eines Tages erforschen und durchleuchten sie die Umgebung mit ihren einzigartigen, dreieckigen Antennen. Durch ihre sinnliche Entschlüsselung der Information und hypnotische Gebärdensprache wird die Notwendigkeit für diesen seltsamen und schönen Planeten zu sorgen ersichtlich.

Von: Claudia Hill
Ko-Regie: Stephane Leonard
Mit: Ivan Ekemark, Hana Lee Erdman, Jared Gradinger, Claudia Hill, Maria F. Scaroni
Artwork & Kostüme: Claudia Hill
Kamera & Schnitt: Stephane Leonard
Musik & Sound: Stephane Leonard
Zusätzliche Soundscapes: Lukasz Polowczyk
Sound-Mastering: Martin Silbernagl
Olfaktorische Beratung: Wolfgang Georgsdorf / Osmodrama

Produziert von: Claudia Hill
Mit Unterstützung von: Meg Stuart/Damaged Goods
Dank an: Brendan Dougherty, Anna Gaïotti, Wolfgang Georgsdorf, Roberto Martínez, Anna Nowicka, Ana Rocha

16:00 - 18:30 / HAU2

Maria F. Scaroni, Vladimir Miller & Supernova: Morning Service / Totentanz & Sketch for a Light Space

Im Bühnenbild von „Sketches/Notebook“ treffen wir uns zu einer ca. zweistündigen, für jeden offenen Bewegungssession. Beim Aufwärmen wird es auch zu Berührungen kommen. Und Achtung: Sie könnten ins Schwitzen kommen, bringen Sie also gerne bequeme Kleidung zum Wechseln mit. Und saubere Turnschuhe, falls Sie nicht barfuß üben wollen. Eine Duschgelegenheit besteht nicht.
Im Mittelpunkt stehen im gleichen Raum eine Tanzmeditation über Gleichheit und Sterben mit dem Titel „Totentanz“ und parallel hierzu eine stille kollaborative Partitur des Bauens.
Die Veranstaltung ist ein Live-Diorama und ein Gebet von Ketzern in polyrhythmischer Gestalt von Tanzen und Bauen. Falls Sie nicht laufen oder rollen können, können Sie auch langsam schreiten. Und auch wenn Sie nur sitzen oder sogar sich nicht bewegen können, sind Sie willkommen, in den Fluss der Energie einzutauchen. Sie können in jedem Fall bauen – alle Materialien werden leicht und einfach zu verbinden sein.
Maria F. Scaroni & Vladimir Miller

Live-Musik: Marc Lohr & Brendan Dougherty 

16:00 - 20:00 / HAU2

Antonija Livingstone & Supernova: Aftershocker

Ganz oben im Studio von HAU2 brummt ein Satellitenlabor für die queere Erschaffung neuen Lebens. Livingstone entnimmt ihrem Zyklus „Culture, Administration & Trembling“– darunter „Male Breast Feeding“ (2014) und „Algorithm for 6+1“ (2014) – Knollen, Setzlinge und Pfropfreise als Material: praktizierte und ausgestellte Realzeit. „Keine neuen Ideen, sondern nur alternde Körper“ gedeihen in der Wärme und dem Licht von „Sketches/Notebook“ (2013), unter Mitwirkung des Supernova-Ensembles und lokaler Gäste.

Ein rehabilitierender Raum entwickelt von und mit: Antonija Livingstone & Supernova
Soundinstallation: Brendan Dougherty

„Male Breast Feeding“ Demonstration
Mit Gastkünstler*innen: Mir Demer, Melvin Dougherty, Peter Pleyer, Julian Scrotti, André Uerba

Vladimir Miller: Your house doesn’t love you like I do

"Regen fließt das Dach hinunter, das Wasserversorgung erfolgt im Schutz von Rohren, der Abfluss von Flüssigkeiten ist geregelt – kurz gesagt, der Sinn und Zweck des Bauens liegt darin, jegliche Flüssigkeiten zu kontrollieren, zu regulieren und abzuhalten. Lecks, verschüttete Flüssigkeiten und Wasser, das sich seinen Weg durch Wände und Dächer bahnt, sind kleine Katastrophen, die nicht einfach nur das jeweilige Gebäude, sondern das Wesen der Architektur selbst angreifen. Ein Feuchtigkeitsfleck ist ein blühender Beweis einer Panne und signalisiert nicht nur den Zusammenbruch der physischen, sondern auch der der institutionellen Struktur. Ein Fleck verlangt nach Ausbesserung und der Wiederherstellung der Ordnung. Indem Flüssigkeiten sich vermischen, eindringen, einsickern oder auf andere Weise dorthin vordringen, wo sie nichts zu suchen haben, stellen sie unsere Vorstellungen von Grenzen, Stabilität und Sicherheit infrage. Flüssigkeiten scheinen über ganz eigene Möglichkeiten zu verfügen, Territorien abzustecken, Möglichkeiten, die uns fremd sind und unserem Begriff von Struktur und Dauerhaftigkeit widersprechen.“
Vladimir Miller

18:30 - 19:30 / HAU2

Kahori Furukawa: Connect

„Wie eine Wippe, die auf und ab schwingt,
Wie Ampeln, die auf Silber und Gold schalten,
Wie Wolken, die die Form von Rechtecken annehmen,
Wie das Hier und das Da.“
Kahori Furukawa

Kahori Furukawa entwirft mit „Connect“ ein Spielfeld für den elementaren Gegensatz von Positionierung und Bewegung.

Dank an Dominique Pollet für die Tensegrity-Konstruktion, die Zusammenarbeit am Bühnenbild und das Lichtdesign.

Julian Weber: Volatile Substances: A Concert Dinner with Bonsais

„Volatile Substances“ geht auf einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Kyoto zurück und wurde durch die traditionelle Teezeremonie und Shinrin-Yoku, das japanische Waldbaden, inspiriert. Das Publikum befindet sich inmitten von Bonsai-Bäumen, die durch Magnete, Kabel und Mikrofone verbunden sind. In diesem Environment serviert der Gastgeber Suppe, führt kleine Tänze auf und bringt die Bonsais zum Schwingen. Die Gäste werden ebenfalls zur Interaktion mit den Bonsais eingeladen, und die daraus entstehenden Impulse werden von den Bäumen an die Klangkünstler*in iRuuu, die diese live musikalisch in ein Konzert weiterverarbeitet.

Konzept & Performance: Julian Weber
Musik: iRuuu

20:30 - 22:30 / HAU2

Meg Stuart, Ezra Green & Supernova: The Shape of Mercy – A Poetry Place

In der letzten Szene von „Sketches/Notebook“ wird ein Gedicht von Ezra Green mit dem Titel „The New Rule“ rezitiert. Nun soll der Lyriker selbst Gelegenheit erhalten, sein Gedicht frei von diesem Zusammenhang auf der Bühne des HAU2 zu präsentieren, wo es zum Ausgangspunkt eines lyrischen Gartens wird. Der Abend umfasst Rezitationen, musikalische Landschaften, Zaubersprüche und Anrufungen sowie ein Tanzorakel, das die Zuschauer einzeln befragen können. Wir laden Sie ein, mit uns den Geist (und die Geister) der Dichtung zu erleben.

Konzept: Meg Stuart, Ezra Green
Mit: Jorge De Hoyos, Kaya Freeman, Ezra Green, Brandon Johnson, Ingrid Müller-Farny, Leyla Postalcioglu, Sonja Pregard, Victor Schmidt Guezennec, Meg Stuart.
Raum, Kostüme, Visuals: Claudia Hill und Vladimir Miller
Konstruktion Kostüme: Emilia Patrignani
Lichtdesign: Dominique Pollet

Maria F. Scaroni: Oracle Dances Shop - Individual Divination Session

„Die Ursprünge des Tarots sind nicht eindeutig bestimmbar, die Vermutungen reichen von höfischer Herkunft über Sinti und Roma bis zu ägyptischen Weisen und jüdischer Kabbala. Das alles mag hineingeflossen sein, auf jeden Fall ist das Spiel eine hybride und vieldeutige Mischung. Jede einzelne Karte stellt eine Komposition dar aus Fragmenten von Geschichten, Zahlen, Archetypen, den Elementen und anderen Kartenspielen. Das Tarot bietet Gelegenheit zur Selbsterkenntnis und Momente gemeinsamer Erfahrungen: unermesslich tief und spielerisch frivol. Die Karten können eine heilige Botschaft ebenso enthüllen wie bloße Gerüchte, unbedingt erforderlich ist indes ein Deuter, ein Seher, ein Fragender. Ohne wechselseitige Aufmerksamkeit ist das Spiel nicht denkbar.
Es gibt Nacktheit, verrückte Kostüme und Requisiten, und alles geschieht vor einem weißen Hintergrund oder in einer zugleich unnatürlichen und natürlichen Kulisse.
Tarot führt die Menschen zusammen.
Tarot ist eine Illusion, eine Spekulation. Es erschafft nichts, es aktiviert etwas.
(Lesen Sie den Text bitte noch einmal und ersetzen sie „Tarot“ bzw. „Karten“ durch „Tänze“.)“
Maria F. Scaroni
Vergangene Termine
März 2018
Produktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. In Kooperation mit Tanzfabrik Berlin, unterstützt durch apap advancing performing arts project - Performing Europe 2020. Mit Unterstützung von PACT Zollverein.